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Jerome Kuhlmann soll den Umbruch in Woltwiesche gestalten

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Engagiert: Woltwiesches neuer Trainer Jerome Kuhlmann (r.) rechnet mit einer schweren Serie für sein neuformiertes Team. Quelle: Foto: Ralf Büchler
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Woltwiesche

Mit einem stark veränderten Kader geht der Fußball-Bezirksligist SV Viktoria Woltwiesche in die neue Serie: Neun Spieler haben den Verein verlassen, zehn neue und überwiegend sehr junge Akteure sind dazu gekommen. Zudem gab es einen Wechsel auf der Kommandobrücke: Anstelle von Thomas Mühl wird künftig Jerome Kuhlmann das Sagen haben – und seine Aufgabe wird es sein, „den Umbruch zu gestalten“, sagt der 32-jährige Coach, der in den vergangenen zwei Jahren die A-Junioren des TSV Wendezelle trainierte und selbige in dieser Zeit zum Aufstieg in die Bezirksliga führte.

Bei seiner ersten Station als Herren-Coach ist ein Platz im oberen Drittel allerdings kein Thema. Es gehe nur darum, „in der Klasse zu bleiben – und das wird eine echte Herausforderung“, betont Kuhlmann, der einst unter anderem für den BSV Ölper und den TSV Wendezelle kickte. Mit der PAZ sprach der frisch gebackene Ehemann (Hochzeit im Juli) über ...

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... seine ersten Wochen als Herren-Trainer: „Die waren enorm aufregend, weil es viele Eindrücke zu verarbeiten gab und ich etliche neue Menschen kennengelernt habe. Aber es war auch sehr intensiv, schließlich bin ich ja noch quasi neu in diesem Geschäft. Im Vergleich zu einem alten Hasen wie Wendezelles Trainer Thomas Mainka muss ich mir vieles erst noch aneignen und erarbeiten, während er über sehr viel Wissen und Erfahrung verfügt, was die alltägliche Arbeit erleichtert. Um den Spielern meine Vorstellungen über den Fußball, den ich bevorzuge, näher zu bringen, habe ich ihnen zum Trainingsbeginn einen Leitfaden gegeben, der etwa 20 Seiten umfasst. Zudem habe ich jede Menge Einzelgespräche geführt, damit ich die Jungs besser kennenlerne und sie mich. Diese Zeit war nicht ohne, da ich sehr viel Energie investiert habe.“

... den Unterschied zwischen einer Jugend- und einer Herren-Mannschaft: „Es ist viel schwieriger, die Spieler, die im Herrenbereich schon länger dabei sind, zu motivieren – junge Leute sind insgesamt einfacher zu begeistern. Außerdem wird bei den Herren kritischer hinterfragt. Ich glaube aber, dass wir die ersten Wochen hier gemeinsam gut hinbekommen haben. Ich lerne von den Spielern und sie lernen von mir. Letztlich ist es ein Geben und Nehmen – und nur so kann es auch in der Saison funktionieren. Wichtig ist vor allem, sich respektvoll und auf Augenhöhe zu begegnen. Gelingt uns das, dann werden wir auch Erfolg haben.“

... die vielen Abgänge:„Etliche Spieler haben altersbedingt oder aber aus beruflichen Gründen aufgehört, so dass der Umbruch schon sehr groß ist. Aber er war auf jeden Fall notwendig, und deswegen haben die Woltwiescher Verantwortlichen und ich diesen Weg auch ganz bewusst eingeschlagen. Dass jetzt so viele junge Spieler dazu gekommen sind, hat auch mit mir zu tun, da ich in dieser Generation gut vernetzt bin. Erfreulich ist, dass nach den ersten Wochen bereits zu sehen ist, dass sich bereits ein gewisser Teamgeist entwickelt hat – das macht mich stolz und zeigt, dass wir die richtigen Leute geholt haben.“

… die Derbys:„Duelle gegen Mannschaften aus dem Kreis Peine sind immer schön, und dass wir so viele davon haben, finde ich überragend. Denn wenn Freunde, Familie und Leute, die man kennt, zuschauen, ist das besonders motivierend. Als Fußballer lebt man für diese Spiele – sie sind die Höhepunkte der Saison. Meine persönlichen Highlights werden die beiden Derbys gegen den TSV Wendezelle sein, da ich für diesen Verein gespielt und bis zum Sommer auch die A-Junioren des TSV gecoacht habe. Viele meiner Kumpels sind noch immer in Wendezelle, so dass ich dort auch noch sehr häufig bin – für mich werden das zwei ganz besondere Spiele.“

... die Ziele:„Es geht für uns ausschließlich um den Klassenerhalt – alles andere wäre vermessen. Schaffen wir es, in der Bezirksliga drin zu bleiben, können wir das wie eine Meisterschaft feiern. Denn die Mannschaft ist extrem verjüngt worden – und die ganzen Jungen müssen sich zunächst einmal an die härtere Gangart und das höhere Tempo gewöhnen. Das ist ein Prozess, der auf jeden Fall einige Zeit in Anspruch nimmt. Entsprechend schwierig ist die Situation auch für uns. Denn auf der einen Seite benötigen wir noch Zeit, auf der anderen Seite müssen wir Spiele gewinnen. Aber wenn wir das packen, dann sind wir für die Saison danach gut gewappnet.“

… seinen größten Wunsch: „Dass in dieser schwierigen Situation, in der wir uns derzeit befinden, alle gesund bleiben. Und sportlich gesehen hoffe ich, dass am Ende der Saison alle hier in Woltwiesche sagen können, dass wir eine geile Zeit hatten. Wenn das so eintritt, wäre ich sehr zufrieden.“

Der Kader des SV Viktoria Woltwiesche

Zugänge: Marvin Forth, Leon Herberg (beide TSV Wendezelle A-Jugend), Simon Look, Jannis Lübke, Jan Ratz, Alexander Vilonin (alle SV Lengede A-Jugend), Marcel Mach (eigene 2. Herren), Phil Ruppert, Jan Sellmann (beide Fortuna Lebenstedt), Felix Müller (VfL Salder).

Abgänge: Andre Schnotale (BV Germania Wolfenbüttel), Marco di Nunno (Fortuna Lebenstedt), Timo Puchalowitz (Arminia Vechelde II), Brian Müller (SG Watenbüttel), Christopher Hornich (Ziel unbekannt), Andreas Peters (eigene Ü32), David Grigoleit (Karriereende), Dominik Berger (berufliche Veränderung).

Tor: Stefan Ebeling, Christoph Klein, Jan Ratz.

Abwehr: Dennis Peschelt, Leon Herberg, Simon Look, Sebastian Kudlek, Timo Eckert, Gerrit Meyer, Danny Bünger, Dustin Peschelt, Matthias Steinert (Standby)

Mittelfeld: Nurretin Arslan, Ben Langemann, Marcel Mach, Alexander Vilonin, Florian Meier, Moritz Bremer, Philipp Huczala, Jan Sellmann, Phil Ruppert, Felix Müller, Oliver Bruns (Standby).

Angriff: Sven Bruns, Marvin Forth, Jannis Lübke, Thomas Bucklisch.

Trainer: Jerome Kuhlmann.

Co-Trainer: Frank Langemann.

Saisonziel: Die jungen Spieler weiterentwickeln und den Teamgeist stärken. Tabellarisch zählt nur der Klassenerhalt.

Favoriten: TSV Sickte, TSV Wendezelle, SV Arminia Vechelde.

Von Peter Konrad