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Stadt Peine 80-jährige Müll-Sammlerin unterstützt die Umwelt-Jugend
Stadt Peine 80-jährige Müll-Sammlerin unterstützt die Umwelt-Jugend
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18:33 13.06.2019
Will Jugendlichen Mut machen: Uta Hartwig aus Vorsfelde sammelt Müll und wird dafür von einigen ausgelacht – aber jeder Beitrag für die Umwelt lohnt sich, meint die 80-Jährige. Quelle: Andrea Müller-Kudelka
Peine/Gifhorn/Wolfsburg

Einen Beitrag zum Schutz der Umwelt leisten – das ist Uta Hartwig aus Vorsfelde schon immer eine Herzensangelegenheit und sie hat die Hoffnung, dass sie jetzt viele junge Mitstreiter bekommt. Seit ihrer Jugend räumt die 80-Jährige hinter ihren Mitmenschen her, jeden Tag sammelt sie Müll. „Ich wurde schon oft deshalb ausgelacht und auch kritisiert“, erzählt sie. Doch das hat ihr die Überzeugung, etwas Richtiges zu tun, nicht genommen.

Frühjahrsputz ist jeden Tag

Es gibt immer mal wieder organisierte Frühjahrsputz-Aktionen. Uta Hartwig braucht keinen konkreten Anlass, um tätig zu werden. Ob sie morgens zum Einkaufen geht, mit dem Rad unterwegs ist oder auf dem Weg zu einer der Vorsfelder Kirchen – immer hält sie die Augen offen und sammelt ein, was nicht auf Straßen und Wege gehört. Beim Treffen mit der WAZ hält sie eine Schüssel in der Hand, in der eine Pfandflasche, zwei Konservengläser, mehrere Hefte sowie ein Streifen zerfetzter Stoff liegen. „Das habe ich alles eben gefunden“, sagt sie, „sogar die Schüssel.“ Sie sei als Kind in Danndorf aufgewachsen. „Wir hatten damals gar nichts zum Wegwerfen, da lag kein Müll herum“, erzählt sie, „und Mehl oder Salz haben wir in eigenen Porzellanschälchen vom Kaufmann geholt.“

Pfand für Zigarrettenfilter

Sobald sie in die Stadt – nach Vorsfelde – umgezogen war, fing sie damit an, Unrat von den Straßen einzusammeln und in den nächsten Mülleimer zu werfen oder selbst weiter zu verwerten. „Jetzt im Alter ist das meine tägliche Gymnastik, es hält den Oberkörper beweglich.“ Uta Hartwig ist ein großer Fan von Pfandsystemen, wenn diese die Hersteller bei der Entsorgung direkt in die Pflicht nehmen. „Am schlimmsten finde ich Zigarettenkippen, weil die das Grundwasser vergiften“, sagt sie. Auch für die gebrauchten Filter könnte man ihrer Ansicht nach ruhig Pfand nehmen.

#esist uns ernst

Die Welt hat Uta Hartwig mit ihrem Engagement noch nicht gerettet. Ihre Hoffnung ist aber, dass gerade durch die Proteste bei „Fridays For Future“ ein Umdenken bei vielen einsetzt. „Wenn jeder nur etwas Kleines tut, bringt das ganz viel in Bewegung“, sagt sie und freut sich: „Die Jugend hat noch nicht resigniert – man muss sie unterstützen.“ Deshalb gefällt ihr auch die Aktion #EsIstUnsErnst und sie möchte Mut machen teilzunehmen. Nicht nur jeder Einzelne hat dabei die Chance, etwas zu gewinnen: Der Hauptpreis könnte eine Wende sein, die vielleicht dazu beiträgt, dass bald weniger Leute über Uta Hartwigs Müllsammeln lachen – und bestenfalls dafür sorgen, dass sie selbst damit beginnen.

Das gibt’s zu gewinnen

Unter www.esistunsernst.de können Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 22 Jahren ihr persönliches Umwelt-Engagement mit Text, Video oder Foto vorstellen. Dabei wird kein ausgefeiltes Referat erwartet: für Fotos oder Videos einfach das Handy zücken, ein paar erklärende Sätze und Kontaktdaten hochladen – fertig. Die Kontaktdaten sind wichtig, denn schließlich gibt es etwas zu gewinnen: Der erste Preis ist ein iPad Air 10.5 mit 256 GB Speicherplatz. Platz zwei und drei bekommen je ein HUAWEI MediaPad M5 10.8 mit 32 GB Speicher. Und einen Sonderpreis „Mobilität“ gibt es auch noch: eine Reise inklusive Übernachtung (mit Begleitperson) in die gläserne Manufaktur von Volkswagen in Dresden. Dort wirft der Gewinner oder die Gewinnerin einen Blick hinter die Kulissen der eMobil-Fertigung und bekommt eine exklusive Führung. Die An- und Abreise erfolgt übrigens mit dem E-Shuttle.

Eine Jury entscheidet nach den Sommerferien, wer die meisten Punkte für seine Idee und Umsetzung bekommt. Bei der Bewertung spielt auch die Nachhaltigkeit eine Rolle.

Von Andrea Müller-Kudelka

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