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Stadt Peine Wie in Peine eine Wohnungssuche zur unendlichen Geschichte wird
Stadt Peine Wie in Peine eine Wohnungssuche zur unendlichen Geschichte wird
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19:38 16.08.2019
Der Peiner Marco Wilke suchte lange Zeit nach einer bezahlbaren Wohnung für sich uns seinen Sohn in der Fuhsestadt. Quelle: Kathrin Bolte
Peine

Gefühlt wird in Peine an jeder Ecke Wohnraum geschaffen. Am Echternplatz entstehen Wohnungen, am Friedrich-Ebert-Platz werden Bauprojekte auf den Weg gebracht – und auch am ehemaligen Peiner Hallenbad sind die Bagger angerückt. Doch wie sieht der Peiner Wohnungsmarkt wirklich aus? Die PAZ hat sich des Themas angenommen und ist dabei auf Marco Wilke gestoßen, der als alleinerziehender Vater die „unendliche Geschichte der Wohnungssuche in Peine“ zu erzählen hat.

Aufruf bei Facebook: „Wir suchen ein neues Zuhause“

Als bei dem Peiner die Wohnungskündigung wegen Eigenbedarf im Briefkasten lag, war der Schock zunächst groß. Er und sein inzwischen neun Jahre alter Sohn sollten ihre nahezu perfekte Neubauwohnung mit Terrasse aufgeben und hatten ein halbes Jahr lang Zeit, sich eine neue Bleibe zu suchen. „Ausprobiert habe ich vieles“, so Wilke. Versucht habe er es über klassische Wege, wie Annoncen in der Zeitung und Immobilienangebote im Internet. Schlussendlich rief er bei Facebook auf „Wir suchen ein neues Zuhause – vielleicht können Sie uns helfen!“.

10 bis 15 Wohnungsbesichtigungen – mehr gab es in dem Segment nicht

Die Ansprüche waren nicht hoch: drei Zimmer, circa 70 Quadratmeter, in Peine oder Essinghausen, Terrasse oder Gartennutzung wäre wünschenswert. Angeschaut haben sich Wilke und sein Sohn 10 bis 15 Wohnungen. „Mehr gab es in diesem Segment ja nicht“, so der Angestellte einer Krankenkasse.

Das Budget der Kleinfamilie war bei 750 Euro warm angesiedelt. „Was wir an Wohnungen zu diesen Konditionen gesehen haben, ist unglaublich“, erinnert sich Wilke. Schimmel in den Ecken sei fast schon Normalität, Heizungsrohre kreuz und quer auf Putz verlegt ebenfalls. „Ein Wohlfühlfaktor von Null. Bei einer Wohnung hat mein Sohn gleich gesagt: Nein, hier in keinem Fall“, erinnert Wilke sich an die, wie er sagt, mühsame Suche.

Misstrauen gegenüber alleinerziehendem Vater

Zwei der besichtigten Wohnungen seien in Frage gekommen, doch dann machten die Vermieter einen Rückzieher. „Das Misstrauen einem alleinerziehenden Vater gegenüber war da wohl größer“, meint Wilke und fragt sich, was manche Vermieter glauben, für ihre „Bruchbuden“ bekommen zu können? Seiner Meinung nach ist in Sachen Wohnungsbau in Peine noch viel zu tun. Er wünscht sich auch von Vermietern, sie würden keine Mondpreise veranschlagen, „schon gar nicht, wenn die Wohnungen nicht gut in Schuss sind.“

Zum Schluss halfen gute Freunde

Zum Glück ging die Geschichte gut aus – und die beiden haben eine bezahlbare Wohnung gefunden. Groß genug, mit kleinem Balkon und der Möglichkeit, den Garten mit zu benutzen. Auf die Frage, wie er das Dach über dem Kopf denn gefunden habe, merkt Wilke an: „Durch gute Freunde“.

Der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein zum Thema Mieten in Peine

Das eine Wohnungssuche so schwer ist, kann Hans-Hinrich Munzel, Vorsitzender des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins Peine (HWG), nur bedingt verstehen. „Wir haben in Peine einen sehr ausgeglichenen Wohnungsmarkt von 5 bis 7 Euro pro Quadratmeter – und recht viele Leerstände“, so der Experte. Zusammen mit dem Mieterverein Peine stellt die HWG seit 1980 einen Mietspiegel für Peine auf. Er ist bei beiden Einrichtungen gegen eine Schutzgebühr von fünf Euro erhältlich. „An dem Mietspiegel orientieren sich Vermieter – und auch Mieter können damit einen Überblick erhalten.“

Auf die Frage, warum der Eindruck entsteht, Wohnungen werden immer teurer, erklärt Munzel die Kosten für den Wohnungsbau: „Wenn Sie in der Peiner Innenstadt zum Beispiel einen Altbau sanieren, dann kommen Kosten von 1000 Euro pro Quadratmeter auf Sie zu. Der Eigentümer holt sich natürlich diese Kosten über die Miete wieder herein.“ Bei einem Neubau seien es rund 3000 Euro pro Quadratmeter. „Leider gibt es keine sozialen Bau- und Handwerkerpreise“, merkt er an und vermutet, dass die Ansprüche einiger Mieter nicht mit den realen Gegebenheiten übereinstimmen.

Munzel leugnet aber auch nicht, dass es auch andersherum Vorstellungen geben mag, die eine Mietsumme als sehr hoch erscheinen lassen. Einen Rat hat Munzel abschließend noch im Gepäck: „Wer sehr auf sein Geld achten muss, der sollte sich vertrauensvoll an die Peiner Heimstätte oder an die Wohnbau Salzgitter wenden.“ Bei den städtischen Wohnbaugesellschaften stünden die Chancen auf preislich im unteren Segment angesiedelten Wohnraum sehr gut.

Von Kathrin Bolte

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