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Stadt Peine AKH Celle unterstreicht: „Das Peiner Klinikum ist spät dran“
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AKH Celle unterstreicht: „Das Peiner Klinikum ist spät dran“

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15:01 18.10.2021
Der Haupteingang des Klinikums Peine an der Virchowstraße.
Der Haupteingang des Klinikums Peine an der Virchowstraße. Quelle: Ralf Büchler
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Peine

Wie geht es mit dem Peiner Klinikum weiter? Die Entflechtung von der Celler AKH-Gruppe stand eigentlich schon fest, doch nun will das Krankenhaus an der Virchowstraße offenbar weiter mit seiner ehemaligen Muttergesellschaft zusammenarbeiten. So sollen wesentliche Dienstleistungen wie Sterilisation, Apotheke, Personalwesen, Einkauf, IT und Radiologie möglicherweise auch über das bisherige Vertragsende 31. Dezember hinaus von der AKH-Gruppe bezogen werden.

Dr. Dirk Tenzer. Quelle: Jan Tiemann

Am Dienstag, 19. Oktober, gibt es dazu einen Gesprächstermin mit dem Vorstand in Celle, sagt Peines Klinikum-Geschäftsführer Dr. Dirk Tenzer. Krankenhaus-Aufsichtsrat, und der designierte Peiner Landrat Henning Heiß (SPD) ergänzt, dass es für eine weitere Zusammenarbeit zwischen den Häusern bereits wohlwollende Signale aus Celle gebe.

„Wir sind zu Gesprächen bereit“

Dazu erklärt AKH-Sprecher Tobias Mull: „Ganz grundsätzlich ist eine weitere Zusammenarbeit mit dem Klinikum Peine selbstverständlich denkbar – und wir freuen uns in diesem Zusammenhang auch über die Aussage von Herrn Dr. Tenzer, dass das Thema einer weiteren Zusammenarbeit nun ganz oben auf der Agenda stehen soll. Etwas überrascht sind wir über eine weitere Aussage des Geschäftsführers, nämlich dass es Stand heute in Peine keine konkrete Lösung gebe, wer die essenziellen Dienstleistungen für das Peiner Krankenhaus ab 1. Januar erbringen soll.“

Da es über eine eventuelle Verlängerung der Verträge zwischen Peine und Celle in den vergangenen Monaten keinerlei dezidierte Gespräche oder gar Verhandlungen gegeben habe, hätte sich das AKH auf ein Auslaufen eben dieser Verträge eingestellt und dementsprechende Anpassungen bereits vorgenommen – und das auf den unterschiedlichen Ebenen wir etwa Personal oder auch im Hinblick auf Projektplanungen für das kommende Jahr. „Natürlich sind wir zu Gesprächen bereit und unterstützen gerne das Peiner Klinikum – aber wie es der designierte Landrat Henning Heiß im PAZ-Artikel selbst formulierte: Das Peiner Klinikum ist spät dran“, unterstreicht Mull.

Um so mehr freue man sich in Celle auf ein erstes Sondierungsgespräch am Dienstag, „im dem sicherlich schon einige zentrale Eckpunkte abgesteckt werden, mit denen wir dann weiterarbeiten können“. Man müsse nur nochmals laut dem AKH-Sprecher betonen: „Da es in den vergangenen Monaten keine Verhandlungen über eine Verlängerung der Verträge gegeben hat, haben wir uns auf ein Auslaufen vorbereitet. Es muss sich nun zeigen, wie da so kurzfristig noch gegengesteuert werden kann.“

Tobias Mull.. Quelle: Christian Bierwagen

Die Erfahrung habe gezeigt, dass es in diesen Fällen erfolgversprechend sei, wenn man eine gewisse Perspektive aufzeigen könne – „vor allem auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel in vielen Bereichen oder auch die großen Aufgaben und Möglichkeiten, die sich aus dem Krankenhauszukunftsgesetz ergeben“. Der Landkreis Peine will das Gespräch mit AKH abwarten und vorher keine weitere Stellungnahme abgeben.

Von Michael Lieb