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Sport Regional Heinzel erinnert sich an Auftaktniederlage:„Trainer Stephan Mau uns fragte, was los ist“
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Nach Auftaktniederlage: „Trainer Stephan Mau uns fragte, was los ist“

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16:24 07.12.2020
Sieger des 8. PAZ-Cups im Januar 2005: Grün-Weiß Vallstedt mit (hinten von links) Thomas Heinzel, Betreuer Rainer Slodczyk, Trainer Stephan Mau, Malte Friedrichs, Marco Criscione, Sven Schierding, Emre Tagan, (vorn, von links:) Dennis Slodczyk, Paris Triantaphillidis, Jens Matejasik und Semir Bouguerra. Rechts: Kurt Werner von Sponsor Obi. Quelle: Isabell Massel
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Peine

Paris Triantaphillidis und Thomas Heinzel waren die Torschützen für Grün-Weiß Vallstedt im Finale des 8. PAZ-Cups am 9. Januar 2005. Gegner war Arminia Vöhrum. Die Grün-Weißen gewannen das Turnier durch den 2:0-Erfolg zum dritten Mal.

Das eigentliche Finale hatte allerdings schon vorher stattgefunden. Die Gruppe A der Finalrunde war als „Hammergruppe“ bezeichnet worden. VfB Peine, TSV Hohenhameln, GW Vallstedt und SV Bosporus spielten gegeneinander - alles Teams, denen man den Titel als Peiner Hallenkreismeister absolut zugetraut hätte. Und tatsächlich waren es verdammt enge Spiele.

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„Hatten wir nicht gleich das erste Spiel gegen Bosporus verloren?“, sagte Heinzel auf die Frage nach seinen Erinnerungen an dieses Turnier. Tatsächlich war den Grün-Weißen der Start ins Turnier missglückt. „Ich weiß noch, dass wir nach dem Spiel in die Kabine gingen und Trainer Stephan Mau uns fragte, was los ist. Vielleicht hatten wir genau dieses Spiel gebraucht, um am Ende zu gewinnen.“

Dass Heinzel im folgenden Gruppenspiel gegen Hohenhameln (Endstand 4:3) zwei Tore schoss, hat er nicht mehr in Erinnerung. Sie führten aber dazu, dass er nach dem Turnier mit insgesamt drei Toren den Torjägerpokal in Empfang nehmen durfte. „Das war mir ja ein wenig peinlich“, gesteht er heute noch. „Bei der Siegerehrung hatte ich noch gehofft, dass ich jetzt nicht aufgerufen werde“, sagte Heinzel lachend.

Im letzten Spiel der Gruppe musste Vallstedt gegen den VfB Peine gewinnen, um ins Finale einzuziehen. Der VfB hatte noch die Chance, mit einem Sieg das kleine Finale zu erreichen - musste dafür aber die bisher auf Sicherheit bedachte Taktik ändern und auf Angriff setzen. Nach Toren von Wladimir Brauer für den VfB und Marco Criscione für Vallstedt gelang Lars Trappe das schönste Tor des Tages: Anderthalb Meter hoch in der Luft stehend hämmerte er den Ball volley aus 15 Metern in den Winkel zum 2:l für den VfB.

Doch GW war nicht geschockt. Zwei Minuten später erzielte Malte Friedrichs den Ausgleich zum 2:2. Einen Foulstrafstoß verwandelte Jens Matejasik zum 3:2 für GW, Emre Tagan erhöhte später auf 4:2. Nach dem Anschlusstreffer von Bülent Karahan hielt die GW-Defensive. Das Nachsehen hatte der SV Bosporus, der nun auf Platz 2 abrutschte und „nur“ ins kleine Finale kam.

Im Gegensatz zu den Krimi-Spielen vor allem in der Gruppe A war das Finale ein relativ klare Angelegenheit. „„Unser Ziel war es, keinen Gegentreffer zu bekommen und selbst schnell ein Tor zu machen“, erklärte Stephan Mau hinterher. Die Rechnung ging auf: Nur selten kamen die Arminen nach dem Rückstand ernsthaft gefährlich vor das GW-Gehäuse.

Mit der jüngsten Mannschaft des Turniers waren die Arminen etwas überraschend ins Finale eingezogen. „Vallstedt war abgeklärter“, resümierte Vöhrums Trainer Stefan Schoeler nach dem 0:2. Trotz der Finalteilnahme war aber „nicht ganz zufrieden. Spielerisch müsste es bei uns besser gehen.“ Und Mau stellte fest: „Wir haben nicht den schönsten, dafür aber den erfolgreichsten Fußball gespielt.“

Im Gegensatz zu den Toren gegen Hohenhameln erinnert sich Heinzel an seinen Treffer im Finale noch recht genau. „Ich bekam den Ball und dachte: Den muss ich jetzt reinmachen. Ich habe ihn dem Torwart irgendwie mit Glück durch die Beine geschossen. Ich war jedenfalls froh, dass er im Netz war.“

Genau erinnert er sich auch noch an die Stimmung in der Silberkamphalle. „Ich dachte zu Anfang: Boa, ist hier Bambule! Da muss man sich erstmal konzentrieren.“ Im Vergleich zu anderen Turnieren auch in größeren Hallen sei das eine ganz andere Welt. „Die Luft hat gebrodelt.“

Für Lengede lief es nicht, und Broistedt ärgerte sich

Ging es in der „Hammergruppe A“ des 8. PAZ-Cups eng zu, so überraschte in Gruppe B der SV Lengede – allerdings nur, weil der Favorit am Ende Gruppenletzter war. Arminia Vöhrum holte mit seiner jungen und technisch starken Truppe fünf Punkte und den Gruppensieg vor dem TSV Marathon und Pfeil Broistedt.

Fast hätte das Schoeler-Team auch das letzte Spiel gegen Marathon gewonnen. Nach Toren von Robert Jastrzebski und Burak Acun stand es 2:0 für die Arminia. Sechs Minuten vor Schluss erzielte Artan Qollakaj den Anschlusstreffer für Marathon. Als die Vöhrumer schon jubeln wollten, schoss Alparslan Urfa mit der Schluss-Sirene den Ausgleich. Die Arminia ärgerte sich darüber weniger als Pfeil Broistedt. Die Mannschaft hatte sich schon auf das Spiel um Platz 3 eingestellt, musste nun aber dem durch das Urfa-Tor punktgleichen TSV Marathon den Vortritt lassen.

Entscheidend war zuvor aber auch das Spiel der Broistedter gegen Marathon gewesen. Nach 1:2-Rückstand traf Mirko Beier 30 Sekunden vor Schluss den Ball nicht richtig. Hätte er in dieser Szene das 2:2 erzielt, wären die Pfeile punktgleich mit Vöhrum gewesen und aufgrund des besseren Torverhältnisses dann ins Finale eingezogen. Stattdessen traf Marathons Sefedin Hasani in der letzten Sekunde noch zum 3:1.

Von Matthias Press