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Großer Kader mit viel Qualität: Roma Rotmann will aufsteigen

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17:12 18.09.2020
Obergs Torjäger Roma Rotmann (rechts) ist nach seiner langen verletzungsbedingten Pause wieder zurück – am vorigen Sonntag gegen Wendezelle bestritt er sein erstes Punktspiel. Quelle: Foto: ISABELL MASSEL
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Oberg

Glänzend in die neue Saison der Fußball-Kreisliga gestartet ist der TSV Fortuna Oberg, besiegte er doch den TSV Wendezelle II mit 6:0 und untermauerte damit eindrucksvoll seine Titelambitionen. Großen Anteil am guten Auftakt hatte auch Roma Rotmann, der nach seinem Anfang Mai 2019 erlittenen Kreuzbandriss erstmals wieder ein Punktspiel für die Fortuna absolvierte. „Dass er wieder dabei ist, hat man sofort gemerkt – er ist extrem wichtig für uns“, sagt Mitspieler und Fortunen-Abteilungsleiter Leonid Grigorjan.

Ein Treffer gelang dem Angreifer bei seinem Comeback zwar nicht, aber das stand ohnehin nicht im Vordergrund. „Wichtig war für mich zu sehen, dass das Knie hält und stabil ist – und das ist es“, erklärt Rotmann. Zudem sei es ein tolles Gefühl gewesen, „wieder auf dem Platz zu stehen. Allein dafür hat sich die ganze Schufterei gelohnt“. Fast täglich trainierte der 27-Jährige, um die Belastbarkeit des linken Kniegelenks wieder herzustellen. Zweifel, dass dies nicht gelingen könnte, „hatte ich nie“. Auch direkt nach der Verletzung, die er sich im Spiel gegen den TSV Sonnenberg zugezogen hat, war für ihn klar, „dass ich wieder Fußball spielen werde. Es stand nie zur Debatte, dass ich aufhöre“, sagt er.

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Rückschläge blieben dennoch nicht aus. Im Februar musste sich Rotmann wegen einer Blinddarm-Entzündung einer Operation unterziehen, „die mich um zwei Monate zurückgeworfen hat. Ich musste zwar nicht bei Null anfangen, aber ganz weit hinten“.

Die Motivation jedoch schrumpfte nicht, unermüdlich versuchte er, die muskulären Defizite zu beheben – zwischenzeitlich betrug der Umfang seines linken Oberschenkels acht Zentimeter weniger als der des rechten Oberschenkels. „Das war schon ein wenig ernüchternd, schließlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon sehr viel gemacht.“ Am Ende jedoch zahlten sich die Anstrengungen aus, nach genau 494 Tagen stand für ihn das erste Punktspiel wieder auf dem Programm. „Vorher hatte ich noch einen Termin bei dem Arzt, der mich die ganze Zeit begleitet hat – und er sagte mir, dass alles in Ordnung ist. Das hat dann die letzte Blockade gelöst“, erläutert Rotmann.

Dies sei enorm wichtig gewesen, „denn Angst haben darf man nicht. Es wird zwar sicherlich in den nächsten Wochen immer mal Situationen geben, in denen ich ein wenig vorsichtiger sein werde, aber grundsätzlich habe ich keine Probleme – das hat mir das Spiel gegen Wendezelle gezeigt.“

Verdeutlicht hat die erste Partie in der neuen Saison zudem auch, dass die Oberger zweifellos zu den Titelaspiranten gehören. Geht es nach der Konkurrenz, können sie den Sekt sogar schon kalt stellen, denn fast alle Gegner prognostizieren, dass die Fortunen Meister werden.

Trotz der vielen Vorschusslorbeeren gibt sich der Student (Wirtschaftsingenieurswesen) jedoch vorsichtig. „Ein Selbstläufer wird es für uns keineswegs, da auch die anderen Fußball spielen können.“Aber, fügt er hinzu, „mit dem Kader, den wir jetzt haben, müssen wir um den Titel mitspielen. Schließlich haben wir durch die Zugänge nochmals Qualität dazu bekommen“. Heißt: Für jede Position gebe es nun gleichwertigen Ersatz, konstatiert Rotmann. Dass es dadurch auch mehr Konkurrenz gibt, findet er positiv. „Weil es jeden pusht. Das merkt man auch in den Trainingsspielen. Die Intensität dort ist zum Teil höher als in den Punktspielen, weil jeder am Sonntag dabei sein möchte.“

Befürchtungen, dass es durch den umfangreichen Kader auch zu mehr Konflikten kommen könnte, hat er nicht. „Klar ist man erst einmal unzufrieden, wenn man nicht spielt. Aber das ist normal. Ich bin mir jedoch sicher, dass es deswegen nicht zu Streit kommt, sondern dass alle die Entscheidungen des Trainers akzeptieren“, sagt Rotmann, der seit 2014 für die Oberger kickt. Und dies sehr erfolgreich, hat er doch in jeder Saison bisher reichlich getroffen – manchmal sogar mehr als 30 Tore erzielt. Dass diese Goalgetterqualitäten Begehrlichkeiten bei höherklassigen Klubs wecken, hat Rotmann, der bereits in der Landesliga für Lengede gespielt hat, auch erfahren. „Es gab einige Anfragen, aber ich habe nicht eine Sekunde über einen Wechsel nachgedacht“, versichert er.

Vor allem deshalb nicht, „weil ich mich hier sehr wohl fühle. Denn es muss nicht nur fußballerisch passen, sondern auch menschlich – das ist in Oberg absolut der Fall. Und deshalb ist ein anderer Verein auch keine Option für mich“, betont Roma Rotmann, der für die PAZ den 2. Kreisliga-Spieltag tippt:

Die Kreisliga-Tipps von Roma Rotmann

TSV Wendezelle II – TSV Hohenhameln 2:2. „Beide sind schlecht gestartet und müssen punkten.“

Bosporus PeineFortuna Oberg 0:4. „Wir sind sehr gut drauf und werden deshalb auch gewinnen. Zudem ist unser Joker die Gartenparty von unserem Trainer. Gewinnen wir die ersten drei Spiele, lädt Hubert ein – das motiviert uns noch einmal besonders.“

Arminia Vechelde II – TSV Münstedt 3:1.Vechelde ist stärker und wird deswegen auch drei Punkte holen.“

TSV DungelbeckTSV Edemissen 2:0. „Die Dungelbecker sind ein unangenehmer Gegner und schwer zu spielen. Außerdem sind sie besser als Edemissen.“

Herta Equord – TSV Eixe 2:1. „Auf ihrem kleinen Platz haben die Equorder Vorteile und werden diese zu einem Sieg nutzen.“

Pfeil Broistedt – TB Bortfeld 0:1. „Die Bortfelder sind sehr robust und werden sich durchsetzen.“

TSV SonnenbergSSV Stederdorf 5:1. „Die Sonnenberger haben eine sehr starke Mannschaft und werden sich das nicht nehmen lassen.“

SV Lengede II – RW Schwicheldt 2:4.Lengede ist zwar gut, aber die Schwicheldter sind noch besser.“

Von Peter Konrad