Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Sport Regional Mit Zauber-Hackentrick-Tor von Onur Bacaksiz: Lengede holt sich Titel zurück
Sportbuzzer Sportmix Sport Regional

Mit Zauber-Hackentrick-Tor von Onur Bacaksiz: Lengede holt Titel zurück

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:44 23.12.2020
Sieger des 23. PAZ-Cups wurde der SV Lengede mit (hinten, von links) Tobias Buchner, Klaas Gatemann, Christian Lemke, Florian Rubrecht von Sponsor Hagebaumarkt, Sascha Scheer, Yannick Könnecker. Vorn, von links: Justin Folchmann, Daniel Kudlek, Trainer Dennis Kleinschmidt, Onur Bacaksiz, Kilian Führmann und Nick Henke. Quelle: ISABELL MASSEL
Anzeige
Peine

Von allen Toren, die in den PAZ-Cup-Turnieren fielen, war das 2:0 des SV Lengede im Endspiel gegen den TSV Wendezelle eines der schönsten. In Überzahl ließen die Lengeder den Ball in ihren Reihen laufen, bis sich eine Lücke auftat. Christian Lemke passte auf den frei stehenden Onur Bacaksiz, und der bugsierte mit dem Rücken zum Tor stehend den Ball mit der Hacke ins Netz.

„Ein saugeiler Treffer“, jubelte SVL-Trainer Dennis Kleinschmidt. Zum Glück war das Tor für den PAZ-Sportbuzzer aufgezeichnet worden, sodass alle – und vor allem der Schütze selbst – ihn nochmal ansehen können (https://www.sportbuzzer.de/suche/video/?q=bacaksiz).

Anzeige

„Es war definitiv mein schönstes PAZ-Cup-Tor“, stellte Bacaksiz fest. „Ich war selber erstaunt, wie gut der Trick geklappt hat. Ich hatte den Ball extra hoch gespielt, in der Hoffnung, dass der Torwart schon am Boden liegt.“ Der lag zwar nicht, hatte aber mit dieser Hackentrick-Aktion nicht gerechnet, genauso wie auch sonst keiner in der Halle.

Den Keeper kennt Bacaksiz gut, schließlich hatte er mit ihm zusammen schon dreimal den Cup gewonnen. Mittlerweile spielte Sven Kiontke aber für den TSV Wendezelle, und der verlor das Finale nach Treffern von Christian Lemke, dem Hacken-Tor und von Kilian Führmann. Allerdings hätte der TSV in Führung gehen können – vielleicht sogar müssen. Das verhinderte aber SVL-Keeper Sascha Scheer. Erst kratzte er einen Ball noch von der Linie, dann war er blitzschnell wieder oben und wehrte den Schuss von Benjamin Ohmes ab.

„Das Ding hätten wir machen müssen“, stellte Wendezelles Trainer Thomas Mainka fest, der zum erstenmal mit seiner Mannschaft das Endspiel erreicht hatte. Aber es lief halt nicht für den TSV. Auch eine Zwei-Minuten-Überzahl konnte er nicht für einen Treffer nutzen. „Der Sieg für Lengede geht in Ordnung“, urteilte Mainka deshalb und stellte fest: „Die Lengeder haben das Turnier völlig verdient gewonnen, da sie den besten Fußball gespielt haben.“ Kunsttorschütze Bacaksiz meinte: „Entscheidend war, dass wir bei Balleroberung immer wieder schnell umgeschaltet haben und in den entscheidenden Situationen cleverer waren.“

Für Onur Bacaksiz war es der sechste PAZ-Cup-Sieg, und der emotionalste. Im August war sein Vater Hadi im Alter von 51 Jahren plötzlich gestorben. Er hatte beim zweiten PAZ-Cup den entscheidenden Siebenmeter zum Turniersieg für den SV Bosporus verwandelt. Und nun gelang Onur vor den Augen seiner Familie dieses Zauber-Tor – und der Sieg bei der Hallen-Kreismeisterschaft.

Der SV Lengede holte sich den Titel damit von Teutonia Groß Lafferde zurück. Das Team hatte im Vorjahr die SVL-Siegesserie reißen lassen. In der Gruppe B trafen beide Teams beim 23. PAZ-Cup erneut aufeinander, und die Lengeder gewannen 3:0. Für die Lafferder lief die Endrunde enttäuschend. Ohne Punkt und ohne Treffer landeten sie auf dem letzten Gruppenplatz.

Final-Einzugs-Parade am 39. Geburtstag

Mit dem ganz großen Geschenk klappte es nicht für Geburtstagskind Sven Kiontke bei der 23. PAZ-Cup-Endrunde. Im Finale kassierte der Keeper mit seinem TSV Wendezelle drei Tore und verlor gegen den SV Lengede. Dafür zeigte der Neu-Neununddreißgjährige im Halbfinale sein Können.

Gegner des Bezirksligisten Wendezelle war Kreisligist Arminia Vöhrum, der klar Erster der Gruppe A geworden war. Zwar gingen die Wendezeller durch Niclas Kamp in Führung, aber Sascha Marchefka glich für die Arminia aus. Auch nach Aluminiumtreffern stand es nach regulärer Spielzeit 1:1. Die beiden Spiel-Torschützen trafen auch im Neunmeterschießen, und auch Wendezelles Erik Plote traf ins Netz. Kollege Lars Timpe und der Armine Jan Tomalik schossen jeweils vorbei. Und dann kam der Auftritt von Kiontke: Den Ball von Niklas Schmerse parierte er – und brachte so den TSV Wendezelle unter Riesenjubel ins Finale.

Das Nachsehen hatten die Arminen und ihr Torhüter Yannick Walther. Der war einst zeitgleich mit Kiontke beim SV Lengede gewesen, beide hatten gemeinsam Torwarttraining gemacht.

Immerhin gewann die Armina das Spiel um Platz drei mit 3:1 gegen den TSV Sonnenberg. Die Sonnenberger waren in der Gruppe hinter Arminia Vöhrum auf Rang zwei gelandet und hatten dann das Halbfinale gegen den SV Lengede mit 0:3 verloren.

Für Geburtstagskind Kiontke gab es bei der Siegerehrung dann doch noch ein Präsent: Er wurde als bester Torwart ausgezeichnet und bekam den Pokal und 150 Euro.

Von Matthias Press