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Stadt Peine Welternährungstag: Hans-Hermann Baas appelliert an Verbraucher
Stadt Peine Welternährungstag: Hans-Hermann Baas appelliert an Verbraucher
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18:22 14.10.2019
Der Lebensmittelhandel muss jährlich Waren im Wert von mehreren Millionen Euro vernichten (Symbolbild). Quelle: Markus Holz/Archiv
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Berlin/Peine

Der Welternährungstag am 16. Oktober soll mahnen, dass Millionen Menschen auf der Welt Hunger leiden. 821 Millionen Menschen seien unterernährt, berichtet das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Hans-Hermann Baas, langjähriger Bürgermeister der Gemeinde Lengede und Vizepräsident der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft (AÖW) richtet in diesem Zusammenhang einen Appell an die Verbraucher in Deutschland, ihre Verantwortung anzunehmen, damit die Ernährung weltweit gesichert werden kann.

„Wir als Verbraucher müssen uns viel stärker bewusst machen, dass wir einen immensen Einfluss auf die Produktion von Lebensmitteln in anderen Ländern und damit auch auf die dortige Versorgungslage haben“, sagt Baas. „Jeder Verbraucher hierzulande kann und sollte seinen Beitrag leisten, um eine ressourcenschonende und auf regionale Produktion ausgerichtet Versorgung, die alle satt macht, weltweit zu befördern.“

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Lebensmittelverschwendung stoppen

Die Bundesregierung setzt Kampagnen zur Aufklärung ein, zum Mindesthaltbarkeitsdatum wie auch gegen die Lebensmittelwegwerfmentalität. „In Lebensmitteln sind jede Menge Ressourcen verwendet worden – allen voran steckt viel virtuelles Wasser darin“, erinnert Baas, der auch Verbandsvorsteher des Wasserverbands in Peine ist. „Wir weisen bei unseren Wasserwerks­führungen immer auf die Bedeutung von virtuellem Wasser hin. Schließlich beeinflussen wir als Verbraucher in Deutschland so die Wasserhaushalte in anderen Ländern ganz erheblich.“

Es brauche mehr Bewusstsein und Solidarität. „Wir können auch die gewachsene Weltbevölkerung ernähren, das hat die Wissenschaft gezeigt. Aber eben nicht mit Überfluss für einige, sondern mit regionalen Kreisläufen, die die Ressourcen nicht überstrapazieren und die Bevölkerung und ihre Bedürfnisse vor Ort in den Blick nehmen.“ Gleichzeitig müsse die Agar- und Handelspolitik angepasst werden, um die lokalen Produzenten und Märkte zu stärken, führt Baas weiter aus.

Wasser ist ein Menschenrecht

2010 haben die Vereinten Nationen den Zugang zu sauberem Wasser als Menschenrecht verankert. „Wir müssen dieses Recht weltweit durchsetzen. Deshalb engagieren wir uns mit der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft für dieses Menschenrecht“, betont Baas. In Deutschland stehe die AÖW deshalb auch konsequent für die regionale Wasserversorgung in kommunaler Hand.

Trinkwasser ist aktiver Klimaschutz

Das Trinkwasser aus der Leitung leistet einen ökologischen Beitrag: Es vermeidet Plastikflaschen und Transporte auf der Straße – und damit CO2. „Wir engagieren uns beim Projekt Wasserwende, um die Verbraucher in zunächst zwölf Regionen für dieses Thema zu sensibilisieren. Und das nicht nur am Welternährungstag, sondern dauerhaft“, betont Baas.

Von Redaktion