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Sport Regional Pechvogel Badey will Schwicheldt zum Abschied auf Platz 2 schießen
Sportbuzzer Sportmix Sport Regional Pechvogel Badey will Schwicheldt zum Abschied auf Platz 2 schießen
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19:48 16.02.2020
Voller Einsatz, so kennt man ihn: Stürmer Kevin Badey (rotes Trikot) spielte seit 2015 für Kreisligist Rot-Weiß Schwicheldt. Mit dem Team gewann er auch den Kreispokal. Im Sommer wechselt er zurück zu seinem Ex-Verein Fortuna Oberg. Quelle: Fotos: Isabell Massel
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Schwicheldt

Viereinhalb Monate hatte Kevin Badey auf diesen Moment gewartet, im Test des Fußball-Kreisligisten TSV Schwicheldt beim TuS Cremlingen war‘s endlich soweit. 20 Minuten vor dem Abpfiff wurde der Angreifer eingewechselt. „Schön war’s“, sagte der 30-Jährige, „aber die Puste hat nicht lange gehalten.“ Kein Wunder nach etlichen gesundheitlichen Rückschlägen. Im Sommer wird Badey zum TuS Fortuna Oberg zurückkehren, vorher möchte er sich bei den Rot-Weißen vernünftig verabschieden.

Satte zehn Punkte liegt Schwicheldt hinter Spitzenreiter Arminia Vöhrum, „den Titel“, da macht sich der Vollblutstürmer keine Illusionen, „müssen wir abhaken“. Und damit das Saisonziel. 13 von 16 Kreisliga-Trainern hatten den TSV zum Favoriten gekürt, auch der Mannschaftsrat um Badey war in die verbale Offensive gegangen und hatte verkündet: Wir wollen aufsteigen!

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Die Realität sieht anders aus. „Vielleicht haben wir manche Gegner auf die leichte Schulter genommen. Und irgendwann steckt man in einem Tief, ist enttäuscht, weil man nicht das erreicht, was man sich vorgenommen hat“, betreibt Badey Ursachenforschung. „Außerdem hatten wir sehr viele Ausfälle.“

Auch er selbst zählte dazu. Nur drei Spiele absolvierte der 30-Jährige in der Hinrunde. Ein Knorpelschaden im linken Knie macht ihm schon lange zu schaffen, „seit sieben Jahren war ich in keiner Saison mehr verletzungsfrei“, so Badey. Und im Juli 2019 passierte dann etwas, von dem er in der Nachbetrachtung sagt, „dass es auch schlimmer hätte ausgehen können“.

Er erlitt einen leichten Herzinfarkt. „Da spielen einige Faktoren eine Rolle. Ich habe seit meiner Geburt einen Block am Herzen, mit 17 kam Bluthochdruck dazu. Außerdem hatte ich zu der Zeit viel Stress“, erklärt Badey. „Da hat mein Körper dann gesagt: Jetzt ist mal Schluss.“ Eine Woche lang lag er im Krankenhaus, an Fußball war vorerst nicht zu denken.

Doch er ist zurück auf dem Platz. Auch dank Ehefrau Sonja. „Sie ist immer für mich da, dafür bin ich ihr unglaublich dankbar“, sagt Badey, der im Außendienst tätig ist. Möglichst noch in diesem Jahr will er mit Sonja und dem gemeinsamen neun Monate alten Sohn ein Haus in Oberg beziehen. Das ist ein Grund für die Rückkehr zu den Fortunen. Aber nicht der einzige.

Der Werder-Bremen-Fan ist fest verwurzelt im Dorfleben. Er ist Mitglied bei den ehemaligen Junggesellen und im Dartclub, geht zum Stammtisch, war 2018 Männerfastnachts-König. Seine besten Freunde wohnen in Oberg, Max Reulecke und Leo Grigorjan, der Patenonkel seines Sohnes, kicken beim TuS. Auch sein jüngerer Bruder Justin ist dort aktiv. „Jetzt“, so Badey, „kann ich mir endlich den Wunsch erfüllen, mit ihm zusammen zu spielen.“

Aktuell gilt seine Konzen-tration aber Schwicheldt. „Spätestens Ende März will ich wieder bei 100 Prozent sein“, sagt der Angreifer. Nach fünf ereignisreichen Jahren, gekrönt vom Kreispokalsieg in der Vorsaison, hofft er auf einen schönen Abschluss. „Wir haben immer noch eine Top-Mannschaft und einen großartigen Teamgeist, Tobi Dreyer ist ein super Trainer“, schwärmt Badey. „Ich würde mich gern mit dem zweiten Platz von unseren einmaligen Fans verabschieden.“

Damit das klappt, will er in der Rückrunde seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen: Tore schießen. Beim 5:3 in Cremlingen ging er noch leer aus, zuletzt traf er im September beim TSV Dungelbeck. In typischer Kevin-Badey-Manier. „Der Ball springt von meinem Knie hoch, und ich versenke ihn per Fallrückzieher zum 4:3“, schildert der Goalgetter – und beweist, dass er sein Lachen trotz der gesundheitlichen Probleme nicht verloren hat. „Die leichten Dinger sind nicht so meine. Ich mache lieber die unmöglichen.“

Von Nick Heitmann