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Sport Regional Das Duell gegen den Mäh-Roboter gewinnt er auch mit 84 noch
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16:53 11.10.2019
Otto Högemann vorm Sportheim des FC Pfeil Broistedt. Nach mehr als 30 Jahren hat er als Platzwart aufgehört, bei Punktspielen ist er aber weiterhin Dauergast. Högemann ist großer HSV-Fan, ein Foto, das ihn mit seinem Idol Uwe Seeler zeigt, steht in seinem Wohnzimmer.   Quelle: Fotos: Christian Meyer
Broistedt

Otto Högemanns Enkel Lars hat sich einen Mäh-Roboter für seinen Garten gekauft – aber ausgepackt hat er ihn dann doch nicht. Wer braucht schon einen Roboter, wenn er etwas viel Besseres haben kann, einen richtigen Experten. Sein Opa mäht jetzt den Rasen, denn er hat Zeit: Nach mehr als 30 Jahren hat Pfeil-Broistedt-Legende Otto Högemann als Platzwart beim FC aufgehört.

Im September hat Otto Högemann seinen 84. Geburtstag gefeiert. Sein Alter sieht man ihm zwar nicht an, doch eine Sehnenscheiden-Entzündung am Gesäßmuskel ärgerte den gebürtigen Broi-stedter seit Jahresbeginn. „Das waren solche Schmerzen, die wünscht man seinem ärgsten Feind nicht“, sagt Högemann. Die Entzündung ist zwar inzwischen fast abgeklungen, doch bei Otto Högemann reifte der Entschluss, sein Platzwart-Amt in jüngere Hände abzugeben. „Irgendwann muss ja mal Schluss sein“, findet er.

Abkreiden, Netze flicken, Rasen mähen, sprengen, Kabinen reinigen, Mülltonnen leeren – „meine Frau hat manchmal gesagt: Am besten du nimmst gleich dein Bett mit hoch zum Platz“, verrät Otto Högemann mit einem Schmunzeln. Fast jeden Tag, im Sommer auch mehrmals täglich, war der gelernte Maschinen-Schlosser für den FC Pfeil ehrenamtlich im Einsatz.

Handwerkliche Arbeiten – die liebt Högemann, der nach 45 Arbeitsjahren beim Landmaschinen-Hersteller Stoll 1993 in den Vorruhestand ging und sich fortan noch mehr beim FC Pfeil engagierte. „Ich musste etwas um die Ohren haben“, betont Högemann, der ein wahrer Ehrenamts-Held ist. Als Jugendtrainer arbeitete er schon beim FC Pfeil, brachte zum Beispiel späteren 1. Herren-Spielern wie Sven und Oliver Bruns, Marco Simon und Christopher Plewka das Fußball-Einmaleins bei. Er betreute jahrelang die Ü50 der Pfeile und die Erste Herren. „Das hat mich auch jung gehalten. Auf die Jungs lasse ich nichts kommen“, sagt Högemann, geht zum Wohnzimmerschrank und holt das Mannschaftsfoto der Ersten Herren herunter. Ein Geschenk des Teams. „Die beste Zeit hatte ich mit unserem Trainer-Duo Daniel Schierding und Matze Steinert, das waren richtige Typen, und wir hatten sportlichen Erfolg“, sagt Högemann. Zum letzten Geburtstag kam Kapitän Dennis Büttner vorbei und brachte noch einen Gutschein mit. Ihren Otto, den schätzen sie beim FC Pfeil. Auch seine ehemaligen Ü50-Fußballer, die jetzt für Germania Barbecke auf Torejagd gehen, überraschten ihn mit einem Gutschein: Sie schenkten ihm und seiner Frau einen Wochen-end-Urlaub im Harz.

Die Heimspiele der 1. Herren sind Pflichtbesuche für den Ex-Platzwart, der stolz ist, wenn ihn alle Spieler per Handschlag und manche sogar per Umarmung begrüßen. Auswärts begleitet Otto Högemann das Team auch – allerdings mit einer Ausnahme. „Wenn nicht gerade der HSV sonntags spielt.“ Dann geht er über die Straße zu seiner Tochter Annerose und seinem Schwiegersohn, dem früheren Pfeile-Trainer Jürgen Simon, und fiebert mit Hamburg in der 2. Liga mit.

Zum HSV-Fan geworden ist Otto Högemann bei einem Stadionbesuch in Braunschweig. Er sah die HSV-Legenden Klaus Stürmer und Uwe Seeler spielen und geriet ins Schwärmen. „Uwe Seeler ist damals höher gesprungen als Braunschweigs Torwart Heinz Senftleben mit der Faust kam“, erinnert sich Högemann. Nicht gerne erinnert er sich allerdings an die Rückrunde der vergangenen Saison, als die Hamburger doch tatsächlich noch den sicher geglaubten Aufstieg verdaddelten. „Da musste ich mir auf dem Broistedter Sportplatz einige Sprüche anhören.“ Dass es diesmal klappen wird, dafür stimmt ihn Neuzugang Sonny Kittel optimistisch. „Ich habe gleich gesagt, das ist ein Guter. Sein Tor gegen Fürth war ja super.“ Und tolle Freistöße schieße er.

Mit Freistößen kennt sich Otto Högemann aus – für seine war er nämlich ebenfalls gefürchtet. Stürmer spielte er am liebsten, schoss fast jede Saison um die 20 Tore. „Er war schon ein Guter“, unterstreicht auch Ehefrau Marlis. Nachbarvereine wollten ihn abwerben. „Die Sportfreunde aus Lebenstedt sind mir die Bude eingelaufen“, erinnert sich Högemann, doch sein Herz sagte Nein. Einmal FC Pfeil, immer FC Pfeil. Noch länger als HSV-Fan ist er Mitglied im Broistedter Verein, 72 Jahre schon. Fast die Hälfte davon war Otto Högemann Platzwart.

Jetzt pflegt er zwar den Sportplatz-Rasen nicht mehr, aber an zwei liebgewonnenen Ritualen hält er fest: Nach dem Aufstehen liest er als erstes den Sportteil der PAZ und danach erweist er sich als Kavalier: Er deckt den Frühstückstisch und kocht Kaffee. „Bevor ich Rentner wurde hat das schließlich meine Frau jahrelang für mich gemacht. Jetzt kann ich das mal machen.“

Von Christian Meyer

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