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Sport Überregional Boll und sein Team können China nicht schlagen
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21:07 06.08.2012
Foto: Chinas imposante Tischtennis-Mauer bleibt für Timo Boll (links) ein schier unüberwindbares Hindernis.
Chinas imposante Tischtennis-Mauer bleibt für Timo Boll (links) ein schier unüberwindbares Hindernis. Quelle: dpa
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London

Die lautstarken Anfeuerungen für „Timo“ und „Dima“, die vielen „Deutschland, Deutschland“-Rufe in der Halle – alles das half am Ende nichts. Chinas imposante Tischtennis-Mauer bleibt für Timo Boll und seine Kollegen ein schier unüberwindbares Hindernis. Doch so knapp wie am Montag in London war es selten. In einem hochklassigen Olympia-Halbfinale lag sogar ein Sensationssieg der Europameister in der Luft. Der Topfavorit zitterte sich mit einem 3:1-Sieg in das Endspiel, das die Chinesen vor vier Jahren in Peking noch glatt mit 3:0 gegen das DTTB-Team gewonnen hatten.

Bei der Neuauflage des Klassikers – noch im Mai hatte China das WM-Finale in Dortmund mit 3:0 gewonnen – leistet vor allem der WM-Dritte Timo Boll erbitterten Widerstand. Der 31 Jahre alte Linkshander wirkte nach seinem frühen Einzel-Aus wie ausgewechselt. In einer Weltklasse-Partie bezwang der Rekord-Europameister den frisch gekürten Olympiasieger und Weltmeister Zhang Jike in vier Sätzen und holte den Punkt zum zwischenzeitlichen 1:1.

Zuvor hatte der Olympia-Dritte Dimitrij Ovtcharov die große Chance zur Führung nicht genutzt. Im Auftakteinzel gegen Ma Long führte der 23 Jahre alte Weltrangliste-Zwölfte bei 1:1 im dritten Satz mit 9:7, ehe er vier Punkte in Serie abgab, darunter einen sogenannten „Elfmeter“. Zuvor hatte Ovtcharov die 6000 Zuschauer, unter ihnen der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière, mit starken Rückhandbällen ähnlich begeistert wie Boll. „China ist ein anderes Kaliber. Mit diesem System war es für uns noch schwieriger“, erklärte Bundestrainer Jörg Roßkopf zur 21. Niederlage im 21. Pflicht-Länderspiel, bei dem diesmal auch ein Doppel ausgetragen wurde.

Die Asiaten waren zwar nach dem 1:1 kurz geschockt. Sie spielten aber im Doppel von Wang Hao/Zhang Jike gegen Timo Boll/Bastian Steger und im Einzel von Ma Long gegen den deutschen Meister Bastian Steger ihre Favoritenrolle konsequent aus und freuten sich über einen hart erkämpften Sieg, der ihnen alles abverlangte. Trotz des letztlich erwarteten Ausgangs besitzt die Auswahl von Bundestrainer Jörg Roßkopf im kleinen Finale um Platz drei noch eine zweite Medaillenchance. Die Enttäuschung hielt sich deshalb in Grenzen. „Wir können unser Ziel noch erreichen“, sagte Roßkopf. Er und die Spieler richteten den Fokus schnell auf das Bronze-Match am Mittwoch. Dann will die DTTB-Auswahl gegen den Verlierer der Partie Südkorea gegen Hongkong das Turnier mit dem zweiten Edelmetall nach Bronze für Ovtcharov positiv beenden.

dpa