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Sport Regional Aus Kuba zum MTV Peine: „Ein Glücksfall“ als Übungsleiterin
Sportbuzzer Sportmix Sport Regional Aus Kuba zum MTV Peine: „Ein Glücksfall“ als Übungsleiterin
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18:30 21.02.2020
Der Latin-Dance-Kursus beim MTV Peine mit Yanerky Lema Medina (knieend). Quelle: Foto: Kreissportbund
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Peine

Wenn Frauen aus Syrien, Afghanistan, Kuba, Russland, Bulgarien und Deutschland zusammen fröhlich sind, tanzen und sich sportlich betätigen, ist das ganz selbstverständlich. Jedenfalls bei Yanerky Lema Medina. Die 38-Jährige ist Übungsleiterin beim MTV Peine und bietet „Latin Dance – Integration mit Rhythmus“ an. Einmal pro Woche treffen sich bis zu 20 Frauen.

Die Übungsleiterin ist vor fünf Jahren aus Kuba nach Deutschland gekommen und „ein absoluter Glücksfall“, wie die Integrationsbeauftragte des Kreissportbundes, Angela Flohr, feststellt. Die offene Art der Kubanerin baut Brücken zu den Menschen, die mit organisiertem Sport wenig zu tun haben – vor allem, weil sie diese Form nicht kennen.

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Kurz bevor der Übungsleiter-Lehrgang des Kreissportbundes begann, musste Flohr allerdings um ihren „Glücksfall“ zittern. „Ich hatte plötzlich Schmerzen im Fuß, damit hätte ich am Lehrgang nicht teilnehmen können. Ich wollte schon absagen, aber Angela Flohr hat mich gebeten, noch die paar Tage bis zum Kursbeginn abzuwarten“, erzählt Lema Medina. Der Arzt konnte auf dem Röntgenbild keine Schäden feststellen, und zum Kursbeginn konnte sie den Fuß wieder belasten.

Dass sie als ausgebildete Übungsleiterin ein Angebot mit Tanz und Musik anbietet, war Yanerky Lema Medina klar. „Auf Kuba können die Kinder schon tanzen, bevor sie laufen lernen“, sagt sie. „Und wenn die Musik ertönte und ich die Augen zumache, fühle ich mich gleich wie in die Karibik versetzt.“ Spiele oder sportliche Übungen runden das Programm der Übungsstunden ab.

Dass sie mit Ehemann Antonio de la Rosa Rodriguez und den Kindern Samuel Antonio (heute 13) und Michel Antonio (heute 9) nach Peine kam, verdankt sie dem Spanisch-Unterricht, den sie einem Rosenthaler gab, der mit einer Kubanerin verheiratet ist. Das Paar bot der Familie Unterkunft an, wenn die Lebensbedingungen auf der Insel zu schwierig werden würden. Inzwischen leben die Vier in einer Wohnung in Peine. De la Rosa Rodriguez arbeitet bei einer Spedition, Lema Medina hat gerade den Job gewechselt. „Ich habe künftig bei der Lebenshilfe als Schulbegleitung mehr mit Menschen und Betreuung zu tun. Das liegt mir.“

Der Wechsel nach Deutschland war natürlich mit vielen Umstellungen verbunden. „Es ist eine andere Mentalität hier. Man muss sich anpassen. Aber ich habe nie irgendwelche Ablehnung erfahren. Ich habe das Gefühl, dass ich überall willkommen bin.“ Deutsch spricht sie inzwischen gut, und auch in ihrem Integrationskurs ist Deutsch die Umgangssprache. Und wenn doch einmal das Heimweh kommt? „Dann treffen wir uns mit Kubanern und feiern“, sagt sie lachend.

Von Matthias Press