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Sport Überregional 17.500 Besucher eröffnen Rennsaison auf der Neuen Bult
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21:58 13.04.2009
Von Carsten Schmidt
Gedränge an der Rennbahn. Quelle: Florian Petrow
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Das Glück lacht den Tüchtigen – wie Gregor Baum und seinen Mitstreitern beim Hannoverschen Rennverein (HRV), die den Galoppsport in Hannover in den vergangenen vier Jahren auf bemerkenswerte Weise zurück in den Blickpunkt geführt haben. In einem schwierigen Jahr für die Sportart wegen der Finanzkrise gab es am Ostermontag in Langenhagen einen traumhaften Saisonauftakt. Autoschlangen auf den Zufahrtstraßen zur Neuen Bult und Menschenmassen an den Einlässen und entlang der Rennbahn zeugten von einer Besucherzahl, die mit 17.500 alles andere als von einer Krise kündete.

Grund für den Ansturm waren zwei unverhoffte Volltreffer für den HRV. Neben der bewährten Mischung aus Spitzensport und einem unterhaltsamen Rahmenprogramm vor allem für Kinder und Familien lockte das frühsommerliche Kaiserwetter die Pferdefans nach der langen Winterpause zur Rennbahn. Und Renntagssponsor Hannover 96 hatte sich mit seiner Profifußballmannschaft zwei Tage zuvor von einer (seltenen) Schokoladenseite gezeigt und das Bundesliga-Spitzenteam Hertha BSC Berlin mit einem 2:0 vom Platz geschickt. So freuten sich auch viele Fußballfans auf ein zwangloses Ostertreffen mit ihren Lieblingen wie Mike Hanke, Jiri Stajner oder Jan Rosenthal, die übrigens richtig viel zu tun hatten. Bei einem halbstündigen Autogramme-Schreiben kamen sie richtig ins Schwitzen, weil ihre Anhänger sich in langen Schlangen vor den Tischen aufbauten.

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Das „denglische“ Renntagsmotto „Fußball meets Pferde“ glich für manchen Fußballprofi eher einer Begegnung der dritten Art. Ein Grüppchen mit Vinicius und Sergio Pinto stand schüchtern am Rande des VIP-Bereichs, fernab von den feurigen Vollblütern. Mit gutem Beispiel voran indes ging der Kapitän: Nationaltorwart Robert Enke ließ sich von Martin Kind in den Führring mitnehmen, um dessen Wallach Alter König zu begutachten.

Die Begegnung von Kinds „besten Pferden im Stall“ verlief harmonisch. Alter König machte seinem Besitzer mit dem 2. Platz im Rennen ebenso viel Freude wie Enke und Co. zwei Tage zuvor. Und dem Nationaltorwart gefiel „die tolle Atmosphäre auf der Neuen Bult“, obwohl er ähnlich viel zu tun hatte wie die Kollegen Hanke und Rosenthal. Die Rennbahnbesucher baten Enke um Fotoaufnahmen und Autogramme. Und der 31-Jährige machte freundlich und geduldig seine Anhänger glücklich.

Einmal indes passte Enke, weil ihm „niemand Bescheid gesagt hatte“. Der 96-Mannschaftskapitän sollte eigentlich die Siegerehrung für das 3. Rennen vornehmen, das passenderweise auch noch eine Stute von 96-Gesellschafter und HRV-Präsident Gregor Baum gewonnen hatte. Wegen der missglückten Kommunikation kam ein früherer „Chef“ – der langzeitverletzte Innenverteidiger Valérien Ismaël – zu einem zuschauerträchtigen Auftritt und überreichte den Ehrenpreis.

Einen Courage-Preis verdiente sich Enkes Ersatzmann Florian Fromlowitz. Von Trainer Dieter Hecking zum Einlagerennen mit Kamelen beordert, weil der 22-Jährige „schon einmal in Ägypten Urlaub gemacht hat“, behielt Fromlowitz Ruhe und Übersicht und kam mit Rennpartner Kashim gemessenen Schrittes als Sechster unter sechs Startern ins Ziel.

Gute Stimmung und auch ein beachtlicher Wettumsatz mit knapp 250.000 Euro auf der Neuen Bult: Eine Krise sieht anders aus. Das weiß vor allem Landesfinanzminister Hartmut Möllring, der am Montag ebenfalls zuschaute.

Björn Franz 07.04.2009
Björn Franz 07.04.2009