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Sport Regional Mit Bänderriss in die Schnitzel-Grube
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16:00 16.08.2018
Trampolin-Talent Sheridan Kola vom MTV Vater Jahn Peine (hintere Reihe ganz rechts) durfte mit dem Bundeskader ins Trainingslager nach Barcelona reisen. Dort trainierten die deutschen Nachwuchs-Asse auch gemeinsam mit Spaniern.
Trampolin-Talent Sheridan Kola vom MTV Vater Jahn Peine (hintere Reihe ganz rechts) durfte mit dem Bundeskader ins Trainingslager nach Barcelona reisen. Dort trainierten die deutschen Nachwuchs-Asse auch gemeinsam mit Spaniern. Quelle: privat
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Peine

Jetzt wird es ein Wettrennen mit der Zeit: Bei den wichtigen Quali-Wettkämpfen Anfang und Ende September will Peines Trampolin-Talent Sheridan Kola mit guten Leistungen ein Ticket für die Trampolin-WM in Sankt Petersburg lösen – doch im letzten Training vor den Sommerferien riss sie sich die Bänder im Sprunggelenk. Es war ihre erste Verletzung überhaupt. „Ich weiß, dass es knapp wird. Aber ich habe einen Motivationsspruch: Wenn es dich nicht herausfordert, wird es dich nicht verändern“, sagte die 13-Jährige. Ins Trainingslager nach Barcelona durfte sie trotz ihres dick-geschwollenen Knöchels mit dem Bundeskader reisen.

Beim Baby-Rudi war es passiert – das ist ein Sprung aus der Rückenlandung mit einem 1 ¼ Salto vorwärts mit 1 ½ Schrauben. Sheridan Kola kam ganz blöd auf der Niedersprungmatte am Trampolinrand auf. „Erst hat es sich gar nicht so schlimm angefühlt. Aber dann war mein Fuß geschwollen wie ein Ballon“, erinnert sich das Trampolin-Ass vom MTV Vater Jahn Peine.

Beim Arzt folgte die Diagnose: Bänderriss, die WM ist in Gefahr. „Meine Mutter hat sich allerdings mehr Sorgen gemacht. Es gibt noch viele Jahre, in denen ich die Quali schaffen kann. Nächstes Jahr ist die WM zum Beispiel in Tokio“, sagt die Silberkamp-Gymnasiastin.

Doch sie will alles dafür geben, beim WM-Quali-Wettkampf am 8. September in Bad Kreuznach noch stärker zu turnen als bisher. Dafür absolvierte sie auch im Trainingslager in Barcelona bereits Dehn- und Kräftigungsübungen und feilte mit Schiene am Fuß an schwierigen Sprüngen in der Schnitzelgrube. In der Halle in Barcelona gab es dieses mit Schaumstoff-Schnitzeln gefüllte Loch, in das Trampolinspringer und Turner mutig springen können, weil sie weich fallen, falls der Sprung schiefgeht.

Doch nicht nur deshalb hatte Sheridan Kola großen Spaß am Trainingslager in Spanien. „Wir waren auch am Strand und sind geschwommen oder haben uns die tolle Kirche Sagrada Familia in Barcelona angeguckt. Es war sehr schön“, bilanzierte die 13-Jährige.

Im Training in Peine wagt sie sich inzwischen sogar schon wieder an die Doppelsalti. Der Fuß ist aber noch getapt, volle Kraft, um die perfekte Höhe für ihre Sprünge zu erreichen, hat sie noch nicht. Ihr Training umstellen muss sie jedoch nicht. „Aber ich werde jetzt noch disziplinierter arbeiten“, verspricht Sheridan.

Ihre Mutter und Trainerin Daniela Kola freut es, das zu hören. „Wir werden vor allem an der Höhe arbeiten und daran, dass Sherida ihre Übungen noch schöner ausführen kann“, erklärt sie.

Von Christian Meyer