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Stadt Peine 150 Mütter und Hebammen gingen zur Erhaltung der Peiner Geburtsklinik auf die Straße
Stadt Peine 150 Mütter und Hebammen gingen zur Erhaltung der Peiner Geburtsklinik auf die Straße
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13:11 11.05.2019
150 Demonstranten setzten sich für den Erhalt der Geburts- und Frauenklinik in Peine ein. Quelle: Kathrin Bolte
Peine

150 Mütter, Hebammen und Anhänger gingen am Samstagmorgen lautstark auf die Straße, um für die Erhaltung der Geburts- und Frauenklinik in Peine zu demonstrieren. Unterstützung bekamen die Demonstranten auch von der Gewerkschaft Verdi sowie vom Niedersächsischen Hebammenverband. Vom Peiner Rathaus aus setzte sich der Tross durch die Innenstadt in Richtung historischen Marktplatz in Bewegung.

Demonstration für den Erhalt der Geburts- und Frauenklinik in Peine

Klare Forderungen an die AKH-Gruppe

„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Gyn hier klaut“ lautete der Schlachtruf, mit dem sich die 150 Demonstranten auf den Weg machten. Lautstark mit Rassel, Trommeln und Trillerpfeifen verliehen sie ihrer Forderung Nachdruck. „Wie fordern von der AKH Gruppe und dem Kreisrat den Wiederaufbau der Station für eine örtliche Daseinsvorsorge“, machte Mitorganisatorin Ann-Kristin Heiligmann-Föller deutlich. Viele Plakate zeigten, dass man nicht damit einverstanden sein, dass nun keine Kinder mehr Geburtsort Peine in ihrem Ausweis stehen haben werden.

Zuspruch durch Passanten

Zuspruch bekamen die Demonstranten durch Passanten in der Innenstadt. Symbolisch mit einem „Daumen rauf“ oder durch Knopfnicken. Thorsten Nielebrock schaute sich den Zug mit seiner Familie vom Straßenrand aus an. „Dass die Station überhaupt geschlossen wurde, das geht gar nicht. Peine ist ja nun nicht ganz so klein und die Alternativen liegen einfach nicht so günstig“, sagte er.

Kundgebung auf dem Marktplatz

Der Demonstrationszug fand mit einer Kundgebung auf dem historischen Markplatz sein Ende. Rednerin und Mitorganisatorin Selina Pannwitz gab zu bedenken „Das ist nicht nur ein Thema für Frauen, es ist ein gesamtgesellschaftliches Thema – es geht uns alle an!“ Es könne nicht sein, dass die unplanbare Geburtsklinik dem Profitdenken unterworfen wird. Solche und ähnliche Aussagen, die um den Wiederaufbau der Geburts- und Frauenklinik gefallen waren, wurden immer wieder lautstark von den Anwesenden bezusprucht.

Verdi fordert Stimmrecht im Aufsichtsrat

Nanni Rietz-Heering, Vorsitzende des Verdi-Ortsvereins Peine, war es wichtig zu betonen, dass die Gewerkschaft die Aktion unterstützen und nicht in die Hand nehmen wollte. Ihr sei es eine besondere Herzensangelegenheit. „Ich habe meine Kinder dort geboren und selbst auf der Station gearbeitet. Es ist unvorstellbar, dass das vorbei sein soll.“ Sie drängte: „Wir fordern ein Stimmrecht im Aufsichtsrat der AKH-Gruppe für den Landrat und eine bessere Beteiligung des Betriebsrates! In der Abteilung wurde das Personal abgeworben. Wir müssen aufpassen, dass dies nicht in anderen Abteilungen des Peiner Klinikums auch passiert“, mahnte sie an.

Hebammenverband wünscht Peinern langen Atem

Veronika Bujny vom Hebammenverband Niedersachsen machte noch einmal deutlich, dass es nicht sein könnte, dass die Krankenkassenbeiträge gezahlt werden, damit andere Profit daraus schlagen. „Eine Geburtsstation ist nun mal keine planbare Stelle. Man kann nicht sagen ob heute ein Kind oder vier geboren werden. Daher kann diese Station auch nicht unter Profitgedanken geführt werden. Abschließend wünschte sie den Peinern einen langen Atmen, da es schwer sei etwas wieder in Gang zu bekommen, wenn eine Abteilung erstmal geschlossen wurde.

Gemeinsamer Tenor: Wege in alternative Kliniken sind zu weit

Gemeinsamer Tenor aller Redner war, dass die Wege nach Braunschweig, Hildesheim, Hannover oder Celle einfach zu weit seien und das mit der Schließung der Geburtsklinik auch ein Stück weit in die Familienplanung der Peiner eingegriffen wird. Ein Zustand, den man nicht hinnehmen könne. Viele Peiner stimmten lautstark den Aussagen zu.

Von Kathrin Bolte

Mit dabei sind beim Spargelmarkt am Samstag, 18. Mai, die fleißigen Helfer der Caritas-Theresienküche, die die Gäste auf dem historischen Marktplatz ab 10.30 Uhr mit leckeren Gerichten des edlen Gemüses verpflegen.

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