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Sport Regional Schulter nervt: Edemissens Manuel Winkler pausiert nächste Saison
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18:33 20.02.2020
Ein Torgarant auf Linksaußen: Jahrelang spielte Manuel Winkler diese Position bei den Landesliga-Handballern der HSG Nord, inzwischen agiert er auch im Rückraum. Quelle: Foto: Ralf Büchler
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Edemissen

Von links in die Mitte: In fremden Gefilden ist diese Saison Edemissens Landesliga-Handballer Manuel Winkler unterwegs. Denn der etatmäßige Linksaußen rückte im Sommer in den Rückraum, da seine Mannschaft für die zweite Reihe dünn besetzt ist. Mit seiner neuen Rolle hat sich der 30-Jährige, der mit den Edemissern Samstag beim zwei Tabellenplätze schlechter postierten BTSV Eintracht Braunschweig antritt, inzwischen angefreundet.

BTSV Eintracht Braunschweig – HSG Nord Edemissen (Samstag, 19 Uhr). „Mittelmann sein, macht auch Spaß. Die Ansagen kommen von mir, man lenkt aktiv das Spiel. Außen befinden sich eher in Wartestellung, sie sind zumeist auf Anspiele von anderen angewiesen“, betont Winkler, der sich nach und nach in seine neue Position reingefuchst hat. „Wie unsere Spielzüge ablaufen, wusste ich ja vorher schon, das war kein Problem. Doch optimal läuft es nicht. Ich spiele beispielsweise zu oft den Kreis an.“

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Ob er lieber als Außen oder im Rückraum agiert, vermag der Umwelt-Ingenieur nicht zu sagen. „Linksaußen spielen ist auch nicht schlecht. Konter laufen und sie mit Toren abschließen hat schon seinen Reiz.“

Fest steht hingegen, dass er auf der Außenbahn seit frühester Jugend zu Hause ist. Zum Handball gebracht hat ihn sein langjähriger Mannschaftskamerad Timo Seffer, mit dem er noch heute befreundet ist. „Ich war damals acht Jahre alt, wir gingen zusammen zur Grundschule in Stederdorf. Timo überredete mich, beim Training der HSG Nord mitzumachen. Und wir waren nicht die einzigen Handballer in unserer Klasse. Denn wir standen mit mehreren Mitschülern gemeinsam in einer Mannschaft. Mark Zerter und Julian Funk zählten beispielsweise dazu.“

Die erwähnten Spieler waren wie Winkler Teil der Edemisser Meistermannschaft, die 2011 den Aufstieg in die Verbandsliga schaffte. Zwei Jahre darauf folgte der Abstieg. „Trotzdem war es sportlich meine schönste Zeit. Wir hatten eine coole, eingeschworene Truppe“, erinnert sich der Anhänger des SC Magdeburg.

Trainer seinerzeit war der Litauer Vylius Duknauskas, auf dessen Initiative die 1. Herren der HSG Nord mehrere Reisen in dessen Heimat unternahm. „Das war eine tolle Sache, man bekam etwas vom Leben in Litauen mit, lernte eine Menge Leute kennen.“ Nebeneffekt der Besuche war, dass sich ein freundschaftliches Verhältnis zu den Handballern des litauischen Erstligisten Almeida Alytus entwickelte, die im Gegenzug ebenfalls mehrfach in Edemissen zu Gast waren.

Im jetzigen Landesliga-Team der HSG Nord hat Winkler den Status des „Dienstältesten“, seit 2007 gehört der 30-Jährige ununterbrochen zur 1. Herren. Mit dem Gedanken, zu einem anderen Verein zu wechseln, hat der Stederdorfer während seiner Karriere ein paar Mal gespielt. „Doch das hat sich alles zerschlagen. Von vielen Seiten wurde auf mich eingeredet, zu bleiben. Den Ausschlag gab letztlich, dass höherklassig Handball spielen nicht alles ist. Geselligkeit ist für mich genauso wichtig. Und in diesem Punkt passt es in unserer Mannschaft. Ich habe mich immer wohl gefühlt.“

Zum Saisonende dürfte die langjährige Beziehung allerdings einen leichten Knacks bekommen. „Ich werde eine Handballpause einlegen, nur noch aushelfen, wenn wirklich Not am Mann ist. Denn meine Schulter macht mir Schwierigkeiten. Nach den Spielen habe ich zwei Tage Schmerzen“, erläutert Winkler, der sich im November 2017 eine Verletzung an der Gelenkpfanne zuzog und deswegen an der Schulter operiert wurde. „Ein Jahr musste ich anschließend pausieren. Dann ging es wieder halbwegs, doch ich spielte fast nur Abwehr. Erst seit dieser Saison bin ich voll dabei.“

Ganz „der Alte“ ist Winkler indes nicht. „Passen und werfen aus Nahdistanz, das klappt soweit ganz gut. Doch aus acht, neun Metern mit voller Wucht abziehen tut immer noch weh.“

Robustheit dürfte im morgigen Auswärtsspiel der Edemisser bei Eintracht Braunschweig gefragt sein. „Denn die Braunschweiger haben hinten einige kantige Kerle stehen. Da ist es sehr schwer, durchzukommen“, betont Winkler, der die Eintracht vom Niveau ähnlich stark wie seine Mannschaft sieht. Siegchancen habe man jedoch allemal. „Wichtig ist nur, dass wir selbst eine gute Deckung spielen und dann über die erste und zweite Welle unsere Tore werfen.“

Von Jürgen Hansen