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Sport Überregional Streit im deutschen Paralympics-Team
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13:13 07.09.2012
Foto: Der oberschenkelamputierte Sprinter Heinrich Popow soll von seinem Ausrüster „technisch gedopt“ worden sein.
Der oberschenkelamputierte Sprinter Heinrich Popow soll von seinem Ausrüster „technisch gedopt“ worden sein. Quelle: dpa
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London

Der oberschenkelamputierte Popow habe von Ausrüster Ottobock ein künstliches Kniegelenk erhalten, das anderen Athleten bis kurz vor Beginn der Spiele vorenthalten worden sei, sagte Czyz. Ein Sprecher des Prothesen-Bauers wies die Vorwürfe als haltlos zurück.

Czyz sagte, er und andere Sportler hätten vor Monaten eine Anfrage gestellt, um das Knie-Modell zu kaufen. „Da wurde mir gesagt, dieses Knie ist reserviert für Heinrich Popow“, sagte Czyz. „Das ist für mich die Paradedisziplin technisches Doping.“ Czyz war am Freitagvormittag hinter Popow und Scott Reardon aus Australien 100-Meter-Vorlaufdritter geworden war. Das Finale steigt am Abend.

Popow war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Ottobock-Sprecher Rüdiger Herzog erklärte auf dpa-Anfrage: „Wir halten uns an das Regelwerk.“ Popow, der bei dem niedersächsischen Unternehmen unter Vertrag steht, laufe mit einem „Serien-Kniegelenk“, das schon seit Monaten auch für andere Athleten erhältlich sei. Die Anschuldigungen von Czyz bezeichnete Herzog als „Psychoterror“.

Der deutsche Chef de Mission Karl Quade sagte zu dem Streit: „Das ist schade. Aber ich kann das nicht verhindern. Die Athleten sind erwachsen und kriegen auch keinen Maulkorb.“ Quade will die beiden Sportler und ihre Trainer zu einem Gespräch einladen.

dpa

Heiko Rehberg 09.09.2012
Heiko Rehberg 09.09.2012