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Sport Überregional Die „alte Dame“ setzt zum großen Wurf an
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07:54 01.07.2014
Von Carsten Schmidt
„Der Siebenkampf, das bin ich“: Lilli Schwarzkopf mischt wieder vorn mit.Foto: dpa
„Der Siebenkampf, das bin ich“: Lilli Schwarzkopf mischt wieder vorn mit.Foto: dpa Quelle: Bernd Thissen
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Hannover

Genieße den Augenblick. Diese Maxime beherzigt Lilli Schwarzkopf mehr denn je. „Es fühlt sich unglaublich an, wieder zurück zu sein“, teilte die Siebenkämpferin von der LG Hannover gestern im Internetportal des Deutschen Leichtathletik-Verbandes mit, einen Tag nach ihrem großen Auftritt in Ratingen. Dort sammelte die 30-Jährige 6426 Punkte und bestritt den fünftbesten Wettkampf ihrer Karriere, die vor mehr als einem Jahrzehnt begann.

Schwarzkopf präsentierte sich auf einem Level, das ihr nach dem Riss der Achillessehne im Spätsommer 2012 nicht mehr zugetraut worden war. Mancher mag gedacht haben, die Sportlerin sollte doch die kurz zuvor gewonnene Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in London als perfekten Karriereabschluss nehmen. Doch Schwarzkopf nahm sich die nötige Zeit zum Comeback. „Ich bin immer noch hungrig und mag mit dem Siebenkampf noch nicht aufhören. Der Siebenkampf, das bin ich“, sagte sie.

Wie zutreffend diese Einschätzung ist, bewies sie schon Ende Mai in Götzis, als sie mit 6215 Punkten auf Anhieb die geforderte Mindestleistung für die Europameisterschaften in Zürich (12. bis 17. August) übertraf. „In Ratingen wollte ich dann in jeder Disziplin ein paar Punkte drauflegen“, verriet Schwarzkopf und setzte dieses Vorhaben perfekt um - auch dank mancher Trainingseinheiten in Hannover, wo sie vor allem die kurzen Wege zu schätzen weiß.

Mit der Gewissheit, dass sie im Kugelstoßen, Speerwurf und über 800 Meter schon in Vorarlberg „alte Klasse“ erreichen konnte, steigerte sich Schwarzkopf im Rheinland in den Sprüngen und stellte mit 1,84 Metern im Hochsprung sogar eine persönliche Bestleistung auf. Nur im Sprint und Hürdenlauf will es so recht noch nicht laufen. „Das wird sich jetzt aber auch nicht von heute auf morgen ändern lassen. Ich muss da dran- bleiben, an meiner Fitness arbeiten“, sagte Schwarzkopf.

In Zürich möchte die Hannoveranerin „drauflegen“, aber von einem möglichen Medaillengewinn noch nichts wissen. „Es geht darum, gesund an den Start zu gehen, und dann werde ich eine gute Leistung zeigen“, sagte Schwarzkopf. Die „alte Dame“, wie sie sich selbst augenzwinkernd tituliert, überlässt der Generation der 20-Jährigen nicht kampflos die große Siebenkampf-Bühne.

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