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Stadt Peine 20 000 Euro Schmerzensgeld: Saftige Strafe für Peiner
Stadt Peine 20 000 Euro Schmerzensgeld: Saftige Strafe für Peiner
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14:52 13.08.2019
Das Amtsgericht in Peine. Quelle: Tilman Kortenhaus
Peine

Zwei Jahre Haft, ausgesetzt zur Bewährung, und 20 000 Euro Geldstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Nötigung, so lautete am Dienstag das Urteil gegen einen 22-jährigen Angeklagten vor dem Schöffengericht in Peine.

Was war passiert?

Was war passiert? 2016 zog der gebürtige Pole nach Deutschland und lebte kurze Zeit mit seinem späteren Opfer, einen 32-jährigen Landsmann, und seiner Freundin zusammen in einer Wohnung in Peine. Beide arbeiteten für ein Braunschweiger Baugeschäft.

Nachdem der Angeklagte zu einem neuen Arbeitgeber in Attendorn (NRW) gewechselt hatte, wollte er seine Wohnung in Peine kündigen. Im Oktober 2017 fuhr der Angeklagte zusammen mit seinem Bruder und einer weiteren Person nach Peine, um sich die Wohnungskündigung vom Mitmieter unterschreiben zu lassen.

Verbalem Streit folgte handfeste Auseinandersetzung

In der Wohnung angekommen, kam es zunächst zu einem verbalen Streit. Kurz darauf zu einer heftige körperlichen Auseinandersetzung zwischen den Angeklagten und seinem Mitbewohner. Der Angeklagte schlug mit einem Kuhfuß – eine Art Brechstange – auf seinen Ex-Mitbewohner ein und bedrohte diesen. Dabei erlitt dieser erhebliche Verletzungen, unter anderem einen Wadenbeinbruch, mehrere offene, blutende Schnittwunden, Abschürfungen und Prellungen am Unterarm und Oberkörper, die in der Notaufnahme im Klinikum versorgt wurden.

Der dreiwöchigen Genesung schloss sich eine rund einmonatige psychiatrische Behandlung an. Vor Gericht sagte das Opfer aus, unter Alpträumen und Angstzuständen gelitten zu haben, auch Narben seien noch heute sichtbar.

Chatverläufe enttarnten den Angeklagten

Anfangs versuchte der 22-Jährige, dem Gericht eine Notwehr-Situation glaubhaft zu machen. Jedoch wurden Chatverläufe zwischen dem Angeklagten und dessen Freundin sichergestellt, aus denen die Planung der Tat hervorging. Damit sei der Vorsatz der Tat aus nichtigem Anlass sehr deutlich, hieß es von Seiten des Gerichts.

Daraufhin legte der Mann ein umfassendes Geständnis zum Tatverlauf ab und ergänzte: „Ich hatte vorher eine Flasche Wein und viel Wodka getrunken“. Dem folgte auch eine Entschuldigung gegenüber dem Opfer, die dieser jedoch nicht annahm.

Verteidiger bittet um Ratenzahlung

Die Staatsanwältin forderte zwei Jahre Haft, ausgesetzt zur Bewährung, sowie eine Schadenswiedergutmachung in Höhe von 15 000 Euro zu Gunsten des Opfers. Positiv bewertete sie, dass der 22-Jährige geständig war und keine Eintragungen im Bundeszentralregister vorhanden sind. Der Anwalt des Opfers hielt eine Wiedergutmachung von 25 000 Euro für angemessen.

„Mein Mandant hat sich schuldig gemacht. Ich stelle keinen eigenen Antrag zum Strafmaß. Ich bitte jedoch um die Möglichkeit einer Ratenzahlung für seinen Mandanten“, äußerte der Verteidiger in seinem Plädoyer.

20 000 Euro Schmerzensgeld

Das Gericht folgte mit dem Urteil weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft und sprach den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Nötigung für schuldig. Die entstandenen Kosten sind vom Angeklagten zu tragen. Zudem ist ein Schmerzensgeld von 20 000 Euro, in monatlichen Raten zu 500 Euro, an das Opfer zu zahlen.

Von Eckhard Bruns

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