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Sport Regional „Nicht zu unterschätzendes Finanz-Loch“ bei VT Union
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14:01 07.04.2020
Edgar Janßen.
Edgar Janßen.
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Gross Ilsede

Die im Gesundheitssport stark engagierte VT Union Groß Ilsede hat die Aktivitäten auf Null heruntergefahren – oder besser: fast auf Null. Wie der Verein mit der Zwangspause umgeht, erläutert der Vorsitzende Edgar Janßen im Interview.

Zurzeit läuft kein Training, kein einziger Kursus. Welche Auswirkungen hat die Zwangspause für die Mitglieder und den Verein?

Natürlich vermissen alle den Sportbetrieb. Besonders gravierend ist es aber im Bereich des Reha-Sports. VT Union hält hier ein sehr großes Angebot vor. Dort treffen sich Menschen, die aufgrund einer medizinischen Verordnung ihres Arztes zum Sport kommen, Menschen, die den Sport für ihre Gesunderhaltung brauchen. Für diesen Personenkreis ist es daher besonders schlimm, derzeit keinen Gesundheitssport machen zu können. Für den Verein bedeutet das fehlende Einnahmen. Unsere Haupt-Einnahmequellen sind zwar die Mitgliedsbeiträge. Eine große Einnahmeposition ist aber die Erstattung der Krankenkassen für unsere Reha-Sportler. Diese Zahlungen fließen aber nur, wenn auch Sportstunden erteilt werden. Und da das momentan nicht geht, entsteht hier ein nicht zu unterschätzendes Finanz-Loch.

Wie kann VT Union dieses Finanz-Loch ausgleichen?

Unser Vereinsvorstand ist immer bemüht, sparsam zu wirtschaften. Wir werden jetzt halt jeden Euro mehrmals umdrehen. Nun haben wir uns vor etwa zwei Jahren zur Anstellung eines hauptamtlichen Sportreferenten mit den Schwerpunkten in den Segmenten Kinder- und Jugendsport sowie Gesundheitssport entschlossen. Michael Rekel, der diese Position bei uns bekleidet, macht sehr gute Arbeit. Die Refinanzierung dieser Personalkosten erfolgt im Wesentlichen durch die Reha-Sporteinnahmen. Da diese nun erst einmal wegbrechen, stellt sich eigentlich automatisch die Frage nach Kurzarbeit. Doch wir haben gegenüber unserem Mitarbeiter auch eine Fürsorgepflicht – so sehen wir das jedenfalls – und werden jetzt erst einmal bis Ende April abwarten und dann gegebenenfalls in Absprache mit dem Mitarbeiter entscheiden. Ein paar Rücklagen haben wir noch.

Viele Vereine befürchten Vereinsaustritte, wenn die Zwangspause noch länger dauern sollte. Sie auch?

Wir haben noch viele Mitglieder, die dem Verein schon sehr lange die Treue halten, und diese Vereinsmenschen werden ihre VT Union auch durch diese Krise begleiten. Und die neueren Mitglieder: da muss man mal abwarten, aber auch hier hoffe ich, dass unser Mitgliederrückgang sich in Grenzen halten wird.

Welche Ausgaben laufen für den Verein denn weiter, obwohl der Sportbetrieb ruht?

Wie bereits gesagt: Wir beschäftigen einen hauptamtlichen Sportreferenten und einige sogenannte Mini-Jobber, zum Beispiel für die Bereiche Raumpflege, Platzpflege, Buchhaltung und Flüchtlingsarbeit. Diese Personalkosten laufen ebenso weiter, wie die Kosten für die Unterhaltung unserer Gebäude und Sportanlagen. Auch die Abgaben an die verschiedensten Sportverbände in Höhe von jährlich rund 10 000 Euro sind weiter zu zahlen.

Hat VT Union durch die Zwangspause auch Vorteile?

Ich würde es zwar nicht unbedingt einen Vorteil nennen, aber wir nutzen die Corona-Zwangspause, um unser Aktivcenter benutzerfreundlicher zu gestalten. Wir separieren die Zugänge zum Sportraum und zur Geschäftsstelle, um zukünftig einen ungestörten Sportbetrieb gewährleisten zu können. Eigentlich war diese Maßnahme für einen späteren Zeitraum geplant, aber so passt es natürlich sehr gut, da ja nichts los ist – nichts los sein darf!

Von Matthias Press