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Sport Regional „Vielleicht habe ich die Pause auch mal gebraucht“
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13:50 07.04.2020
Konzentriert und dynamisch: Engin Aslan (links) beim Bundesliga-Kampf gegen Georgy Gubeladze vom MBR 31 Hamm. Der Peiner gewann das Duell.
Konzentriert und dynamisch: Engin Aslan (links) beim Bundesliga-Kampf gegen Georgy Gubeladze vom MBR 31 Hamm. Der Peiner gewann das Duell. Quelle: Foto: Debbie Jayne Kinsey
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Peine

Auch die Boxer haben vor dem Corona-Virus das Handtuch geworfen. Vor allem für Profi-Kämpfer ist das wie ein schwerer Wirkungstreffer. Nicht nur, dass ihnen Einnahmen verloren gehen, sie haben in der Regel auch keine Möglichkeit, ihre Form durch spezielles Training zu behalten.

„Als die Saison abgebrochen wurde, war ich richtig traurig“, sagt der Peiner Engin Aslan, der für den BSK Hannover-Seelze in dieser Saison in allen fünf Bundesliga-Begegnungen boxte und sich dabei hervorragend präsentierte. Der Traum von der Teilnahme an den Playoffs zur Ermittlung des deutschen Mannschaftsmeisters ist geplatzt.

„Als die Nachricht von der Einstellung des Sportbetriebs und dem Ende der Bundesliga-Saison kam, war es ein blödes Gefühl. Aber man kann ja nichts daran ändern.“ Immerhin sieht er mittlerweile sogar positive Seiten: „Vielleicht habe ich die Pause auch mal gebraucht. Ich habe im letzten Jahr rund 30 Kämpfe bestritten.“

Gezieltes Box-Training ist zurzeit nicht möglich. Die Halle seines Heim-Vereins BC 62 Peine ist geschlossen, und auch beim BSK Hannover-Seelze geht momentan nichts. „Ein paar der Jungs trainieren im Moment gar nicht“, sagt Aslan. Zu denen gehört er allerdings nicht. Er versucht, seine Grundform zu bewahren, auch wenn er gesteht: „Viel kann ich nicht machen.“

Als die Bundesligasaison noch lief, ist er jeden Vormittag 6 bis 7 Kilometer gelaufen, am Nachmittag oder Abend war die zweite Trainingseinheit mit verschiedenen Schwerpunkten wie Kraft, Kondition oder Schnelligkeit. Und hin und wieder ging Engin Aslan ins Fitness-Studio. Laufen kann er auch jetzt noch. „Ansonsten kann ich zuhause Schattenboxen oder Gymnastik machen. Aber mehr kaum.“ Dass er durch die Corona-Pause zuviel von seiner Form verliert, befürchtet der 19-Jährige nicht. „Das Boxen verlernt man ja nicht. Die Dynamik geht zwar verloren. Aber ich bin jung, und nach zwei bis drei Wochen gezieltem Training habe ich die Form wieder“, meint er.

Aber trotzdem: Den Boxsport vermisst der Peiner. Und die Bundesliga-Kämpfe. „Es ist ein unfassbares Feeling, vor so vielen Zuschauern gegen die besten Boxer im Ring zu stehen“, sagt Engin Aslan. „Wenn es wieder losgeht, weiß ich das noch mehr zu schätzen und werde noch mehr geben.“

Fitness-Tipps von Engin Aslan

Auch ohne Gewichte oder Sporthalle kann man viel für die Fitness tun. „Laufen schadet nicht“, stellt Engin Aslan fest. „Das kann man immer.“ Für zuhause empfiehlt er Liegestütz und Situps – und Gymnastik. „Und wer ein Seil hat, sollte es mit Seilspringen versuchen.“ Einiges davon – zum Beispiel Liegestütze – kann man auch sehr gut draußen umsetzen.

Von Matthias Press