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Sport Regional Vecheldes Aufstiegskapitän Rempe schmettert jetzt im Wohnzimmer
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11:04 10.04.2020
Ballwechsel zwischen Sofa und Ess-Tisch: Arminia Vecheldes Tischtennis-Landesliga-Spieler Josef Rempe (Mitte) hat wegen der Corona-Krise eine Tischtennis-Platte im Wohnzimmer aufgebaut. Dort trainiert er mit seinen Kindern Pia (8) und Jaspar (10). Quelle: privat
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Vechelde

Ein Pferd steht bei Vecheldes Tischtennis-Landesliga-Spieler Josef Rempe noch nicht auf dem Flur, aber dafür jetzt eine Tischtennis-Platte im Wohnzimmer. Weil die Hallen wegen der Corona-Krise gesperrt sind, trainiert Arminias Aufstiegskapitän jetzt halt zwischen Sofa und Esstisch mit seinen Kindern Pia (8) und Jaspar (10) und seiner Frau Ranka. Das ist nicht nur gut fürs Ballgefühl, sondern auch perfekt gegen Lagerkoller in einer Familie mit zwei Kindern. „Für eine Ballonabwehr müsste ich aber zwangsläufig auf dem Sofa sitzen“, flachst der Papa angesichts der beengten Bedingungen.

Auf die Corona-Zwangspause im Tischtennis reagierte Josef Rempe mit einer guten Idee und einem Zollstock. Er erinnerte sich an die Platte, an der er selber als Jugendlicher trainiert hatte, die derzeit aber bei seiner Schwester in Molbergen im Landkreis Cloppenburg etwas verstaubte. Die Rempes nahmen Maß im Wohnzimmer. Das Ergebnis: „Wir haben den Esstisch zur Seite gestellt und den Wohnzimmer-Schrank auf den Flur verfrachtet – dann passte es“, verrät Arminias Landesliga-Kapitän. Das Wohnzimmer einfach mal umdekorieren – da spielte angesichts der Corona-Krise sogar seine Frau mit. „Wir können ja eh keinen Besuch empfangen“, merkt Josef Rempe an.

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Er fuhr also die 230 Kilometer zu seiner Schwester Monika Brinkmann, mit der er vor fünf Jahren Bronze bei der Senioren-Landesmeisterschaft im Mixed gewonnen hatte, und lud den rund 30 Jahre alten Tisch der Marke Contra auf den vom Bruder geliehenen Hänger. Dass der Tisch aus zwei Hälften besteht, erleichterte den Transport.

In Vechelde waren die Kinder Pia (8) und Jaspar (10) hellauf begeistert von der Überraschung. Beide schlagen nämlich seit ein paar Wochen selber im SV Arminia Vechelde auf. Doch weil erst die Hallen gesperrt wurden und dann auch kein Spiel auf der Steinplatte des Spielplatzes mehr möglich war, mussten die Nachwuchs-Rempes auf ihren geliebten Sport verzichten. Jetzt nicht mehr. „Die beiden sind mittlerweile ganz gut, sodass man auch mal ernsthafter gegeneinander spielen kann“, stellt der Papa erfreut fest. Pia etwa war vergangenes Jahr bei den Mini-Meisterschaften schon bis ins Verbandsfinale eingezogen. „Sie hat eine sehr schöne Technik“, lobt der Papa. Jaspar trumpfte beim letzten vor der Corona-Zwangspause ausgetragenen Turnier mit dem Final-Einzug auf. „Er kann schon eine sehr gute und schnelle Vorhand ziehen“, schwärmt sein Vater.

Da das Material des Tisches nicht wetterfest ist, wird nun halt im Wohnzimmer gemeinsam geschmettert. Dafür können die Rempes aber an einer Platte spielen, die sogar tauglich fürs Vereinstraining wäre. „Auf einer Garten-Platte springen die Bälle ganz anders ab. Und unser Contra-Tisch ist selbst nach 30 Jahren noch in so guter Verfassung, dass ich behaupten würde, es gibt in einigen Hallen schlechtere Tischtennis-Tische“, sagt Vecheldes Nummer eins des Landesliga-Vizemeisters.

Immer nur Tischtennis spielen – das wird aber sogar in der Tischtennis-Familie Rempe irgendwann mal langweilig. Deshalb haben die Vechelder auch noch einen guten Tipp mit Aktiv-Charakter für andere Familien in Corona-Zeiten: „Wir haben zum ersten Mal Geocaching gemacht. Da wird eine Radtour für Kinder gleich viel interessanter“, erläutert Josef Rempe. Beim Geocaching werden Verstecke anhand geografischer Koordinaten gesucht, die im Internet veröffentlicht sind. Jaspar liest zudem gerade „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ – und die ganze Familie hatte endlich mal Zeit, den Zauberwürfel zu lösen.

Für alle, die sich keinen Tischtennis-Tisch ins Wohnzimmer stellen wollen oder können, gibt es aber noch eine andere Variante, um ein paar Bälle miteinander zu schlagen. „Wir hatten vorher schon mal ein Netz an unserem Wohnzimmer-Tisch. Das ging auch ganz gut“, verrät Jaspar.

Von Christian Meyer

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