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21:53 13.11.2009
Deutschland trauert um Robert Enke.
Deutschland trauert um Robert Enke. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Enkes Frau Teresa hatte zuvor in einer bewegenden Pressekonferenz offenbart, dass der 32-jährige Torwart des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 vor seinem Selbstmord mehrere Jahre an schweren Depressionen gelitten hat. Ihr Mann sei seit 2003 in medizinischer Behandlung bei dem Kölner Psychotherapeuten Valentin Markser gewesen. Immer wieder habe der Mediziner die stationäre Behandlung in einer Klinik angeregt – zuletzt noch am Dienstag, wenige Stunden bevor sich Robert Enke gegen 18.30 Uhr im Neustädter Ortsteil Eilvese vor einen Regionalzug warf. Doch ihr Mann habe stets abgelehnt, damit die Öffentlichkeit nicht von seiner Krankheit erfährt: „Er wollte es nicht – aus Angst, dass es herauskommt, und aus Angst, er könnte dann Leila verlieren.“ Die achtmonatige Tochter hatte das Ehepaar Enke im Frühjahr adoptiert. Die Sorge sei unbegründet gewesen, sagte Regionspräsident Hauke Jagau dieser Zeitung: „Selbst wenn uns Enkes Erkrankung bekannt geworden wäre: Das Kind war und ist in bester Obhut.“ Teresa Enke kannte diese Haltung des Jugendamtes.

Zu den Depressionen und Versagensängsten Enkes kam der Schicksalsschlag 2006, als die herzkranke Tochter Lara im Alter von zwei Jahren starb. „Wir haben gedacht, wir schaffen alles, und mit Liebe geht das. Aber man schafft es doch nicht immer“, sagte Teresa Enke mit stockender Stimme und Tränen in den Augen. In den vergangenen Monaten litt der aus Jena in Thüringen stammende Enke an einer Darmerkrankung und hatte deshalb vier Länderspiele verpasst. In dieser Zeit begab er sich erneut in Marksers Behandlung. Dass er sich umbringen würde, ahnten seine Frau, der Arzt und das nähere Umfeld nach eigenem Bekunden nicht. In seinem Abschiedsbrief habe sich Enke entschuldigt „für die bewusste Täuschung über seinen seelischen Zustand der letzten Tage, die notwendig war, um seinen Selbstmordplan verwirklichen zu können“, sagte Markser.

Bundeskanzlerin Angela Merkel drückte Enkes Witwe Teresa ihr Mitgefühl in einem persönlichen Brief aus, wie Vizeregierungssprecher Christoph Steegmans in Berlin sagte. Bundesinnenminister Thomas de Maizière sprach von einer „Mahnung, dass äußerer Erfolg und Glanz nicht alles ist im Leben und manchmal einen Druck auslöst, der übermenschlich ist“.

Der Schock saß auch bei der Nationalmannschaft tief. Teammanager Oliver Bierhoff brach in einer Pressekonferenz in Bonn in Tränen aus. Bundestrainer Joachim Löw zeigte sich „völlig schockiert, völlig leer. Robert war nicht nur ein herausragender Spieler, sondern auch ein toller Mensch.“ Löw und mehrere Nationalspieler um Kapitän Michael Ballack nahmen an der Trauerandacht in Hannover teil. Sie werden auch am Sonntagvormittag an einer für 11 Uhr in der AWD-Arena geplanten Trauerfeier für ihren toten Kollegen teilnehmen.

von Volker Wiedersheim, Gunnar Menkens und Michael B. Berger