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Sport Überregional Hannover 78 startet mit sechs 18-Jährigen in die Bundesliga
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19:30 26.08.2009
Auf und davon: Vivile Dakunimata (r.), der vom DRC zu 78 wechselte, soll beim Ziel Bundesliga-Klassenerhalt helfen, fehlt aber zum Auftakt.
Auf und davon: Vivile Dakunimata (r.), der vom DRC zu 78 wechselte, soll beim Ziel Bundesliga-Klassenerhalt helfen, fehlt aber zum Auftakt. Quelle: Florian Petrow
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Einsam sind die 78er auch deshalb, weil ihnen deutlich bewusst ist, dass sie im Konzert der Großen nicht mithalten können. „Dafür sind die Voraussetzungen in den deutschen Klubs zu unterschiedlich. Im Gegensatz zu den führenden Vereinen können und wollen wir kein Geld an die Spieler zahlen und teure ausländische Stars verpflichten“, sagt Sven Gabbei, Trainer des Traditionsvereins.

Der Klub vom Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg setzt stattdessen weiterhin auf die Jugendarbeit und den Einbau der Talente in den Männerbereich. „In diesem Jahr stehen sechs 18-Jährige im Kader, denen ich eine große Zukunft im Rugby vorhersagen kann. Und in einem Jahr klopfen dann sogar 17 Junioren an die Tür zur ersten Mannschaft an. Das ist eine tolle Perspektive“, sagt Trainer Gabbei.

Das große sportliche Ziel ist natürlich der Klassenerhalt; er steht in dieser Saison im Vordergrund. Mithilfe von Andy McGee, Ian Oates und Vivile Dakunimata, die vom Stadtrivalen und Erstligaabsteiger DRC an den Schnellen Graben wechselten, und Aldevinas Burokas, der aus Bremen kam, soll dieses Ziel erreicht werden. Allerdings können diese Akteure aufgrund von Verletzungen und beruflicher Verpflichtungen zunächst nicht eingesetzt werden. Also muss sich die Mannschaft, die in der vergangenen Zweitligasaison ungeschlagen blieb, mit einem Durchschnittsalter von knapp 23 Jahren beweisen. „Alle sind jung und hungrig. Wir haben eine homogene Mannschaft und eine phantastische Dreiviertelreihe“, sagt der 78-Coach über die Stärken seines Teams.

Sorgen bereitet ihm allerdings der Sturm, der für Erstliga-Verhältnisse eindeutig zu leicht an Gewicht ist. „Erfahrung und Gewicht sind wichtige Voraussetzungen für einen Klasse-Stürmer. Das fehlt vielen Aktiven noch. Umso mehr müssen Leidenschaft und Laufbereitschaft bei den Spielern im Vordergrund stehen“, sagt Gabbei. Und genau dafür wurde Sturmtrainer Andreas Muder, einst deutscher Meister mit dem DRC, verpflichtet.

Vor allem in den Heimspielen rechnet sich Gabbei Chancen für Überraschungen aus. Mit Köln, dem RK Berlin und Heusenstamm stehen Mannschaften im Zehner-Bundesligafeld, die er für durchaus schlagbar hält. Richtig schwer wird es zum Auftakt werden, wenn 78 am Sonntag in Handschuhsheim antreten muss. „Wir haben nicht die Vorgabe, in Heidelberg gewinnen zu müssen. Aber wir können auf uns aufmerksam machen und uns Respekt verschaffen“, sagt Gabbei, der auf einen Achtungserfolg hofft. Das mittelfristige Ziel ist es, sich wieder in der 1. Liga zu etablieren – und einsam möchte 78 dort auch nicht lange bleiben.

Von Jörg Tappe