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Sport Überregional Scorpions verlieren 1:3
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22:13 07.04.2009
Von Björn Franz
Traum vertagt: Das Team von Hans Zach scheiterte im Halbfinale Quelle: Ulrich zur Nieden
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Sieben Sekunden vor Schluss kam das endgültige Aus. Die Hannover Scorpions hatten Torhüter Dimitri Pätzold durch einen sechsten Feldspieler ausgetauscht und setzten alles auf eine Karte, um den 1:2-Rückstand im fünften und entscheidenden Play-off-Halbfinalspiel gegen die Düsseldorfer EG noch aufzuholen. Doch es kam anders. Der Puck sprang aus dem Verteidigungsdrittel der Gäste heraus genau in den Lauf von Brandon Reid. Und der überragende Düsseldorfer Spieler machte den 3:1 (1:1, 0:0, 2:0)-Sieg seiner Mannschaft perfekt, die damit von morgen an im Finale der deutschen Eishockey-Meisterschaft auf die Eisbären Berlin trifft. Während sich die Rheinländer kurz darauf von ihren Fans feiern ließen, die immer wieder den alten Fußballklassiker „Berlin, Berlin - wir fahren nach Berlin“ anstimmten, schlichen die Scorpions-Profis mit hängenden Köpfen in die Kabine.

Dabei hatte alles so gut begonnen. Es war sogar ein echter Traumstart, den die Scorpions bereits nach acht Sekunden erwischten. Mit dem ersten Schuss auf das Düsseldorfer Tor erzielte Matt Dzieduszycki nach schöner Vorarbeit von Chris Herperger die Führung. Es hätte eigentlich so etwas wie eine Beruhigungspille für die Gastgeber sein sollen. Doch ihre Wirkung hielt nur wenige Minuten an. Je länger die Partie im Eröffnungsdrittel dauerte, desto selbstbewusster traten die Rheinländer auf – und desto nervöser schienen die Scorpions zu werden.

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Zunächst konnte der starke Pätzold die Unsicherheiten seiner Vordermänner noch mehrfach ausbügeln, die die DEG durch Scheibenverluste im Spielaufbau immer wieder zu ihren gefürchteten Kontern einluden. Doch in der 18. Minute war der Nationalkeeper dann geschlagen: Ausgerechnet Kapitän Dan Lambert, der mit 39 Jahren erfahrenste hannoversche Profi, leistete sich unmittelbar vor dem eigenen Tor einen folgenschweren Scheibenverlust. Reid spitzelte ihm den Puck vom Schläger, passte zum völlig frei stehenden Adam Courchaine, und der DEG-Torjäger erzielte mit seinem neunten Treffer der Play-offs den Ausgleich.

Und es sollte noch schlimmer für die Gastgeber kommen. Denn sie fanden im Mittelabschnitt zwar nach und nach besser in die Partie und schienen auch die Nervosität ein wenig ablegen zu können. Doch bei ihren wenigen Chancen wollte der Puck einfach nicht ins Tor. Zunächst traf Klaus Kathan in der 22. Minute nur die Unterkante der Latte. Und zwölf Minuten später vergab ausgerechnet der ehemalige Düsseldorfer Tore Vikingstad die ganz große Chance zur Führung. Nach einer herrlichen Kombination über Adam Mitchell und Kathan hätte der Norweger den Puck aus zwei Metern eigentlich nur noch am bereits geschlagenen DEG-Keeper Jamie Storr vorbei ins Tor schieben müssen. Doch Vikingstad traf die Scheibe nicht richtig, statt ins Tor trudelte sie knapp am Pfosten vorbei.

Die Nervenschlacht ging also in den dritten und letzten Akt, in dem es wieder einer der erfahrensten Hannoveraner war, dem der letztlich entscheidende Fehler unterlief. Tino Boos kam im Düsseldorfer Drittel ohne Einwirkung eines Gegenspielers ins Stolpern, verlor dabei die Scheibe, und Rob Collins traf auf der anderen Seite unhaltbar für Pätzold zum 2:1 für die DEG in den Winkel. Zwar versuchten die müde wirkenden Scorpions danach noch einmal alles, um ihre Chance auf den Finaleinzug zu wahren. Doch klare Torchancen konnten sie sich gegen die clever verteidigenden Gäste nicht mehr herausspielen. Und dann schlug eben Reid zu.