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Stadt Peine Fahrdienst vergisst neunjährigen Autisten in Hildesheim
Stadt Peine Fahrdienst vergisst neunjährigen Autisten in Hildesheim
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00:24 17.06.2019
Simon und Silke Leyhausen aus Vöhrum sind entsetzt darüber, dass der Fahrdienst so unzuverlässig war. Quelle: Privat
Peine/Hildesheim

Familie Leyhausen ist fassungslos: Sohn Simon wird täglich von der Firma Yellow Car in Vöhrum abgeholt und ins Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte Hildesheim (LBZH) hin und auch wieder zurück gebracht. Eigentlich. Denn neulich stand der Neunjährige zwei Stunden in Hildesheim herum – der Fahrdienst hatte ihn vergessen. „Wie kann das sein? Sind unsere Kinder nur ein Mittel zum Geldverdienen?“, fragt sich Simons Mutter Silke Leyhausen.

Vorfall nicht der erste seiner Art

Der Vorfall sei nicht der erste seiner Art gewesen, sagt sie. Dieses Mal erwischte es Simon aber besonders schlimm. „Er sollte wie gewohnt um 14 Uhr zu Hause sein“, schildert die Mutter. Als der Junge dann um 15 Uhr immer noch nicht da war, riefen seine Eltern bei Yellow Car an, um „uns wieder einmal nach dem Verbleib unseres Sohnes zu erkundigen“. Der Chef habe gesagt, er habe keine Ahnung, wo seine Mitarbeiter gerade seien und was dazu geführt habe, dass die Schüler nicht pünktlich zu Hause angekommen seien. Silke Leyhausen solle bei der Schule nachfragen.

Das tat sie und erfuhr, dass die Schüler bereits das Gelände verlassen hätten. Inzwischen hatte sich eine weitere Mutter gemeldet, da auch ihr Kind nicht zu Hause angekommen war. Die Schule versicherte, sie werde sich darum kümmern. „Unsere Panik wurde mit jeder Minute größer, weil offensichtlich niemand wusste, wo die Kinder sind“, sagt Leyhausen.

Zwei Stunden in Hildesheim gewartet

Ein weiterer Anruf bei Yellow Car brachte dann die erschütternde Auskunft: Die Kinder waren in Hildesheim vergessen worden. Die lapidare Erklärung des Unternehmens lautete, dass zwei Touren vertauscht worden seien. Der Fahrer sei inzwischen aber wieder auf dem Weg nach Hildesheim, um die kleinen Passagiere abzuholen. Mittlerweile war es 15.20 Uhr, und die Kinder warteten seit zwei Stunden auf ihre Heimfahrt – immerhin hatte die Schule inzwischen eine Aufsichtsperson abgestellt. Um 16.10 Uhr traf Simon dann endlich zu Hause ein mehr als drei Stunden nach Schulschluss.

Sehr traumatisches Erlebnis

Aufgrund seiner autistischen Züge habe  ihr Sohn oft Probleme, in der Schule etwas zu essen, sagt Leyhausen. „So auch an diesem Tag, somit hatte er seit der Frühstückspause weder gegessen noch getrunken.“ Da obendrein noch die Akkus seiner Hörprothese leer gelaufen waren, sei das Vergessenwerden zu einem traumatischen Erlebnis für ihn geworden.
Torsten Wirth, Inhaber von Yellow Car, wollte sich auf PAZ-Nachfrage nicht zu dem Vorfall äußern. „Es ist noch in der Klärung, und da sind auch ein paar rechtliche Dinge zu besprechen, sodass ich dazu nichts weiter sagen möchte.“

Das sagt der Landkreis zum Vorfall

Wegen des Vorfalls mit ihrem Sohn Simon hat sich Familie Leyhausen auch an den Landkreis gewendet – er ist für den Schülertransport zuständig. Kreissprecher Fabian Laaß erklärte auf Nachfrage, dass der Vorfall dort bereits thematisiert werde. „Der  Fachdienst für Schule, Sport und Kultur hat noch am gleichen Tag Kontakt zur Familie aufgenommen – auch mit dem Fahrdienstleiter von Yellow Car wurde gesprochen.“ Sehr zeitnah werde es persönliche Gespräche mit dem Fahrdienstleiter des Unternehmens sowie der betroffenen Familie geben.
Die Schülerbeförderung wurde laut Laaß zum 1. Februar turnusgemäß neu ausgeschrieben. Das Unternehmen Yellow Car habe für die Beförderung zu den Schulen in Hildesheim den Zuschlag erhalten, nachdem ein externer Berater das Angebot für gut befunden hatte. Besondere Anforderungen an die Fahrerinnen und Fahrer in Bezug auf bestehende Handicaps der jungen Passagiere seien nicht Teil der Ausschreibung gewesen. „Dies würde im Umkehrschluss ja bedeuten, dass die Fahrer genauere Kenntnis vom Gesundheitszustand der Schüler erhalten müssten“, erklärt der Sprecher. Im Interesse der Schüler und aus Gründen der Inklusion sei auf Unterscheidungen bewusst verzichtet worden.
Trotz möglicher Fehlleistungen des Fahrdienstes sei es nicht möglich, den Vertrag zu beenden. „Wir hoffen, dass wir die Angelegenheit in den persönlichen Gesprächen schnell klären könne“, sagt Laaß. Leider könne es mal vorkommen, dass ein Fahrzeug verspätet eintrifft. In solchen Fällen stelle die Schule eine Aufsichtsperson, wie auch beim aktuellen Fall.

Von Kathrin Bolte

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