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08:33 09.07.2013
Foto: Keine Handball-WM 2019 in Deutschland: Der scheidende DHB-Präsident Ulrich Strombach.
Keine Handball-WM 2019 in Deutschland: Der scheidende DHB-Präsident Ulrich Strombach. Quelle: dpa
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Der deutsche Handball hat sich die nächste Peinlichkeit geleistet. Gut drei Wochen nach der gescheiterten EM-Qualifikation seiner Männer-Auswahl zieht der Deutsche Handballbund (DHB) seine Bewerbung für die WM 2019 zurück. Das habe das Verbandspräsidium auf seiner Tagung am Samstag in Dortmund beschlossen, berichtet die Fachzeitschrift "Handballwoche" in ihrer neuesten Ausgabe (Dienstag). "Wir haben einstimmig - und das ist für uns sehr wichtig - beschlossen, dass wir der IHF schriftlich mitteilen, dass die bei ihr eingegangene Absichtserklärung nicht autorisiert und damit nicht wirksam ist, weil sie nicht vom DHB-Präsidium getroffen wurde", sagte Verbandschef Strombach in einem Interview des Magazins.

Hintergrund ist, dass die Kandidatur ohne Wissen der DHB-Führung abgegeben wurde. Sie war initiiert worden von Bernhard Bauer und Bob Hanning, die auf dem Bundestag im September für die Ämter des Präsidenten und des Vizepräsidenten kandidieren.

Provozierter Fehlstart

"Ich verstehe den Ärger von DHB-Präsident Ulrich Strombach und seiner Präsidiumskollegen, aber es ging uns einzig und allein um das Wahren von Fristen", erklärte Bauer am Montag auf der Internetseite des Verbandes. Die Absichtserklärung, die WM 2019 ausrichten zu wollen, war fristgerecht bis 1. Juli vom DHB-Leistungssportreferenten Jens Pfänder an den Weltverband IHF geschickt worden. "Niemand vom amtierenden Präsidium wusste, dass diese Absichtserklärung an die IHF versandt worden war, deswegen dachten wir erst, es müsse sich um ein Missverständnis handeln", sagte Strombach.

Die Außenwirkung ist fatal. Denn auf dem Bundestag im September treten weder Strombach noch seine Stellvertreter Horst Bredemeier und Heinz Winden erneut an. Für ihre Nachfolger haben sie nun einen Fehlstart provoziert. Offiziell haben Strombach und Bauer inzwischen die Irritationen in einem Telefonat ausgeräumt. "Das Interesse an diesem Vorhaben kann ich verstehen, aber den bisherigen Weg kann ich nicht billigen", betonte Strombach in der Verbandsmitteilung. Begründet wurde die Rückzug damit, dass Deutschland 2017 bereits Ausrichter der Frauen-WM ist. "Sich für ein solches Großereignis wie eine Männer-WM zu bewerben, das nur 13 Monate später stattfindet, zeugt nicht von einer Reflexion der Gesamtumstände eines ehrenamtlich geführten Verbandes", erklärte Strombach.

Dennoch will der scheidende Verbandschef seinem möglichen Nachfolger Bauer eine Hintertür offenhalten, indem die IHF um eine Fristverlängerung gebeten wird. "Ich denke, da wird sich gemeinsam mit der IHF ein Weg finden lassen. Das neue Präsidium ist dann frei in seiner Entscheidung, ob es gewillt ist, eine Absichtserklärung für die WM 2019 zu verfassen oder nicht. Wenn man so an der WM interessiert ist, kann man sich ja bewerben", meinte Strombach.

Damit ließ er den Schluss eines Ränkespiels zu. Denn der Protest der Mitbewerber Dänemark, Mazedonien, Norwegen, Polen, Slowakei und Schweden ist bei einer "Lex Deutschland" bereits programmiert. Bis zum 2. September muss beim Weltverband IHF bereits ein Konzept vorliegen. Das neue DHB-Präsidium aber wird erst am 21. September gewählt. Die Vergabe der WM 2019 erfolgt am 28. Oktober in Doha. "Ich hoffe, dass wir für die nächsten Schritte mit der IHF einen gemeinsamen Weg finden", sagte Bauer.

dpa

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