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Sport Regional „Wir können hier einfach den Reset-Knopf drücken“
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16:49 10.06.2020
Guido Stranz betreibt das Race2Fit in Vechelde und weist die Fahrer vorher ein. Quelle: Lukas Everling
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Vechelde

Motorsport kann ein richtig teures Hobby werden, wenn sich die Fahrer mal verbremsen und in der Bande landen. „Wir können hier einfach den Reset-Knopf drücken und es ist so, als wäre nichts passiert“, erklärt Guido Stranz. In Vechelde betreibt er das Race2Fit in dem sich Motorsport- aber auch E-Sport-Fans so richtig austoben können. An vier topmodernen Simulatoren können sie auf unterschiedlichen Strecken um die Wette fahren und dabei ein verblüffend echtes Rennsport-Gefühl wahrnehmen.

80 000 Euro kostet allein eine der Apparaturen, die in Vechelde stehen. Und dafür haben sie auch einiges auf dem Kasten. „Das ist ein echter Rennsportsitz. Original, wie es ihn auch in den echten Autos gibt“, erklärt Guido Stranz. Und der ist zudem ganz schön in Bewegung. Je nachdem, wie sich das Auto bewegt, bewegt sich der gesamte Aufbau gleich mit. Kommt der Fahrer von der Strecke ab, wird es ziemlich holprig. Fährt er in eine Wand, dann wird der Fahrer auch nach vorne gerissen.

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Dabei werde allerdings das Gehirn ein wenig veräppelt, wie Guido Stranz erklärt. Denn beim Bremsen werde der angelegte Sechspunktgurt vom Simulator straff gezogen, um die G-Kräfte zu imitieren. „Außerdem befindet sich der Sitz auf einer Schiene, auf der er sich nach links und rechts bewegen kann“, zeigt Guido Stranz auf das Hinterteil der Maschine. „Da merkt man dann, wenn das Heck ausbricht.“ Außerdem kann sich der Sitz leicht auf und ab bewegen.

Am 1. März hatte die Race2Fit GmbH erstmals geöffnet und wollte voll durchstarten. Doch kaum drei Wochen später musste das Geschäft im Vechelder Gewerbegebiet wegen des Ausbruchs der Corona-Pandemie wieder schließen. Seit Ende Mai hat es seine Tore wieder geöffnet und freut sich über jeden Motorsport-Fan der hereinschneit und die Simulatoren ausprobieren möchte.

Dabei kamen schon ganz unterschiedliche Menschen, berichtet Stranz. So sind die Simulatoren auch für kleine Gruppen von bis zu vier Leuten geeignet, die dann auch direkt gegeneinander auf einer der zahllosen Strecken antreten können. „Es ist vielleicht sogar noch besser als eine Kart-Strecke. Hier können die Leute quasi machen was sie wollen, wenn sie sich gegenseitig mal rammen sollten, dann schmeißen wir sie ja nicht gleich raus“, erklärt der Betreiber lachend.

Im Simracing sieht er für die breite Masse den perfekten Einstieg in den Motorsport. „Eigene Autos kosten viel Geld. Hier können die Leute für vergleichsweise geringe Preise fahren“, sagt er. Mit dem Neueröffnungs-Angebot kostet eine Stunde aktuell 35 Euro. „Dabei zählt auch nur die Fahrtzeit“, sagt Guido Stranz. „Davor werden noch die ganzen Anpassungen gemacht und es gibt eine Einweisung.“

Kinder können sich übrigens auch an den virtuellen Autorennen versuchen. „Von 1,10 bis 2,10 Meter können wir die Simulatoren für alle anpassen“, erklärt der Betreiber. So saß in Vechelde kürzlich bereits ein Siebenjähriger hinter dem Steuer und hat seinem Vater mal gezeigt, wo es langgeht. „Es kommt vor allem auf die Streckenkenntnis an“, meint Guido Stranz. Die hatte der junge Motorsport-Fan schon von der heimischen Konsole.

Von Lukas Everling

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