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Stadt Peine 40 000 Peiner pendeln täglich zur Arbeit
Stadt Peine 40 000 Peiner pendeln täglich zur Arbeit
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20:00 10.11.2019
Frust im Stau: Immer mehr Beschäftigte haben weite Wege zur Arbeit. Die Gewerkschaft IG Bau macht für den Trend auch den fehlenden Wohnraum in Groß- und Universitätsstädten verantwortlich. Quelle: IG Bau
Peine

Wenn Lebenszeit im Stau flöten geht: Die Zahl der Berufspendler im Landkreis Peine hat einen neuen Höchststand erreicht. Auf dem Weg zur Arbeit verließen im vergangenen Jahr rund 40 000 Menschen regelmäßig die Grenzen des Kreises – das sind 28 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Damals zählte der Kreis noch rund 31 000 sogenannte Auspendler, wie die Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) mitteilt. Sie beruft sich dabei auf eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Bau, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Alarmierender Trend

Gewerkschafter Dieter Großmann spricht von einem „alarmierenden Trend“. Eine Hauptursache für den Pendel-Boom sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in den Groß- und Universitätsstädten. „Eine wachsende Zahl von Menschen kann sich die hohen Mieten und Immobilienpreise in der Stadt nicht mehr leisten. Aber genau dort sind in den letzten Jahren besonders viele Jobs entstanden“, sagt der Bezirksvorsitzende der IG Bau Nord-Ost-Niedersachsen. Die Folge seien immer längere Staus und überfüllte Züge.

50 Kilometer bis zur Arbeit sind völlig normal geworden

Strecken von mehr als 50 Kilometern bis zum Arbeitsplatz seien für viele Pendler aus dem Kreis Peine mittlerweile gang und gebe, betont Großmann. „Dabei geht nicht nur wertvolle Zeit für Familie, Freunde und Hobbys verloren. Auch die Umwelt leidet unter der Fahrerei.“ Nach Angaben des Umweltbundesamtes geht knapp ein Fünftel aller CO2-Emissionen in Deutschland auf das Konto des Verkehrs.

Die IG Bau warnt vor einer Zunahme der Pendlerzahlen, sollte sich das Wohnen räumlich noch weiter vom Arbeiten entfernen. Nötig sei eine „drastische Wende“ in der Wohnungsbaupolitik. „Die öffentliche Hand muss viel mehr als bisher investieren, um bezahlbaren Wohnraum in den Metropolen und Ballungsräumen zu schaffen. Es fehlen vor allem Wohnungen im sozialen und im bezahlbaren Segment“, so Großmann.

Wege aus dem „Pendel-Frust“

Massive Investitionen seien aber auch im Bereich der Verkehrsinfrastruktur unverzichtbar, um die Pendler zu entlasten. „Vor allem beim Schienen-, Straßen- und Radwegenetz ist der Nachholbedarf groß“, macht Großmann deutlich. Einen entscheidenden Beitrag gegen den „Pendel-Frust“ könnten zudem die Firmen leisten – indem sie es ihren Beschäftigten leichter machen, in Gleitzeit oder im von zu Hause aus im „Home Office“ zu arbeiten.

Die Pendler-Problematik im Landkreis Peine ist Teil eines bundesweiten Trends: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit pendelten im letzten Jahr 39 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in eine andere Stadt oder einen anderen Kreis zur Arbeit.

Von Kathrin Bolte

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