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VT Union plant großen Umbau: Gesundheits-Sport statt Gaststätte

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17:02 23.04.2021
VTU-Pressewartin Rosa Gravina präsentiert die Informationsbroschüre zusammen mit Sportreferent Michael Rekel (links) und dem Vorsitzenden Edgar Janßen. Sie stehen im Gaststättenbereich, der umgebaut werden soll.
VTU-Pressewartin Rosa Gravina präsentiert die Informationsbroschüre zusammen mit Sportreferent Michael Rekel (links) und dem Vorsitzenden Edgar Janßen. Sie stehen im Gaststättenbereich, der umgebaut werden soll. Quelle: Matthias Press
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Gross Ilsede

Das Projekt ist groß. Viel größer als die Schnitzel, die es bei Elisabeth Lorentz gab. Im Vereinsheim von VT Union Groß Ilsede soll ein Gesundheitssport-Zentrum entstehen – sofern die Mitglieder zustimmen. Ein neuer Sport- und Bewegungsraum ist im „Aktiv-Center“ geplant, wo früher die Gaststätte war. Kraftzirkel, Dehnungszirkel, Cardiobereich und Freihanteltraining sind vorgesehen.

Die Wirtin des Vereinsheims von VT Union Groß Ilsede hatte 35 Jahre die Gaststätte gemanagt, jede Menge Versammlungen, Festveranstaltungen und Familienfeiern gewuppt. Doch mit 73 Jahren und aufgrund der Corona-Flaute hat sie aufgehört. „Wir mussten uns überlegen, was wir mit den Räumen machen“, sagt der Vereinsvorsitzende Edgar Janßen. Selbst wenn ein neuer Gaststättenpächter gefunden würde, müsste das Haus aus Brandschutzgründen saniert werden. „Holz muss raus. Auch die Holztreppe in den ersten Stock muss durch anderes Material ersetzt werden“, erklärt Sportreferent Michael Rekel.

Den Verein für Herausforderungen der Zukunft zu wappnen, ist das Bestreben des Vorstands – und der kam zu der Erkenntnis, dass eine Gaststätte weniger wichtig ist, als das Angebot für Gesundheitssport zu erweitern. „Die demographische Entwicklung haben wir bei den Überlegungen berücksichtigt“, sagt VT-Union-Pressewartin Rosa Gravina.

Beim Umbau des Aktiv-Centers soll der Zugang barrierefrei werden, dafür würde ein Fahrstuhl eingebaut. „Wir müssen eine sechsstellige Summe investieren“, kündigt Janßen an. Zuschüsse sollen eingeworben werden, was fehlt, müsste über Kredite finanziert werden. Das Gesundheits-Sportzentrum soll die bisherigen Mitglieder aber nicht belasten. „Sie zahlen ihre Mitgliedsbeiträge wie bisher“, sagt der Vorsitzende. Wer das neue Zentrum nutzt, zahlt einen noch nicht feststehenden Beitrag dafür. Die Geräte für die speziellen Trainingsziele sollen geleast werden.

Ob das alles auch so umgesetzt wird, entscheiden die Mitglieder in der Versammlung am Freitag, 28. Mai. Dann steht das Projekt zur Abstimmung. „Die Versammlung wird unter Berücksichtigung der Corona-Regeln stattfinden, notfalls auf dem Sportplatz“, sagt Janßen. „Wir wollten schon eher loslegen, aber durch Corona hat sich alles verzögert.“ Er rechnet damit, dass der Umbau nach den Sommerferien beginnen könnte. „Er dauert mindestens sechs Monate.“ Frühestens Mitte kommenden Jahres würde dann das Gesundheits-Sportzentrum starten.

Bei einer Online-Infoveranstaltung vergangene Woche hat Janßen eine „positive Resonanz“ erfahren. „Es gab wenige kritische Fragen, die wurden aber alle erklärend beantwortet.“ Zugeschaltet war auch der Vorsitzende der TVG Hosterhausen (Stadtteil von Essen). Der Sportverein hat bereits ein „Gesundheitszentrum“ in Betrieb, das sich die VT-Union-Vorstandsmitglieder angesehen hatten – und begeistert waren. TVG-Chef Peter Wehr zerstreute bei der Online-Infoveranstaltung manche Bedenken. „Gerade was die Auslastung angeht, war er sich sehr sicher, dass der Betrieb in Ilsede funtionieren werde“, sagt Janßen. Was ihn zusätzlich optimistisch macht: „TVG muss für das Gebäude nicht wenig Pacht zahlen, und es rechnet sich trotzdem. Das Aktiv-Center ist dagegen eine vereinseigene Immobilie. Dieser Kostenfaktor fiele bei uns weg.“

Der Gesundheitssport steht bei den Planungen der VT Union im Vordergrund. „Das wird keine Pumperbude“, betont Janßen. Da es in Groß Ilsede kein Fitness-Studio gibt, sieht der Vorstand auch keine Konkurrenzsituation zu einem gewerblichen Betrieb. Sichergestellt sei aber, dass ausgebildete Trainer ständig zugegen sind. Trainingsprogramme würden individuell erstellt und die Besucher regelmäßig im Trainingsprozess begleitet.

Ortsbürgermeisterin Ilse Schulz, selbst VT-Union-Mitglied, ist von dem Vorhaben angetan: „Sport bedeutet Gesundheit und Geselligkeit und unterstützt somit das soziale Miteinander in unserer Gesellschaft. Dieses Projekt ist eine gute Perspektive für die Zukunft der VT Union Groß Ilsede und der Gemeinde.“ Auch der Kreissportbund-Vorsitzende Wilhelm Laaf, der bei der Online-Vorstellung zugeschaltet war, unterstützt das Projekt. „Es ist richtig, dass der Verein moderne, neue Wege geht. Und es wird positiv hinsichtlich der Mitgliederentwicklung sein.“

Die Informationsbroschüre liegt in der VT-Union-Geschäftsstelle für Interessierte aus.

Von Matthias Press