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Broistedts Kickerinnen fahren mit den Tretboot nach Mallorca – virtuell

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15:10 11.11.2020
Günter Vahldiek (80) vom VfL Woltorf demonstriert eine Übung aus dem Rückenschul-Kursus. Er trainiert auf der heimischen Terrasse. Quelle: Matthias Preß
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Kreis Peine

Für die Sportvereine ist die erneute Corona-Pause ein Deja-vu. Schon im Frühjahr hatten sie viel Fantasie aufgebracht, um die Mitglieder in Bewegung zu halten und den Kontakt zu ihnen nicht zu verlieren. Video-Übungsstunden oder Anleitungen fürs Training zuhause oder im Freien waren gefragt. Auf die Erfahrung griffen die Vereine jetzt zurück, es gibt aber auch neue Ideen für „gemeinsamen Individualsport“. Einige Beispiele:

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VfL Woltorf

Der VfL Woltorf macht es diesmal „analog“ statt digital: Die Mitglieder der verschiedenen Übungsgruppen bekamen oder bekommen noch auf Papier Übungs-Anleitungen in den Briefkasten gesteckt, die die Kursleiterinnen und -leiter zusammengestellt und aufgeschrieben haben. Sie haben auch die Verteilung übernommen. „Unsere Mitglieder freuen sich über die Nachricht vom Verein“, sagt VfL-Vorsitzender Dietmar Seidel. „Gerade die Älteren, von denen viele keinen Computer zuhause stehen haben, sind für die Infos auf Papier dankbar.“ Günter Vahldiek (80), regelmäßiger Besucher der „Rückenschule“, hat zwar einen Computer, freut sich aber über die Anleitungen auf Papier. „Man muss ja in Bewegung bleiben.“

Pfeil Broistedt

Die Fußballerinnen von Pfeil Broistedt hatten während des ersten Corona-Lockdowns eine „Sport Challenge“ gestartet. Drei Wochen lang konnten sie Punkte sammeln für jeden Kilometer, den sie joggten, auf dem Rad oder Inlinern zurücklegten oder auf Crosstrainer und Rudergerät bewältigten. 27 Mädels und zwei Trainer machten mit und legten in dieser Zeit 2550 Kilometer zurück.

Jetzt sind sie wieder gestartet, und diesmal sind 41 Personen dabei. Ziel: Am Nikolaustag wollen sie den Mega-Park auf Mallorca erreicht haben – rein entfernungsmäßig natürlich. Weil die Distanz von 2400 Kilometern alleine noch nicht Herausforderung genug ist, sollen die Mädels ein paar Zwischenstopps an den Lieblingsorten ihrer Trainer machen.

Zunächst ging es nach Hannover zur HDI-Arena, denn Thorsten Sachteleben, Trainer der 2. Frauenmannschaft, ist 96-Fan. Dann führte der Weg weiter Richtung Köln, und just am Tag des Bundesliga-Spitzenspiels Borussia gegen Bayern waren die Broistedterinnen in Dortmund angekommen.

Der Trainer des 1. Damenteams, Börge Warzecha („Ich laufe jeden zweiten Tag fünf Kilometer, am Wochenende auch mal zehn“) half ordentlich mit, anschließend früh in Köln anzukommen. Er ist FC-Fan und gab virtuell ein paar Kölsch in der Altstadt aus. Über München (Kevin Amendy, Trainer der Landesliga-Frauenmannschaft, ist Bayern-Fan) soll es bis Barcelona gehen, von wo „per Tretboot“ (repräsentiert durchs Fahrradfahren) der Weg fortgesetzt wird.

Spielerin Linda Warmbold hat schon 52 Kilometer, darunter einen Halbmarathon, zurückgelegt. Spitzen-Läuferin ist – Stand gestern – Louisa Plett mit 55 Kilometern, Am 6. Dezember soll es nach der Ankunft am Mega-Park ein kleines Nikolaus-Geschenk geben – und vielleicht ja auch die Erlaubnis, wieder auf der Sportanlage gemeinsam zu trainieren.

Arminia Vöhrum

„Wir haben die Situation im erweiterten Vorstand besprochen und die Übungsleiter gebeten, den Kontakt zu den Mitgliedern zu halten“, sagt Arminia-Pressewart Eckhard Bruns. „Sie haben ja Whats-App- oder Facebook-Gruppen. Darüber geht das ganz gut.“ Die Jugendfußballer haben zum Beispiel über Facebook drei Übungen mit Handlungs-Anweisungen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden bekommen. Dabei geht es um Koordination, Ballbehandlung und Geschicklichkeit. Zur Auswahl und als Steigerungsmöglichkeit gibt es leichte, mittelschwere und schwere Varianten. Und nächste Woche gibt es neue Übungen.

Anker Gadenstedt

Online-Stunden in Bodyfit, Aerobic sowie „Bauch, Beine, Po“ bietet Anker Gadenstedt an. „Das kommt super an. Wir haben rund 15 Teilnehmer pro Stunde. Es sind zwar nur drei Kurse, aber es ist für jeden etwas dabei“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Annika Menzel. Als Plattform hat der Verein Facebook gewählt. „Das hat zwar nicht jeder, aber eine Form muss man ja wählen.“ Und Kommunikation sei auch möglich, indem die Teilnehmer Kommentare schreiben oder Fragen stellen können.

Just for Fun Team

„Wir hatten zufälligerweise am Freitag vor dem Lockdown eine Vorstandssitzung. Da haben wir gleich alles für Online-Übungsstunden in die Wege geleitet und die Übungsleiter gefragt, wer mitmacht“, sagt Vereins-Managerin Melanie Roller. Resultat: 16 Kurse – von Bodyforming bis Yoga – werden über die Wochentage verteilt im Internet angeboten. Man braucht dazu die App „Zoom“ auf dem Smartphone oder Rechner und muss sich telefonisch bei Roller anmelden – das war’s. „Es nehmen zwischen zehn und mehr als 20 Personen teil. Und selbst bei der Hockergymnastik sind es sieben“, sagt Roller. „Es können auch Nicht-Mitglieder bei den Live-Übungsstunden mitmachen, oder man kann ohne großen Aufwand bei anderen Gruppen hineinschnuppern.“

Von Matthias Press