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Sport Überregional Mit einem Lächeln aufs Neue
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08:53 17.04.2015
Von Norbert Fettback
1991 lief Constanze Duensing beim erstenHannover-Marathon erstmals die 42 Kilometer - Sonntag ist sie wieder dabei.
1991 lief Constanze Duensing beim erstenHannover-Marathon erstmals die 42 Kilometer - Sonntag ist sie wieder dabei. Quelle: Surrey
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Hannover

In jenem Jahr, als auch die Landeshauptstadt zum ersten Mal auf der Marathon-Landkarte auftauchte. „Das war eine Bauchentscheidung. Ich war topfit, läuferisch aber völlig unbedarft“, sagt die ehemalige Handballspielerin. Unter der Woche vorher ein paar Mal um den Maschsee, das reichte ihr für ein erfolgreiches Debüt. Nach 4:13 Stunden war sie im Ziel, mit einem Lächeln im Gesicht, ohne sich gequält zu haben, wie sie sich erinnert.

Jetzt ist sie 48, und zum überhaupt ersten Mal hat sie sich recht akribisch auf einen Marathon vorbereitet. Zusammen mit Gleichgesinnten, nach einem Trainingsplan, mit Läufen über 30 Kilometer und was sonst noch dazugehört und „nicht immer wirklich Spaß macht, weil der Spannungsbogen fehlt“, wie sie sagt. Aber es sollte sein. Beim hannoverschen Jubiläumslauf am Sonntag will Constanze Duensing sich beweisen, dass sie es mit 48 besser kann als seinerzeit mit 24.

Vom 21. April 1991, als um 10.30 Uhr 3000 Frauen und Männer an der Waterloosäule vom legendären Emil Zatopek auf die große Runde durch Hannover geschickt wurden, schwärmt sie heute noch. „Wir hatten herrlichen Sonnenschein, und an der Strecke herrschte eine tolle Atmosphäre“, sagt sie. Eher ungewöhnlich: Bei frischen 5 Grad Celsius trug Constanze Duensing beim Laufen eine lange Hose. Beeindruckt hat sie damals besonders ein etwa zehnjähriges Mädchen, das zusammen mit den Eltern auf die Strecke gegangen war. „Die Kleine hatte am Ende noch so viel drauf, dass ich mit ihr nicht Schritt halten konnte“, sagt Constanze Duensing.

Vor ihr im Ziel, das sich am Opernplatz befand, waren 1991 auch Detlef Weixelbaum (60) vom SV Langenhagen und Jürgen Körber (69) vom TK Hannover. Kein Wunder, beide waren in der Laufszene alte Hasen mit einem wöchentlichen Trainingspensum von weit über 100 Kilometern. Weixelbaum, der sich auch im Triathlon einen Namen machte, brauchte 2:46 Stunden, Körber 2:50. „Ich war zufrieden“, meint Weixelbaum rückblickend. „Ich wollte 15 Minuten schneller sein“, sagt Körber, den bei Kilometer 32 in der Eilenriede schlagartig die Kräfte verließen. Die erhoffte Platzierung unter den besten zehn war dahin.

„Dieser Lauf war dennoch etwas Besonderes für mich“, sagt Körber, der in Hannover „an die zwölfmal“ gelaufen ist, wie er sagt. „Mich hat überrascht, wie viele Menschen damals an der Strecke waren.“

Die Organisatoren vom LC Hannover um Karl Ochs nannten die stolze Zahl von 175. 000. Sie bekamen bei der MarathonPremiere aber auch einiges an Kritik zu hören. So gingen an den Verpflegungspunkten beizeiten die Getränkevorräte zur Neige, und die Läufer mussten auf die blaue Linie verzichten, die ihnen normalerweise den Weg weist.

Heutzutage wäre so etwa undenkbar. Auch deshalb, weil frühere Aktive wie Detlef Weixelbaum die Seiten gewechselt haben. Mit Sportkameraden des Post SV Hannover versorgt er an einem Stand an der Hildesheimer Straße auch beim

25. Hannover-Marathon die Läufer mit Getränken, Äpfeln und Bananen. Dabei wird er wieder einiges zu tun bekommen – so viele Läufer wie dieses Mal waren noch nie unterwegs.

Den Streckenservice weiß auch Constanze Duensing inzwischen zu schätzen. Sie verlässt sich nicht mehr darauf, dass ihr der Vater einen Sportriegel reicht wie 1991 oder sie wie bei ihrem dritten Marathon in Hannover Ende der Neunzigerjahre alle fünf Kilometer Traubenzucker aus der Tasche holt. Das ist kein Patentrezept für einen guten Lauf. „Ich wollte immer lächelnd schneller werden“, sagte die Pflegedienstleiterin, die sich 2006 in Hamburg auf 3:25 Stunden gesteigert hat.

Danach sollte eigentlich Schluss sein mit Marathon. Doch 2012 wurde sie „rückfällig“, eine Woche vorher meldete sie sich  mit dem Ziel an, unter vier Stunden zu bleiben. Diesen „Lauf aus der Hose“, wie sie sagt, beendete sie in 3:57 Stunden.

„Wenn ich jetzt mit Training nicht schneller sein sollte“, sagt Constanze Duensing, „dann wäre das schlimm.“ Ein Grund mehr, warum die Spannung mit Blick auf den Sonntag steigt. Dann ist, anders als 1991, das Neue Rathaus das Ziel.

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