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Sport Regional Vechelde muss zittern: Vahdet-Spiel wird wiederholt
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14:00 16.06.2016
Wird Vechelde der Titel noch entrissen? Die Fans schwenkten schon die Meister-Fahnen beim 1:0-Derbysieg in Hohenhameln. Quelle: Ralf Büchler

Vechelde. Am polnischen Ostseestrand stießen Vecheldes Bezirksliga-Kicker bei ihrer Mannschaftsfahrt noch einmal auf die Super-Saison des Aufsteigers an. „Sportlich fühlen wir uns als Meister“, betont Vecheldes Trainer Thomas Mühl. Doch kurz nach ihrer Rückkehr wurde die Freude getrübt. Obwohl Mühl mit seinem Team sensationell am letzten Spieltag die Tabelle anführte, müssen die Vechelder noch um den Aufstieg zittern. Denn das Bezirkssportgericht hat das beim Stand von 2:2 in der 88. Minute abgebrochene Verfolgerduell zwischen Union Salzgitter und Vahdet Salzgitter neu angesetzt. Gewinnt der KSV Vahdet mit mehr als einem Tor Unterschied, ist er Meister.

Erst am Dienstagabend verhandelte das Gericht die Vorfälle, die dazu geführt hatten, dass der Schiedsrichter das Verfolgerduell zwischen Union Salzgitter und Vahdet Salzgitter am 22. Mai abgebrochen hatte. In der 88. Minute beim Stand von 2:2 hatte sich ein Union-Spieler beim Schiedsrichter über eine Rote Karte gegen einen Teamkollegen massiv beschwert. Als der Schiri dann noch die Hand des Spielers im Gesicht spürte, fühlte er sich bedroht und brach die Partie ab. Es handelte sich jedoch um keinen regelkonformen Spielabbruch, wie die Sportrichter nach den Aussagen der Beteiligten nun feststellten. „Der Schiedsrichter hat eingeräumt, dass Kraft Definition keine Tätlichkeit vorlag. Wir haben die Situation in der Verhandlung sogar nachsimuliert. Die Unsportlichkeit hätte auf jeden Fall mit einer Roten Karte bestraft werden müssen, für einen Spielabbruch reichte das aus unserer Sicht aber nicht“, begründete der Bezirkssportgerichts-Vorsitzende Hermann Werner aus Wolfenbüttel. Laut Paragraf 37 der Spielordnung des Landes-Fußballverbands müsse die Partie deshalb neu angesetzt werden.

Einen Termin dafür gibt es sogar bereits. Samstag ab 16 Uhr steigt das brisante Duell bei Union Salzgitter. Vecheldes Trainer Thomas Mühl wird es sich nicht angucken. „Das tue ich mir nicht an.“ Ohnehin sei er sehr unzufrieden damit, wie lange das Urteil auf sich warten ließ. „Das hätte man eher klären müssen. So hat das alles einen faden Beigeschmack“, betont er.

Denn Union Salzgitter ist inzwischen raus aus dem Titelrennen, muss zudem bei der Neuauflage auf die Akteure Fabian Borgs und Mohamed Ayali verzichten, die das Sportgericht für vier und fünf Wochen sperrte. „Sie haben also kein echtes Interesse mehr, das Spiel zu gewinnen, deshalb sind die Chancen für uns sehr gering“, sagt Mühl, dessen Team am Ende den Titel noch über die Tordifferenz an Vahdet verlieren kann. Hätte das am letzten Spieltag festgestanden, hätten die Vechelder reagieren können. „Dann hätten wir die letzten 15, 20 Minuten offensiver in Hohenhameln gespielt“, sagt Mühl. 1:0 gewann die Arminia.

Der Bezirkssportgerichts-Vorsitzende Hermann Werner hat Verständnis für die Vechelder, verweist aber unter anderem auf Ladungsfristen, die einzuhalten waren. „Aus sportlicher Sicht ist das sicherlich sehr misslich. Aber wir können nur aufgrund der Vorgabe der Rechts- und Verfahrensordnung urteilen“, erläuterte er. Er zumindest würde beiden Vereinen empfehlen, einen Antrag beim Landesverband in Barsinghausen zu stellen, dass aufgrund der Ereignisse auch noch der Zweitplatzierte in die Landesliga aufsteigen darf. „Einen Rechtsanspruch darauf gibt es sicherlich nicht, aber die Landesliga spielt ja eh schon mit 17 Teams, der Spielplan müsste daher nicht geändert werden“, merkte Werner an.

Gibt es vielleicht doch noch ein Happy End? Die Vechelder werden das Spiel am Samstag abwarten. „Und dann werden wir mit dem Vorstand darüber diskutieren, ob so ein Antrag sinnvoll ist oder nicht“, sagt Mühl. Fest stehe jedoch: „Wir wollen sehr gerne in die Landesliga.“

cm

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