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Stadt Peine Amerikanische Faulbrut: Entwarnung für die Honig-Leckermäuler
Stadt Peine Amerikanische Faulbrut: Entwarnung für die Honig-Leckermäuler
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10:15 12.07.2019
Entwarnung für Honigfreunde: Die Amerikanische Faulbrut ist für Menschen ungefährlich. Laut Experten sind sogar 70 Prozent der Supermarkt-Honige nicht deutscher Herkunft mit dem Erreger kontaminiert. Quelle: dpa
Münstedt

„Für Honigfreunde bedeutet das erstmal gar nichts“, sagt Fachmann Dr. Hannes Beims aus Münstedt, der beim Bieneninstitut in Celle arbeitet. „Das Bakterium ist für Menschen ungefährlich.“ Es töte die Larven der Bienen, verwandele diese in eine schleimige Masse. Der Verzehr von Honig sei kein Problem. Doch Honigfreunde könnten die Krankheit weiter verbreiten, warnt Beims.

„Honigfreunde könnten die Krankheit weiter verbreiten“

Denn ihm zufolge sind etwa 70 Prozent der Honige aus dem Supermarkt, die nicht aus Deutschland kämen, mit dem Bakterium kontaminiert. Wie gesagt, für die Konsumenten kein Problem. Doch Bienen könnten sich an diesem Honig infizieren. Etwa wenn gut meinende Menschen angesichts des Insektensterbens Honig in den Garten stellten, um damit Bienen zu helfen. Das könne leider genau nach hinten losgehen.

Im Kampf gegen die Ausbreitung der laut Tierseuchengesetz anzeigepflichtigen Krankheit gibt es für Beims und seine Mitstreiter noch ein weiteres Problem. Er spricht von einem „Bienen-Hype“. Viele Menschen hielten sich Bienenvölker, ohne diese bei den Behörden anzumelden. Mit aus Youtube-Filmen und anderen Online-Foren angehäuftes Wissen allein sei es nicht getan. Die Veterinärämter müssten von den Völkern wissen.

Das Sperrgebiet reicht von westlichen Landkreis Gifhorn weit in den Landkreis Peine hinein. Quelle: Region Hannover

Laut Beims gibt es eine hohe Dunkelziffer unbekannter Bienenvölker. So sei es schwierig, Ausbruchsherde unter anderem der Faulbrut auszumachen – zumal es von der Infektion bis zur Krankheit Jahre dauern könne, in denen sich die Bakterien munter weiter verbreiteten.

Das sagt auch Torben Meyer, Seuchenberater im südlichen Landkreis Gifhorn. „Wir sind dabei, im Sperrbezirk Imkereien aufzuspüren.“ Einige unangemeldete habe man inzwischen „hochgenommen, die ordentlich Ärger bekommen haben“. Folgen seien eine Ordnungswidrigkeitenanzeige.

Im Raum Meinersen habe es im vorigen Jahr immer wieder Reinfektionen gegeben, sagt Meyer. „Wir haben den Herd immer noch nicht 100-prozentig gefunden.“ Meyer kennt da keinen Spaß und will die schwarzen Schafe dran kriegen. „Ich lass mich nicht an der Nase rumführen.“

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