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Stadt Peine Feldwoche: Wenn Peiner mit Königen und Astronauten sprechen
Stadt Peine Feldwoche: Wenn Peiner mit Königen und Astronauten sprechen
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19:00 23.07.2019
Die Amateurfunker aus Peine kontaktieren Funker aller Welt während ihrer Feldwoche. Quelle: Mara-Ann Meeuw
Stederdorf

Auf dem Luhberg bei Stederdorf geht es in diesen Tagen noch höher hinaus als sonst. Riesige Antennen ragen über die Baumwipfel und drehen sich in alle Himmelsrichtungen. Aufgestellt wurden sie vom Ortsverband Peine der Amateurfunker. Seit 72 Jahren besteht der Club – und seit ein paar Tagen findet die 31. Feldwoche statt, in der Mitglieder und Interessierte auf dem Luhberg zelten und von früh bis spät ihrem außergewöhnlichen Hobby nachgehen.

Facettenreiches Hobby

„Und es ist ein sehr facettenreiches Hobby“, sagt Carsten Reh, Vorsitzender des Ortsverbandes. Einige Amateurfunker fokussieren sich auf alte Bundeswehrfunkgeräte, während andere sich darauf spezialisiert haben eigene Geräte aus Einzelteilen zusammenzubauen, um möglichst effizient funken zu können. Doch auch Morsecodes, Amateurfernsehen, Walkie-Talkies und Computerprogramme sind ein Teil der Funkerfangemeinschaft.

„Prinzip unserer Feldwoche ist allerdings, ohne Strom und Internet zu funken. Wie mit unserem neuen Programm, was von einem Nobelpreisträger ursprünglich für die NASA Mars-Mission entwickelt wurde. Heute haben wir schon mit Russen, Schweden, Dänen, Engländern und Franzosen gesprochen.“ Die NASA sendet auch per D-ATV, dem Amateurfernsehen, Bilder der Erde von der ISS.

Seltene Funksprüche aus Asien

„Was uns alle verbindet, ist in der Regel ein technischer Beruf. Aber auch reines Interesse für die Technik spielt eine Rolle. So hatten wir bereits einen ehemaligen Pastor als Mitglied oder auch einen Zahnarzt“, freut sich Pressewart Uwe Könneker.

Während der 31. Feldwoche haben die Amateurfunker aus Peine wieder viele Experimente und Aktivitäten geplant.

Während der diesjährigen Feldwoche erwartet alle Teilnehmer wieder ein abwechslungsreiches Programm. „Wir machen gerne Experimente und auch Wettbewerbe, in denen wir in 24 oder 48 Stunden die meisten Verbindungen mit Funkern aus aller Welt herstellen. Morgens haben wir viele Australier, das sind die Funksprüche, die am weitesten entfernt sind. Abends haben wir viele Amerikaner.“ Seltenstes Land eines empfangenen Funkspruchs war für de Peiner Nordkorea.

„In Asien, vor allem Nordkorea und China, gibt es wenige Amateurfunker. Wenn dann mal einer aktiv ist will natürlich die ganze Welt mit ihm sprechen. Da wartet man dann ein paar Stunden, bis man dran ist“, erzählt Könneker. Noch seltener ist es nur, seinen eigenen Funkspruch zu hören. „Dafür muss von Jahreszeit bis Funkwetter und Sonnenaktivität alles stimmen“, so Könneker weiter.

Auch berühmte Menschen sind Amateurfunker

Für die weltweite Gemeinschaft der Amateurfunker gibt es neben herausragenden technischen Möglichkeiten auch den Ehrgeiz, am anderen Ende mit einer besonderen Person zu sprechen. So wechselte Könneker bereits mit Friedrich Merz von der CDU, König Juan Carlos von Spanien oder dem mittlerweile verstorbenen König Hussein von Jordanien ein paar Worte.

Etwas ganz Besonderes konnten Amateurfunker letztes Jahr erleben. Zum einen fand in Wittenberg die Weltmeisterschaft der Amateurfunker statt, bei der Deutschland von 65 Teams Platz 3 belegte. Zum anderen konnte man sich mit den Astronauten der ISS unterhalten. Alle Astronauten an Bord der ISS sind ausgebildete Amateurfunker und so bot der deutsche Astronaut Alexander Gerst mehreren Schulen die Möglichkeit, mit Hilfe lokaler Amateurfunkclubs Kontakt mit den Astronauten der Raumstation aufzunehmen.

Kontakt mit Astronauten

„Eigentlich brauchte man nur ein Handfunkgerät und etwas Glück“, betont Reh, „denn nach oben zur ISS ist nichts im Weg. Wenn man die Frequenz hat und eine gute Zeit erwischt, dann kann man die Astronauten hören. Das ist schon echt interessant. Bei den Gesprächen der Schüler mit Gerst konnte man der Unterhaltung zuhören.“

Empfangen darf übrigens jeder. Zum Senden muss man eine staatliche Prüfung bei der Bundesnetzagentur ablegen. Für das jüngste aktive Mitglied, den 6-jährigen Paul Reh, heißt das, er kann sich bis zu seinem 10. Geburtstag noch fleißig vorbereiten. Dann wird ihm, wie jedem der die Prüfung besteht, ein individuelles Rufzeichen zugewiesen.

Ferienprogramm für Kinder

Alle Interessierten können sich bis zum 27. Juli zum Luhberg begeben, um das Funken live mitzuerleben. Am Mittwoch, dem 24. Juli findet ab 19.30 Uhr das Treffen der Jugend- und Aktivitätsgruppe statt. Am Freitag, 24. Juli, findet eine Fuchsjagd in Ilsede statt, zu dem Kinder des Ferienprogramms Ilsede eingeladen sind, um versteckte Peilsender zu finden und eine Urkunde zu gewinnen. Wer zum Zeltplatz möchte folgt einfach dem Rufzeichen der Peiner – DL0PE.

Von Mara-Ann Meeuw

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