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Sport Regional Trotz Auf- und Abstiegs-Bangen: Peiner Teams begrüßen Zwangspause
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18:30 13.03.2020
Ausgebremst: Holger Vahldiek punktete mit dem VfL Woltorf in fünf von sieben Punktspielen der Bezirksliga-Rückrunde und hatte wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt – doch nun ist fraglich, ob die Saison überhaupt zu Ende gespielt werden kann. Quelle: Foto: Ralf Büchler
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Kreis Peine

Die Hiobsbotschaft verkündete der Tischtennis-Landesverband passenderweise am Freitag, den 13. – wegen der sich zuspitzenden Corona-Virus-Sorge hat er den Spielbetrieb vorerst bis zum 17. April ausgesetzt. Das heißt: Zwangspause auch für alle Peiner Tischtennis-Teams. Ob die Saison noch zu Ende gespielt werden kann, ist mehr als fraglich. Einige Mannschaften würde das hart treffen.

Der abstiegsgefährdete VfL Woltorf etwa stand in der Bezirksliga vor den Tagen der Entscheidung. Freitagabend hätte das Kellerduell-Derby des Vorletzten beim Letzten SG VfB/Bildung Peine steigen sollen, Dienstag das Abstiegskampf-Spiel gegen den Drittletzten MTV Vechelade. „Wir waren gerade am Drücker, und ich bin optimistisch, dass wir es noch geschafft hätten, zumindest die Relegation zu erreichen“, sagt VfL-Kapitän Holger Vahldiek. Doch nun wurde das Überholmanöver ausgebremst. Vahldiek hat Verständnis: „Nachdem der Profisport es vorgemacht hat, hatte der Breitensport keine andere Wahl, als zu reagieren. Ich merke es doch an mir selber, ich bin eigentlich ein entspannter Mensch, doch in den letzten drei Tagen stand Tischtennis nicht mehr im Fokus, da waren andere Sachen im Vordergrund.“

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Der VfL-Spitzenspieler hofft zwar noch, dass die Saison nach der Zwangspause zu Ende gespielt werden kann, doch so richtig dran glauben mag er nicht. Für ihn gibt es eigentlich nur zwei andere Möglichkeiten: Die Saison wird so gewertet, wie der derzeitige Stand ist, dann würden die Woltorfer absteigen. Oder sie wird komplett annulliert – dann würde niemand auf- oder absteigen. „Egal wie, es gibt keinen gerechten Weg. Wir nehmen es so, wie es kommt. Es gibt Wichtigeres im Leben“, betont Vahldiek.

Nicht den Abstieg verhindern, sondern das Aufstiegswunder schaffen – davon träumen dagegen die Spieler vom Landesliga-Zweiten Arminia Vechelde, die derzeit als Tabellenzweiter den Aufstiegsrelegationsplatz belegen. Wenn die Saison annulliert wird, wäre der Verbandsliga-Traum geplatzt – eine Welt würde für die Vechelder deshalb aber nicht zusammenbrechen, betont Arminia-Spieler Jan Fichtner. „Noch einmal in einer 13er-Staffel wie in dieser Saison zu spielen, hat auch etwas. Fast jedes Wochenende ein Punktspiel – ich fand das gut“, sagt er. Trotzdem: Lieber wäre ihm und der Mannschaft, die Saison könnte zu Ende gespielt werden oder der derzeitige Stand oder der Stand nach der Hinrunde würden über Auf- und Abstiegsfragen sowie Relegationsteilnahmen entscheiden. Die Entscheidung über die Zwangspause in den mitgliederstarken Sportarten begrüßt Fichtner, der auch noch Fußball beim Kreisligisten Rot-Weiß Schwicheldt spielt: „Ich finde gut, dass ein Cut gemacht wird. Wir können das Virus vielleicht nicht stoppen, aber zumindest verlangsamen“, sagt der 32-Jährige. Für sportfreie Wochenenden fühlt er sich zumindest gut gerüstet: „Ich habe Netflix, Amazon-Prime und Sky.“

Berkums Sportwart und Herren-Bezirksoberliga-Spieler Fabian Spatz teilte seinen Teamkollegen und Vereinsmitgliedern Freitag sogar mit, dass sich der TTC der Empfehlung des Landesverbands anschließt und auch den Trainingsbetrieb in der Rosenthaler Sporthalle bis zum 17. April einstellt. Berkums Bezirksoberliga-Kapitän Sascha Henke findet das genauso konsequent wie die Ruhepause im Punktspielbetrieb. „Es gibt auch viele Spieler, die aus Sorge nicht mehr gespielt hätten. Wenn Mannschaften dann nur mit der Hälfte des eigentlichen Kaders auflaufen, ergibt das doch auch keinen Sinn“, sagt er. Sollte die Saison tatsächlich nicht mehr zu Ende gebracht werden können, wünscht Henke sich die Annullierung und einen Neustart in gleicher Konstellation. „Ob das aber realistisch ist? Keine Ahnung“, sagt er.

Kreisverband empfiehlt Einstellung des Trainingsbetriebs

Punkt- und Pokalspiele, Turniere, Schulwettbewerbe wie die Mini-Meisterschaften – für alle Wettbewerbe hat der Tischtennis-Landesverband eine Pause bis zum 17. April angeordnet. „Uns allen ist inzwischen bewusst, dass es aktuell darum geht, die weitere Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und auf diese Weise die besonders gefährdeten Mitbürger und Mitbürgerinnen zu schützen. Mit der Aussetzung des Spielbetriebs in Niedersachsen möchten wir als Sportverband auch unserer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden“, begründet Landes-Chef Heinz Böhne. Über mögliche Konsequenzen für die Auf- und Abstiegsregelung oder Einzel-Meisterschaften will der Verband in den nächsten Wochen beraten. Peines Kreisverbands-Chef Michael Scholz mailte die Info Freitag an alle Vereine – mit einer weiteren Bitte: Er empfahl den Peiner Vereinen zudem, den Trainingsbetrieb einzustellen.

Von Christian Meyer