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18:56 07.04.2014
Andrea Petkovic kämpft sich nach langer Leidenszeit zurück und belohnt sich mit dem Turniersieg in Charleston.
Andrea Petkovic kämpft sich nach langer Leidenszeit zurück und belohnt sich mit dem Turniersieg in Charleston. Quelle: Rhona Wise
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Charlestone

Allzu häufig äußert sich Stefanie Graf nicht mehr zum deutschen Frauen-Tennis, doch nach dem Triumph von Andrea Petkovic meldete sich die einst beste Spielerin der Welt zu Wort. „Nach vielen Verletzungspausen hat sie nie aufgegeben und diesen Sieg hoch verdient. Gratulation!!“, schrieb die 22-malige Grand-Slam-Siegerin auf ihrer Facebook-Seite über Petkovic’ Triumph in Charleston. Wie besonders dieser Erfolg war, verdeutlichte aber nicht nur Grafs Reaktion, sondern vor allem die von Petkovic selbst.

Wie den heiligen Gral hegte und pflegte sie den schmucklosen Pokal, der ihr quasi als gläsernes Symbol ihrer ungebrochenen Willenskraft überreicht worden war. Nun wird die „Blumenvase“ einen Ehrenplatz in ihrem Häuschen in Darmstadt erhalten. Zunächst aber musste das gute Stück noch einigen Belastungen standhalten. „Ich werde Champagner aus meinem Pokal trinken und mit den Stewardessen tanzen“, kündigte Petkovic nach dem 7:5, 6:2-Finalsieg gegen die Slowakin Jana Cepelova freudetrunken für den Rückflug an.

Über dem Atlantik hatte die 26-Jährige zudem genügend Zeit, den größten und emotionalsten Sieg ihrer bisherigen Karriere Revue passieren zu lassen. Den Triumph über sich selbst, die eigenen Zweifel und die der Kritiker, die nach vier schweren Verletzungen nicht mehr mit diesem Comeback gerechnet hatten.

Petkovic zeigte viel Demut und nur ein wenig Genugtuung, als sie über ihren ersten Turniercoup nach 1051-tägiger Durststrecke sprach. „Ich bin so erleichtert und stolz, dass ich nach all den Verletzungen zurückgekommen bin. Ich dachte nicht, dass ich noch einmal in den Finals der großen Turniere spielen würde.“ Ein weiterer Lohn: In der Weltrangliste verbesserte sie sich um zwölf Plätze auf Rang 28. Damit wäre sie bei den French Open im Mai gesetzt.

Auch Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner fiel ein Stein vom Herzen. „Harte Arbeit zahlt sich aus. Der Titel war sehr wichtig, damit sie selbst wieder an sich glaubt und die Zweifel der letzten Wochen eliminiert“, sagte sie. Es war Petkovic’ erster Turniererfolg, nachdem sie in Folge von zwei Knie-, einer Rücken- und einer Sprunggelenks-Blessur binnen 14 Monaten von Platz 9 auf Rang 192 der Rangliste abgerutscht war. Nach dem Aus in der Qualifikation für die French Open im Mai 2013 hatte sie sogar an ein sofortiges Karriereende gedacht. Doch ihr damaliger Trainer Petar Popovic erinnerte sie daran, dass „Aufgeben“ gar nicht zu einer Petkovic passe.
Wie wahr.

sid

06.04.2014
06.04.2014