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Kreuzbandriss! Karoline Kilsbach fällt die gesamte Saison aus

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17:05 02.11.2020
Karoline Kilsbach ist den Jahner Handballerinnen stets ein sicherer Rückhalt. Bei einem Demonstrations-Training verletzte sich die Peiner Keeperin allerdings unglücklich und erlitt einen Kreuzbandriss. „Die Saison ist für sie gelaufen“, erklärt ihr Trainer. Quelle: Ralf Büchler
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Peine

Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bestätigt: Bei Karoline Kilsbach, Torfrau und Leistungsträgerin der Oberliga-Handballerinnen von Vater Jahn Peine, wurde ein Kreuzbandriss diagnostiziert. Zugezogen hatte sie sich die schwere Verletzung einen Tag vor dem letzten Punktspiel des MTV in Rohrsen bei einem Demonstrations-Training.

„Es war ein glatter Riss, weiteren Schaden hat ihr Knie zum Glück nicht abbekommen. Doch die Saison ist für Karo gelaufen. Nächte Woche wird sie operiert“, erläutert MTV-Trainer Marco Wittneben den Stand der Dinge. Die niederschmetternde Diagnose habe Kilsbach gefasst aufgenommen.

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Jahns zweite Torfrau, Marleen Lange, ist ebenfalls außer Gefecht, sie wird laut Wittneben wohl noch einige Wochen brauchen, bis ihre Ellenbogen-Verletzung ausgeheilt ist. Doch die Jahnerinnen haben quasi Glück im Unglück. Denn da die Saison coronabedingt bis Ende des Jahres unterbrochen wurde, haben sie nun weniger Druck, eine Torfrau zu suchen.

„Das Problem verschiebt sich aber nur. Wir müssen unbedingt Ersatz für Karo finden. Nur eine Torhüterin im Kader – das ist in der Oberliga auf Dauer zu wenig“, betont Peines Trainer, dessen Mannschaft sich an der Suche beteiligen wird. „Wir gucken, wer derzeit nicht festgespielt ist, um diese Leute anschließend zu kontaktieren. Sollten wir niemanden finden, wird die weitere Saison für uns problematisch.“

Zumindest bis Ende November müssen Peines Spielerinnen wegen der Corona-Beschränkungen individuell trainieren. Ihr Coach ist nicht nur deswegen genervt. „Wegen der Pandemie gibt es im Moment zu viele Fragezeichen. Man kann nicht planen. Wenn wir wenigstens Gewissheit hätten, dass es Anfang Januar wieder losgeht mit Handball. Aber auch das ist leider fraglich.“

„Das ist eine ganz komische Perspektive“

Rückraumspielerin Jennifer Hüsing ist nach dem Ausfall beider Torhüterinnen beim letzten Jahn-Punktspiel in Rohrsen ins Tor gegangen. Im Interview erzählt sie über diese Erfahrung.

Jennifer, war die Partie in Rohrsen Ihr erster Torwart-Einsatz in einem Spiel gewesen?

Ich habe mal in der E-Jugend abwechselnd im Tor und im Feld gespielt. Aber das ist rund 18 Jahre her. Im HVN-Pokal habe ich mich auch mal in einem Spiel mit Nina Eggeling im Tor abgewechselt, weil die Torhüterinnen verhindert waren. Aber so richtige Tor-Erfahrung habe ich deswegen nicht.

Wie ist es, hinter der Abwehr zu stehen und deren Arbeit zu verfolgen?

Das ist eine ganz komische Perspektive. Da sieht die Abwehr klein und löchrig aus. Wenn man selbst in der Abwehr steht, kommt einem das anders vor und man weiß oft nicht, warum die Torhüterin sich beschwert. Das mal aus ihrer Perspektive zu sehen, ist eine gute Erfahrung.

Was macht mehr Spaß: Der Einsatz auf dem Feld oder im Tor?

Im Feld, ganz klar! Aber ich habe in Rohrsen gern im Tor ausgeholfen.

Könnten Sie sich vorstellen, dauerhaft ins Tor zu wechseln?

Für immer nicht. Wenn ich meine Karriere mal beende, dann lieber auf dem Feld als im Tor. Aber ich würde mich für die Mannschaft natürlich nochmal ins Tor stellen.

Von Jürgen Hansen