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Mit Rocky und Taktik zum Sieg

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17:36 27.10.2021
Mandy Hoffmann vom MTV Stederdorf zeigte vor allem am Boden eine starke Leistung.
Mandy Hoffmann vom MTV Stederdorf zeigte vor allem am Boden eine starke Leistung. Quelle: Foto: Katrin Hoffmann
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Hannover

Das Landesfinale um den Deutschland-Cup war bereits im Frühjahr geplant, wurde allerdings verschoben und fand nun notgedrungen statt. Und eigentlich waren die Ambitionen der Stederdorfer Geräteturnerin Mandy Hoffmann nicht mehr allzu groß, denn aus zeitlichen Gründen waren ihre Trainingsmöglichkeiten begrenzt. Zudem hinterließen die angespannten Nerven in der Vorbereitung so ihre Spuren. Und dennoch: Völlig überraschend gewann die Stederdorferin mit ihrer starken Vorstellung am Boden und darf am Bundesfinale teilnehmen.

Zwei Wochen vor dem Wettkampf ging bei der 17-jährigen Studentin keine Rückwärts-Akro mehr, vom Bogengang auf dem Balken ganz zu schweigen. Allerdings sind beides Anforderungen in dieser Wettkampfklasse. Ihre Motivation war ihre Bodenübung – gespickt mit hochwertigen Sprüngen, die man so geballt eher im Spitzensport sieht. „Ich turne den Wettkampf vor allem als Dank für die, die mich die ganze Zeit unterstützt haben und mir das Einzeltraining ermöglicht haben“, sagte die Sportlerin im Vorfeld und meint vor allem ihren Trainer Jörg Niebuhr und den MTV Stederdorf.

Mandy Hoffmann ging dann eher taktisch an den Wettkampf ran: Ein ausgewogenes Maß an Elementen, die sie perfekt beherrscht und damit kaum Abzüge bringen aber dennoch genug Schwierigkeiten, um einen hohen Ausgangswert zu erlangen. Sie begann am Schwebebalken. Hier verzichtete sie auf das Rückwärtselement und kassierte dafür 0,5 Punkte Abzug wegen der fehlenden Kompositionsanforderung – alles um Ruhe und Sicherheit auf dem zehn Zentimeter schmalen Balken zu bekommen. Das ging auf, die Wertung war zwar streng, aber in Ordnung.

Am Boden wollte die Stederdorferin nun zeigen, was sie drauf hat. Ihre Choreografie nach der Filmmusik von Rocky – „Eye of the tiger“ – setzte sie auf den Punkt um. Die Sprünge: Durchschlag ganze Drehung, Spagat ganze Drehung und Durchschlag zum Ring in Perfektion – genauso wie die Taucherdrehung und die Saltos. Die 12 mal 12 Meter große Bodenfläche war ihre Bühne, dafür hatte sie jede Woche viele Stunden trainiert. Am Ende erkämpfte sie mit der schwierigsten Bodenübung aller Teilnehmer ihre Traum-Wertung: 14,15 Punkte.

Damit war ihr persönliches Ziel für diesen Wettkampf erreicht, Sprung und Stufenbarren waren sowieso sichere Übungen. Am Stufenbarren hat sie den Flieger zum oberen Holmen mittlerweile so perfektioniert, dass sie auch hier die höchste Wertung erhielt. Und schon vor der Siegerehrung kam die Anerkennung ihrer Trainer: „Mandy hat hier eine gute Leistung abgeliefert, ohne große Fehler alles durchgeturnt. Ich bin echt stolz auf sie,“ meint Jörg Niebuhr. Am ersten Novemberwochenende steigt das Bundesfinale.

Von Katrin Hoffmann