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Sport Überregional Becker erinnert sich an seine Hannover-Zeit
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20:58 04.03.2016
Von Carsten Schmidt
„Ich lerne bei jedem Einsatz“: Nicolas Kiefer interviewt Boris Becker.
„Ich lerne bei jedem Einsatz“: Nicolas Kiefer interviewt Boris Becker. Quelle: Petrow
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Hannover

Vor dem ersten Ballwechsel beim Davis Cup in Hannover gab es eine Zeitreise. Boris Becker, deutsche Tennislegende und sechsmaliger Grand-Slam-Sieger in den 80er- und 90er-Jahren, hatte sich zum Fernsehinterview auf den Court begeben. Der mittlerweile 48-Jährige sprach staatsmännisch über Tennis im Allgemeinen und den Davis Cup im Besonderen. „Das war schon ein Gänsehautgefühl“, sagte Becker zu den deutschen Triumphen von 1988 und 1989, an denen er einen maßgeblichen Anteil hatte. Er warnte väterlich davor, den 18-jährigen Debütanten Alexander Zverev mit ihm zu vergleichen. „Die Wahrheit liegt auf dem Platz, der Junge muss seinen Weg machen“, sagte er. Becker wurde später nach dem ersten Einzel für seine Verdienste um das deutsche Davis-Cup-Team geehrt. Nicht die erste Ehrung in Hannover: Vor fast 20 Jahren bei der ATP-WM bekam er einen Geburtstagskuchen. Und 13.000 Besucher in der Messehalle 13 sangen damals „Happy Birthday“.

Zur Erlebnisreise in die Vergangenheit trug auch ein Hannoveraner bei. Nicolas Kiefer, Silbermedaillengewinner im Doppel 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen, interviewte Becker. Der 38-Jährige war zum Arbeiten in die Halle gekommen, als Ko-Kommentator für Sat.1.Gold, der Sender überträgt an allen drei Tagen live aus der Tui-Arena. Kiefer macht das TV-Engagement Spaß: „Ich lerne bei jedem Einsatz – auch weil man von außen und mit etwas Abstand viel mehr sieht, als wenn man direkt am Geschehen dran ist.“ Er freute sich auch darüber, dass in seiner Heimatstadt „endlich wieder ein Tennis-Großereignis“ ausgetragen wird. Er selbst hatte wie Becker in der Messehalle 13 einen unvergessenen Auftritt, als er bei der ATP-WM 1999 im Halbfinale antrat. Neben Olympia der Karriere-Höhepunkt für die einstige Nummer 4 der Welt. Altmeister Becker sagte übrigens mit gespieltem Ernst zu Kiefer: „Das hätte noch besser werden können.“

An große Tennis-Zeiten erinnerten sich auch die Besucher auf der Ehrentribüne, als sie Claus Stauder trafen. Er war Präsident des Deutschen Tennisbundes zu Beckers Zeiten. Dass der „weiße Sport“ auch heute wieder Wertschätzung genießt, zeigte der Besuch von Michael Vesper. Der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes verfolgte ebenso gebannt die Duelle wie Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok.

Die Zukunft stand derweil auf dem Court – wie auch ein 13-Jähriger aus der Region. Max-Leo Ehrgang, der beim TC Bissendorf spielt, trug die tschechische Fahne und marschierte damit den Stars des Favoriten voraus. Die großen Vorbilder aus nächster Nähe durften auch die Ballkinder erleben, die in der Vorwoche an der TennisBase in der Südstadt fleißig geübt hatten. Allein zwölf Helfer kamen aus Regions-Vereinen. Und eine besondere Ehre widerfuhr Tjark Kunkel aus Garbsen, der am Donnerstag die Auslosung vornehmen durfte. So viel Nähe und Anschauungsunterricht sollte in der Landeshauptstadt doch in absehbarer Zeit zu einem Tennis-Boom führen.

04.03.2016
Carsten Schmidt 02.03.2016