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Stadt Peine Ärger um neue Schülertransport-Regelung: Handorfer Mutter sieht sich benachteiligt
Stadt Peine Ärger um neue Schülertransport-Regelung: Handorfer Mutter sieht sich benachteiligt
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23:24 20.08.2019
Die Bushaltestelle Bültener Straße in Handorf: Heidi Fünfstück ärgert sich, dass Dritt- und Viertklässer nach Rosenthal öffentliche Busse nutzen sollen. Quelle: Antje Ehlers
Handorf

Hohe Wellen schlug die PAZ-Berichterstattung in der vergangenen Woche, als der Unmut der Eltern über den Schülerverkehr in Groß Bülten geschildert wurde. Nun hat Heidi Fünfstück aus Handorf reagiert und die Situation der Handorfer Schüler geschildert. Ihre Tochter Stella (9) besucht die vierte Klasse der Grundschule Rosenthal/Schwicheldt. Hier wurde der Fahrdienst für die Schüler der dritten und vierten Klassen gestrichen.

Fahrdienst für Erst- und Zweitklässler

Insgesamt elf Kinder aus Handorf gehen in Rosenthal zur Schule – eigentlich gehört der Ort aber zum Einzugsgebiet der Wallschule in Peine. Das Problem: Seit drei Jahren fahren die Kinder aus Handorf mit einem Fahrdienst nach Rosenthal, und mit Beginn dieses Schuljahres werden nur noch die Erst- und Zweitklässler vom Fahrdienst gefahren, Schüler der 3. und 4. Klasse müssen nun den öffentlichen Nahverkehr nutzen.

Zurzeit nutzen die Kinder die Behelfshaltestelle am Freibad zum Umsteigen in Peine. Quelle: Antje Ehlers

Zeit für Schulweg hat sich verdoppelt

Für ihre Tochter bedeutet dies: „Stella muss um 7.20 Uhr mit dem Bus erst nach Peine zur Haltestelle am Freibad fahren, die Zeit von 20 Minuten überbrücken und zur Bushaltestelle auf der entgegengesetzten Straßenseite laufen. Das heißt, dass die Kinder erst in Richtung Kreuzung Fuhsering/Neustadtmühlendamm laufen müssen und dann wieder zurück zur Bushaltestelle am Madamenweg.“ So werde aus einem Schulweg von 15 Minuten ein Weg von 40 Minuten. Auch sehe die Schulordnung vor, dass die Kinder zehn Minuten vor Unterrichtsbeginn in der Schule anwesend sein sollten. Dies sei bei der Zuverlässigkeit des öffentlichen Personennahverkehrs zu bezweifeln sei, so Fünfstück. Nach Schulende um 13 Uhr fahre jedoch ein Fahrdienst, da keine zumutbare Busverbindung vorliege.

„Satzung ist widersinnig“

„Eltern wie Schüler finden den Weg erst in die entgegengesetzte Richtung und besonders die damit verbundene Wartezeit bei jeder Wetterlage – auch mit Bushäuschen – unnötig, zumal die jüngeren Jahrgänge den Fahrdienst in Anspruch nehmen dürfen“, berichtet die Mutter. Ihrer Meinung nach sei es dementsprechend widersinnig, dass die Satzung des Landkreises zur Schülerbeförderung den Schulweg als „kürzesten, benutzbaren Fußweg“ definiere, dies aber nicht für Busfahrten gelte.

Das sagt der Landkreis

Der Landkreis bestätigt, dass die Handorfer Schüler bisher mit einem Taxi in die Grundschule Rosenthal/Schwicheldt gefahren wurden. „Da die Angaben auf den Anträgen der Eltern/Erziehungsberechtigten unterschiedlich waren, fand eine Abfrage statt. Diese hat ergeben, dass der Unterricht erst um 8.10 Uhr beginnt und nicht wie ursprünglich vermerkt um 8 Uhr. Bei einem Unterrichtsbeginn um 8.10 Uhr gibt es eine nach der Satzung zur Schülerbeförderung zumutbare Busverbindung, da der Bus planmäßig um 7.59 Uhr an der Grundschule Rosenthal/Schwicheldt ankommt. Mit einem Unterrichtsbeginn um 8 Uhr wäre diese Zeit zu knapp gewesen, weshalb ein individueller Schülerverkehr organisiert wurde. Für die Schüler der 1. und 2. Klassen ist das nach wie vor der Fall, da diese noch nicht beziehungsweise noch nicht gut genug lesen können, um ihnen einen Umstieg zuzumuten. Ab der 3. Klasse ist der Leselehrgang soweit abgeschlossen, dass ein Umstieg möglich ist. Für den Rückweg gibt es zum Schulschluss um 13 Uhr keine Busverbindung. Daher erfolgt der individuelle Schülerverkehr“, erklärt Landkreissprecher Fabian Laaß auf Nachfrage. Er weist darauf hin, dass die Handorfer Kinder mit Rosenthal eine Schule besuchen, die nicht nach dem Schulbezirk zugeordnet ist. Daher sei eine Fahrzeit von bis zu 60 Minuten zumutbar.

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Von Antje Ehlers

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