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Sport Regional Nach 145 Kilometern läuft Arne Eigenbrodt etwas langsamer
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12:00 31.08.2019
Arne Eigenbrodt (rechts) und Ingmar Uhrich. Sie liefen entlang der früheren Mauer, die 1961 erbaut wurde (kleines Bild). Quelle: privat (dpa)
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Berlin

161,7 Kilometer laufen – wem das zuviel ist, der hat völlig Recht. 454 Einzelstarter (hinzu kommen noch 123 Staffeln) wollten es beim Berliner Mauerweglauf trotzdem probieren. Und drei Viertel der Einzelstarter kamen tatsächlich ins Ziel. Unter ihnen der Essinghausener Arne Eigenbrodt.

„Ich war mit gemischten Gefühlen nach Berlin gefahren, weil ich ja im März und April nicht trainieren konnte“, sagte Eigenbrodt. Wie berichtet hatte ihn eine Gelbsucht außer Gefecht gesetzt. „Die Wettbewerbe, bei denen ich danach gestartet bin, waren sehr anstrengend. Die Leichtigkeit war dahin“, sagte der 48-Jährige. „Vor dem Start in Berlin war ich ein wenig aufgeregt, weil ich nicht wusste, ob ich’s schaffe.“

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Er ahnte, dass er sein ursprüngliches Ziel, unter 21 Stunden zu bleiben, nicht schaffen würde. „Bis Kilometer 50 hatte ich aber das Tempo für 21 Stunden gehalten“, berichtete Eigenbrodt. „Bei Kilometer 100 war ich aber eine Stunden hinten dran.“ Der Grund: „Ich hatte ein paar Steigungen vergessen.“ Eigentlich kannte er zwar die Strecke von seinen bisherigen Starts, aber diese anstrengende Passage hatte er nicht in Erinnerung und deshalb auch nicht einkalkuliert.“ Bis Kilometer 145 blieb er immerhin im 22-Stunden-Bereich. „Auf den letzten 15 Kilometern habe ich das Tempo aber nicht mehr gehalten. Ich merkte, dass ich mein Leistungslimit erreicht hatte.“ Wäre er nun zu Fuß gegangen, hätte er die gleiche Zeit erreicht, wie im vergangenen Jahr. Doch er lief weiter und kam nach 22:29:09 Stunden ins Ziel. „50 Minuten schneller als im vergangenen Jahr.“

Dass er das schaffte, lag auch am Laufkollegen Ingmar Uhrich aus Unna. Den hatte er bei den Mauerwegläufen in den vergangenen beiden Jahren getroffen, und sie hatten sich auch für dieses Jahr wieder verabredet.

„Wir haben das gleiche Tempo. Und zusammen die Strecke zu bewältigen ist nicht so anstrengend, als wenn man allein laufen würde“, sagte Eigenbrodt.

Uhrich schwor unterwegs allerdings, „im nächsten Jahr raus“ zu sein. „Mal abwarten. Ich werde nächstes Jahr wohl wieder starten“, kündigt Eigenbrodt an. „Man trifft bei diesem Lauf so viele wildfremde Menschen, die sympathisch und nett sind. Das ist selten.“

Eigenbrodt belegte Platz 231 unter 454 Einzelstartern Das war Rang 30 in der Altersklasse M45. Der schnellste war Sascha Dehling (Lokalmatador der LG Mauerweg) in 14:37:44 Stunden. Die 27jährige Eleonora Rachele Corradini aus Italien wurde Gesamtdritte (noch vor dem dritten Mann) und gewann die Frauenwertung mit mehr als drei Stunden Vorsprung. Mit einer Zeit von 15:22:49 Stunden verbessert sie zudem den Streckenrekord für die Frauen um über sechs Minuten.

Von Matthias Press