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Sport Regional Vechelader staunen über österreichische Trick-Aufschläge
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17:53 25.07.2019
Starker Auftritt: Olaf Billert-Papendorf schaffte sowohl im Einzel als auch im Doppel den Einzug in die EM-Hauptrunde. Volker Schrader (oben, Zweiter von links) und Doppelpartner Thorsten Grzeskowitz ließen sich mit ihren polnischen Gegnern fotografieren. Quelle: Isabell Massel
Kreis Peine

Das Gulasch schmeckte noch besser als ohnehin erwartet, die Stadt war eine Reise wert und „sportlich haben wir auch deutlich mehr erreicht als erhofft. Wir waren auf Wolke 7“, bilanzierte Klaus Lemke vom MTV Vechelade zufrieden. Sieben Tischtennis-Spieler aus dem Landkreis Peine genossen ihr Abenteuer Senioren-Europameisterschaft in Budapest – und staunten mitunter über Aufschläge von denen sie gedacht hatten, dass so etwas physikalisch gar nicht geht.

An 126 Tischen in 3 Hallen wurde in Ungarn geschupft und geschmettert. Die EM war ein Tischtennis-Spektakel mit 3500 Spielern. Ansetzungen für ihre Spiele bekamen alle Vertreter per SMS-Kurzmitteilung aufs Handy geschickt. „Das passte auf die Minute genau, da gab es null Wartezeit. Die Orga war astrein“, lobte Klaus Lemke, der es im Doppel mit Partner Olaf Billert-Papendorf sogar überraschend in die Hauptrunde der Altersklasse 40 geschafft hatte. Ein Angreifer und ein Noppenspieler – diese Kombination passte bei den Vecheladern, die sich nach ihrer Auftaktniederlage gegen die Ungarn Jeno Haraszti und Norbert Serfel (2:3) gegen die Schweden Henric Forsberg/Johan Tedbrandt (3:1) und die Finnen Pekka Korva/Jussi Rahikainen (3:2) durchsetzten und dank des besten Ballverhältnisses sogar noch die Gruppe gewannen. „Olaf hat sensationell stark gespielt. Mit seiner Noppe hatten viele Gegner große Probleme“, lobte Klaus Lemke seinen Doppelpartner.

In der Hauptrunde knackten die beiden Bezirksklassen-Spieler so auch noch die Norweger Stig Amundsen/Jan Bergersen mit 3:2. Doch die nächste Hürde war zu hoch: Der österreichische Bundesliga-Spieler Tarek Al Samhoury trat mit seinem Vater Omar an und ließ die Vechelader staunen: „Wenn ich einen Topspin gezogen hatte, kam der Ball so schnell zurück, dass ich meinen Arm noch nicht mal wieder unten hatte“, bewunderte Lemke. Für noch mehr Verblüffung sorgten Al Samhourys Aufschläge. Die servierte er so trickreich mit verschiedenen Schnittvarianten, „dass unsere Rückschläge manchmal nicht mal in die Nähe des Tisches kamen. So etwas habe ich noch nicht gesehen. Aber es hat trotzdem total viel Spaß gemacht“, bilanzierte Lemke.

Sogar an der Medaille in der Ü50-Doppel-Trostrunde schnupperten die Vechelader Andreas Korth und Jörg Schlichtmann. Nach dem Gruppenaus mit einem Sieg und zwei Niederlagen spielten sich die beiden MTVer in einen Rausch. Nach Siegen gegen zwei Franzosen und zwei Bulgaren knackte das Duo auch noch den früheren englischen Spitzenspieler Les Eadie, der mit seinem finnischen Kumpel Ismo Lallo angetreten war. „Les Eadie hat aber ein paar Schläge aus dem Handgelenk gezaubert, bei denen man gesehen hat, dass er es mal konnte. Das war ein tolles Spiel mit guter Stimmung“, sagte MTV-Klubkollege Klaus Lemke nach dem 3:2-Erfolg.

Damit waren Andreas Korth und Jörg Schlichtmann im Viertelfinale – und streng genommen hatten sie das auch schon gewonnen. Denn die Ungarn Attila Barkoczi und Zoltan Csonka kamen zu spät, der Schiri hatte auf dem Spielzettel gerade schon eine kampflose Partie eingetragen, als die Gegner doch noch auftauchten. So wollten die Vechelader nicht gewinnen. Sie ermöglichten den Ungarn fairerweise doch noch die Partie und schieden mit 0:3 aus. Trotzdem: „Die Doppel waren das Highlight“, bilanzierte Lemke zufrieden.

Erfolgreichster Einzelspieler des MTV (und bester Doppelkopf-Spieler der MTV-Reisegruppe) war Olaf Papendorf, der es mit zwei Gruppen-Siegen sogar in die Ü50-0Hauptrunde geschafft hatte. Am Ende hatten alle fünf Vechelader, auch EM-Debütant Frank Hollstein, mindestens ein Spiel bei der EM gewonnen.

Nach Budapest ist übrigens vor Bordeaux – an der Senioren-WM im nächsten Jahr in Frankreich wollen die Vechelader auch wieder teilnehmen.

Mindestens drei Sätze gewinnen – das war das Ziel von Volker Schrader vom TSV Bildung Peine. Und das hat er übertroffen: „Am Ende sind es sogar zwei Spiele geworden. Deshalb bin ich sehr zufrieden“, bilanzierte der Peiner. Und er weiß jetzt, wie es sich anhört, wenn Russen, Slowenen oder Schweizer fluchen.

Erinnerungsfoto: Volker Schrader (Zweiter von rechts) und Doppelpartner Thorsten Grzeskowitz (Zweiter von links) mit ihren polnischen Gegnern Adam Kleczkowski und Artur Rachanski. Quelle: privat

Schraders unangenehmes Abwehrspiel am Tisch mit Anti-Belägen ist gewöhnungsbedürftig. Der Russe Alexandr Momzerov bekam das im ersten Satz zu spüren, den der Favorit prompt überraschend 8:11 verlor. „Danach hat er aber mit Köpfchen gespielt“, erklärte Schrader seine 1:3-Niederlage. Gegen den Italiener Stefano Pozzato war der Peiner chancenlos. „Der hat top angegriffen.“ Doch den Slowenen Joze Firm brachte Schrader mit seinem Spiel zur Verzweiflung. In der Trostrunde bezwang der Kreisliga-Spieler auch noch den Schweizer Ralph Gmilkowsky. „Der hat sich so über mein Spiel aufgeregt, dass er sich selber geschwächt hat“, stellte Schrader schmunzelnd fest, der im bayerischen Bezirksliga-Spieler Jörg Meyer dann aber seinen Meister fand.

Mit Kumpel Thorsten Grzeskowitz vom TTC Berkum verlor Schrader zwar alle Doppelspiele, doch das konnte ihnen das gelungene Abenteuer in Budapest nicht vermiesen. Im Gegenteil: Sie sind auf den Geschmack gekommen und wollen nun 2021 auch zur EM nach Cardiff – mit weiteren Freunden wie Florian Brandes (Bildung) und Bastian Geffers (TSV Meerdorf). „Die Pubs, die Landschaft – Wales hört sich gut an“, sagt Schrader.

Von Christian Meyer

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