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Stadt Peine Anhaltende Hitze: Erster Feldbrand im Kreis Peine
Stadt Peine Anhaltende Hitze: Erster Feldbrand im Kreis Peine
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20:00 26.06.2019
Die Waldbrandgefahr soll am Donnerstag auf die höchste Warnstufe 5 steigen.
Die Waldbrandgefahr soll am Donnerstag auf die höchste Warnstufe 5 steigen. Quelle: dpa
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Kreis Peine

Mit der anhaltenden Hitze steigt auch im Landkreis Peine die Waldbrandgefahr. Bereits am Dienstagabend um 18.20 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Wendezelle zu einem Feldbrand gerufen. Auf einem Feld war Getreide aus noch nicht geklärter Ursache in Brand geraten. Die alarmierte Feuerwehr hatte das Feuer innerhalb von 25 Minuten gelöscht. Die eingesetzten Wehren aus Wendeburg, Bortfeld und Vechelde-Wahle erhielten Unterstützung durch ein Tanklöschfahrzeug der Berufsfeuerwehr Braunschweig, teilte die Feuerwehr mit.

Warnstufen für Waldbrand sind ausgerufen

Auch in den übrigen Teilen des Kreises wächst die Brandgefahr. Insbesondere die Wälder, aber auch sonstige Gras- und Grünflächen sind stark gefährdet, sagt Kreisbrandmeister Rüdiger Ernst. „Bei uns ist mittlerweile die Warnstufe vier von fünf für die Waldbrandgefahr ausgerufen, eine Erhöhung ist nicht ausgeschlossen.“ Der sogenannte Grasland-Feuerindex liege in der Regel eine Stufe höher als der Waldbrand-Gefahrenindex und sei mit fünf schon auf der höchsten Stufe.

Ernst warnt davor, die Entzündungsgefahren bei sinkenden Temperaturen, aber anhaltender Trockenheit zu unterschätzen. Er betont: „Von Entwarnung können wir erst sprechen, wenn ausreichend Regen gefallen ist. Danach sieht es aber im Moment noch nicht aus.“

Feuerwehren sind gut vorbereitet

Sollte es jedoch zu einem Einsatz kommen, seien die Feuerwehren gut vorbereitet. Es gebe zwar keine spezielle Ausbildung hier vor Ort, aber die Wehren würden die Gelegenheit nutzen, sich von externen Ausbildern verschiedene Löschtechniken für Feld-, Wald-, und Wiesenbrände erklären zu lassen.

Entdecke man ein Feuer im Freien, so sollte umgehend die Feuerwehr alarmiert und Sicherheitsabstand eingehalten werden. „Man sollte nicht versuchen, ein Feuer eigenständig zu bekämpfen. Der Wind kann jederzeit die Richtung wechseln, das kann dann schnell zur Gefahr werden.“

Grillverbot am Eixer See

Um am Eixer See die Gefahr eines Flächen- beziehungsweise Waldbrandes einzudämmen, hat die Wirtschafts und Tourismusfördergesellschaft (Wito) als Betreiber auf dem gesamten Gelände rund um den See Grillen und offenes Feuer verboten. Diese Regelung gilt, solange eine Waldbrandgefahr besteht.

Einstufung variiert

Dennis Glanz, stellvertretender Sprecher der Landesforsten, bestätigt die extreme Waldbrandgefahr. Die Warnstufe läge zwar am Mittwoch bei vier, sie solle jedoch laut Berechnungen der Waldbrand-Überwachungszentrale in Lüneburg am Donnerstag auf fünf steigen. „In den dann folgenden Tagen wird die Einstufung variieren“, vermutet Glanz. Dies hänge unter anderem auch von der Beschaffenheit des Bodens, der Art der Vegetation und der Verdunstung ab.

Richtiges Verhalten bei Hitzschlag

Die hohen Temperaturen derzeit können zu ernsten gesundheitlichen Problemen führen. Das DRK warnt, dass ein Hitzschlag sogar lebensbedrohlich sein kann. Ein Hitzschlag ist ein Wärmestau im Körper mit beschleunigtem Pulsschlag und heißer, trockener Haut, da die Schweißproduktion versagt. Es können Krämpfe und Erbrechen auftreten ebenso wie Schwindelgefühl, Halluzinationen oder Bewusstlosigkeit. Das DRK gibt folgende Tipps zur ersten Hilfe:

1. Bringen Sie Betroffene sofort in den Schatten und lagern Sie sie flach liegend. Wenn kein Schatten zu finden ist, nutzen Sie eine Decke als Schutz vor den Sonnenstrahlen. Bitte Betroffene nicht in die Decke einwickeln, sondern die Decke als schattenspendendes Segel nutzen.

2. Bieten Sie, sofern der Betroffene bei Bewusstsein ist, Wasser oder auch Getränke wie Fruchtsaftschorlen und Früchtetees an. Wenn Betroffene das Bewusstsein verloren haben, legen Sie sie – bei vorhandener normaler Atmung – in die stabile Seitenlage.

3. Setzen Sie umgehend einen Notruf (112) ab und kontrollieren Sie Bewusstsein und Atmung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.

4. Kühlen Sie den Körper mit feuchten Tüchern, besonders im Bereich von Kopf und Nacken. Kein Eis direkt auf den Körper geben.

Von Antje Ehlers