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Sport Überregional Schlierenzauer siegt auch beim 2. Springen der Vierschanzentournee
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22:11 01.01.2012
Foto: Der österreichische Skispringer Andreas Kofler fliegt scheinbar über die Dächer von Garmisch-Partenkirchen – und landet am Ende dennoch „nur“ auf dem 2. Platz.
Der österreichische Skispringer Andreas Kofler fliegt scheinbar über die Dächer von Garmisch-Partenkirchen – und landet am Ende dennoch „nur“ auf dem 2. Platz. Quelle: dpa
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Garmisch-Partenkirchen

Mit Rang 7 war der zur Halbzeit noch Zweitplatzierte Severin Freund bester Springer des Deutschen Ski-Verbandes (DSV). Bei den Österreichern kann derweil der Champagner schon kalt gestellt werden. Er sei mit der Tournee verlobt, hatte Gregor Schlierenzauer vor Beginn gesagt, es werde Zeit für die Hochzeit. Übersetzt heißt das: Schon dreimal war der 21-Jährige nahe dran, die Vierschanzentournee zu gewinnen. Es ist der letzte Titel, der dem Olympiasieger, Weltmeister und Weltcupsieger noch fehlt. Einmal war er Zweiter, einmal Dritter, einmal Vierter – immer kam irgendetwas dazwischen. Daher bisher nur die „Verlobung“.

Doch jetzt, bei der 60. Tournee, ist die Ausgangslage perfekt: Nach Oberstdorf triumphierte „Schlieri“ am Sonntag auch in Garmisch-Partenkirchen, ist noch im Rennen um die für den Vierfachsieg ausgelobte Prämie von einer Million Schweizer Franken. Mehr als 20 Punkte hat der Österreicher im Gesamtklassement Vorsprung auf seinen Landsmann Andreas Kofler, der sich am Sonntag noch bravourös vom 10. auf den 2. Platz vorarbeitete.

Trotzdem gab es schon spektakulärere Neujahrsspringen: echte Feiertage bei Kaiserwetter, Dramen nach Abbruch wegen Regens, mehrere Windspektakel und Sensationssieger. An der Partenkirchener Olympiaschanze herrschte auch schon deutlich bessere Stimmung als am Sonntag Das lag an den Lokalmatadoren, die die hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllen konnten. Schon nach dem 1. Durchgang war für sie der Zug Richtung Podest abgefahren. Lediglich Freund nährte als Zweiter mit nur vier Punkten Rückstand auf Schlierenzauer die Hoffnungen auf einen versöhnlichen Neujahrstag. Doch im Finaldurchgang hielt der Bayer dem Druck nicht stand, sprang mit 130,5 Metern deutlich kürzer als Schlierenzauer, Kofler sowie der Drittplatzierte Japaner Dakai Ito und fiel so auf Rang 7 zurück.

Freund redete nicht lange um den heißen Brei herum: „Im 2. Durchgang war ich leider zu schlecht. Ich hätte einfach besser springen müssen“, sagte der 23-Jährige. „Eigentlich habe ich zwei gleich gute Sprünge gezeigt. Dass der zweite acht Meter kürzer war, lag vielleicht auch ein bisschen am Wind. Aber es war von mir auch zu viel Gewalt im Spiel. Wenn ich ein richtig Guter wäre, hätte es auch Richtung 140 Meter gehen können. Aber so gut bin ich halt noch nicht.“

Als Gesamtfünfter hält Freund noch Kontakt zur Spitzengruppe, was für Richard Freitag – am Sonntag 25. und aktuell Gesamt-19. – nicht gilt. Und schon gar nicht für Martin Schmitt. Der vierfache Weltmeister muss sogar seine Koffer packen. Weil die Deutschen die zweite Tourneehälfte nur mit sechs Athleten bestreiten können (nur die Gastgebernation hat ein größeres Startkontingent), hatte Bundestrainer Werner Schuster das Neujahrsspringen zum Ausscheidungsspringen erklärt. Freund, Freitag, Michael Neumayer, Stephan Hocke und Maximilian Mechler waren gesetzt, um den letzten Platz im Team sprangen Andreas Wank und eben Schmitt. Das Ergebnis war eindeutig: Wank wurde 20., Schmitt erreichte als 38. wie schon beim Auftaktspringen in Oberstdorf nicht den 2. Durchgang.

Schon direkt nach seinem Sprung wusste Schmitt, was die Stunde geschlagen hat. „Das bedeutet das Aus für die Tournee. Ich war ganz gut in Mathe und kann bis sechs zählen. Ich bin, glaube ich, Siebter“, meinte der Routinier mit Blick auf die interne Rangliste. An ein Karriereende denkt er aber nicht. „Morgen wird die Sonne auch wieder aufgehen, und ich werde immer noch Skispringer sein“, sagte der 33-Jährige. „Vielleicht sieht man mich 2013 in Innsbruck.“

Uwe Köster