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Sport Regional „Diesem Moment habe ich elf Jahre entgegengefiebert“
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16:00 27.04.2019
Ralf Schareina aus Abbensen meisterte den Marathon in Boston und hat damit die sechs wichtigsten Marathon-Läufe der Welt geschafft. Quelle: privat
Boston

Nun ist der Griff nach den Sternen endlich komplett: Ralf Schareina (Tri-Speedys Peine) lief in Boston 42,195 Kilometer und absolvierte damit den sechsten Lauf der World-Marathon-Majors-Tour. Weil er diese Distanz zuvor schon in London, Berlin, New York, Chicago und Tokio erfolgreich gemeistert hatte, wurde ihm direkt im Zielbereich die Sechs-Sterne-Medaille überreicht. „Das war ein Moment, dem ich elf Jahre entgegengefiebert habe und den ich ganz sicher niemals vergessen werde“, sagt Schareina.

Angefangen hat sein Herzensprojekt im Jahr 2008 in New York vor etwa 1,5 Millionen Zuschauern. „Damals wusste ich aber noch gar nicht, dass es die World-Majors-Tour überhaupt gibt“, erklärt Schareina. Zwei Jahre später stand dann die nächste Laufreise auf dem Programm. Es ging nach London, weil die englische Hauptstadt ebenfalls Bestandteil der WMM-Tour ist. „Zu diesem Zeitpunkt war meine Lust schon geweckt, diese Tour unbedingt zu schaffen.“

Entsprechend legte er anschließend die Marathon-Strecken in Berlin und Chicago zurück. Auch die nächste Hürde bewältigte er – 2016 holte er sich in Tokio den fünften Stern. Den einen noch fehlenden wollte sich der Abbensener in 2017 oder 2018 erlaufen, doch aus zeitlichen Gründen gelang dies nicht. „Meine Frau Janne sollte unbedingt mitkommen, ist aber beruflich abhängig von den Ferien“, erläutert Schareina. Die Vorbereitungen auf Boston liefen jedoch bereits frühzeitig. „Zu unserer Silberhochzeit im Dezember 2017 haben wir uns Reisegeld schenken lassen, um gemeinsam in die USA zu fliegen.“

Es dauerte allerdings noch bis Ende März dieses Jahres, ehe Schareina das letzte Kapitel der WMM-Tour aufschlagen konnte. Zunächst ging die Reise allerdings für vier Tage nach Dublin, ehe die beiden in Boston landeten – doch das Besichtigen der irischen Hauptstadt und der Hauptstadt des Bundesstaates Massachusetts an der Ostküste der Vereinigten Staaten kostete Substanz. „Das viele Sightseeing habe ich schon gemerkt. Jeden Tag bin ich laut Schrittzähler mehr als 10 000 Schritte gelaufen – das sollte nicht ohne Auswirkungen bleiben.“

Gleichwohl sei die Vorfreude von Tag zu Tag gestiegen. Gestartet wird der Boston-Marathon immer am dritten Montag im April. „Weil in Amerika dann Feiertag ist, Patriot’s Day.“ Die Wetterprognose für den Wettkampf sei jedoch sehr schlecht gewesen – vorhergesagt wurden relativ niedrige Temperaturen sowie Regen mit starkem Wind.

Es kam jedoch anders als prognostiziert. Zwar regnete es noch in Strömen, als die Läufer und Läuferinnen mit originalen amerikanischen Schulbussen in gelber Farbe in den 40 Kilometer entfernten Ort Hopkinton gebracht wurden, doch pünktlich zum Start schloss der Himmel seine Schleusen und die Sonne ließ sich blicken.

Die Strecke zurück nach Boston sei allerdings eine echte Herausforderung gewesen, sagt Schareina. Denn zunächst ging es etwa acht Kilometer nur bergab. „Das hört sich einfach an, ist es aber nicht, da man mit jedem Schritt den eigenen Körper abbremst. Jeder, der mal auf einen Berg gestiegen ist, kennt das. Rauf ist es immer einfacher als runter.“ Im Anschluss an den ersten Abschnitt wurde es dann richtig wellig. „Das hat mich echt Körner gekostet.“ Dennoch lag der Peiner nach der Hälfte der Distanz noch im Plan. „1:53 Stunden – alles wunderbar.“

Doch danach folgte das, „wovor gewarnt wurde“, erklärt der Tri-Speedy. Gleich drei Abschnitte ging es sehr sportlich bergauf. Vor allem der berüchtigte Heartbreak Hill hatte es in sich – zwei Meilen aufwärts mussten absolviert werden, ehe ein Banner mit der Aufschrift „Heartbreak Hill is over“ diese strapaziöse Passage beendete. „Oben angekommen war ich auch over“, betont Schareina.

Zwar folgten nun immer wieder sehr langsame Laufabschnitte, „aber für mich wurde es zäh, und mir war schnell klar, dass mein persönliches Ziel, unter vier Stunden zu bleiben, nicht mehr zu schaffen sein wird“.

Doch die Unterstützung der mehr als 500 000 Zuschauer sorgte auf dem letzten Teilstück für Antrieb. „Je näher Boston kam, desto voller wurde es links und rechts der Strecke – das hat ungemein gepusht. Besonders die letzten zwei Meilen durch die City Bostons waren Gänsehautfeeling pur“, erklärt Schareina, der nach 4:16:05 Stunden erschöpft, aber auch überglücklich finishte. „Der Zieleinlauf war überragend.“

Der bewegendste Moment jedoch folgte nur wenig später, als Ralf Schareina sich die Sechs-Sterne-Medaille umhängen durfte. „Das wird unvergesslich bleiben.“

Von Peter Konrad

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