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Stadt Peine Afrikanische Schweinepest: Peine übte den Ernstfall
Stadt Peine Afrikanische Schweinepest: Peine übte den Ernstfall
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19:13 29.08.2018
Die Lagebesprechung fand mit lokalen Fachberatern sowie Vertretern von Ämtern, Jägerschaft, Polizei und Landwirtschaft statt. Quelle: Landkreis Peine
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Peine

Ein totes Wildschwein nordöstlich von Sierße – das zuständige Untersuchungsinstitut bestätigt den Verdacht, dass das Tier an der Afrikanischen Schweinepest verendet ist. Dieses vorgegebene Szenario stand am Dienstag im Zentrum einer Tierseuchenübung im Veterinäramt des Landkreises Peine.

Lagebesprechung mit Fachberatern

Hauptaufgabe war es, eine Lagebesprechung mit lokalen Fachberatern abzuhalten, an der unter anderem Vertreter von Jägerschaft, Gemeinden, Polizei, Landwirtschaft und Kreisverwaltung sowie Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit teilnahmen. Danach sollten zügig erste Maßnahmen auf den Weg gebracht werden.

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25 Kilometer Elektrozaun

Es wurde entschieden, eine Kernzone zur Eindämmung des Virus einzurichten, die im Ernstfall mit rund 25 Kilometern Elektrozäunen hätte gesichert werden müssen. Aber auch die Fallwildsuche, das Durchsetzen eines Begehungs-, Jagd- und Ernteverbotes sowie eine erforderliche Sperrung der Straße zwischen Fürstenau und Wahle wurden besprochen.

Dr. Heinke Muuß, Leiterin des Fachdienstes für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung beim Landkreis Peine (links), leitete die Lagebesprechung bei der Tierseuchenübung zur Afrikanischen Schweinepest. Dr. Jana Schäfer und Hauke Mattern führten Protokoll. Quelle: Landkreis Peine

Mettbrötchen als Gefahrenquelle

„Experten sprechen nicht davon, ob, sondern wann die Afrikanische Schweinepest nach Deutschland eingeschleppt wird. Deshalb ist eine solche Übung wichtig, um eventuelle Probleme bereits vorab erkennen zu können“, erklärt Veterinäramts-Leiterin Dr. Heinke Muuß. Schon ein einziges unachtsam weggeworfenes Brötchen mit infiziertem Mett könne die Seuche zum Ausbruch bringen.

Nach Georgien eingeschleppt

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine gefährliche Viruskrankheit der Schweine. Ursprünglich vor allem in Afrika verbreitet, wurde sie nach Georgien eingeschleppt und hat sich von dort im osteuropäischen Raum stark ausgebreitet. Seit 2014 sind auch EU-Länder vom Seuchengeschehen betroffen. Für Menschen ist die ASP ungefährlich.

Muuß sieht Übung als Erfolg

Maßnahmen wie Begehungsverbote und Straßensperrungen sowie die Abgrenzung einer Kernzone mit Elektrozäunen würden bei einem ASP-Ausbruch im Kreis Peine für einen langen Zeitraum erfolgen. „Wir sprechen hier nicht von einigen Wochen oder Monaten“, betont Muuß und sieht die Übung als Erfolg: „Wir haben viele wichtige Informationen gewonnen und Lösungsansätze erarbeitet.“

Von Alex Leppert