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Ambitioniert: Jan Hagedorn blieb dran und wurde belohnt

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14:51 08.10.2020
Verdiente sich zunehmend mehr Einsatzzeiten: Groß Lafferdes Keeper Jan Hagedorn. Quelle: Fotos: Isabell Massel
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Gross Lafferde

53 Kilometer hin, 53 Kilometer zurück: Training und Heimspiele sind für Jan Hagedorn, Torwart des Handball-Verbandsligisten MTV Groß Lafferde, immer mit langen Wegen verbunden. Probleme damit hat er keine. „Ich kenne es seit vielen Jahren nicht anders. Mit der Zeit gewöhnt man sich an die Fahrerei“, sagt der Langelsheimer, der morgen mit seiner Mannschaft beim Titelanwärter MTV Braunschweig II antritt. Für ihn ist die Begegnung gleichzeitig ein Wiedersehen, denn bis Dezember 2018 stand er für die Braunschweiger Reserve zwischen den Pfosten.

Den Wechsel vom damaligen Oberligisten zu den Groß Lafferdern initiierte der Anhänger des Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar-Löwen seinerzeit aus eigenem Antrieb. „Ich hatte davon erfahren, dass beim MTV die Torhüter Finn Härtel und Lionel Lütgering wegen Verletzungen längerfristig ausfallen. Daraufhin meldete ich mich bei Trainer Dennis Bühn. So kam die Sache ins Rollen“, erinnert sich der Langelsheimer.

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Ein weiterer Grund, Neues zu probieren, war für ihn, dass er sich bei den Braunschweigern, für die er seit der B-Jugend aktiv war, nicht mehr wohl fühlte. „Man schenkte mir kein Vertrauen. Und ich hatte nie das Gefühl, ein Teil der 2. Herren zu sein. Für mich waren wir eigentlich gar keine richtige Mannschaft. Das ist beim MTV Groß Lafferde ganz anders. Ich wurde mit offenen Armen aufgenommen. Und wir haben einen großen Zusammenhalt, unternehmen auch in der Freizeit viel zusammen“, unterstreicht Hagedorn, der bei der HSG Langelsheim/Astfeld das Torwart-Handwerk erlernte.

In seiner Anfangszeit in Lafferde war Hagedorn bei den Verbandsliga-Punktspielen allerdings oft außen vor, bekam wenig Einsatzzeiten. Frustriert hat ihn das kaum – Training schwänzen? Nicht auszudenken. „Wenn ich mich auf eine Sache einlasse, dann zu 100 Prozent. Dann lasse ich nicht locker. Sport ohne Ambitionen, das bringt nichts. Man muss dranbleiben, irgendwann ergibt sich die Chance“, so der 21-Jährige.

Und tatsächlich: Im Dezember vorigen Jahres brachte die Begegnung gegen Eintracht Hildesheim II die Wende. „Da spielte ich von Beginn an, habe richtig gut gehalten. Seitdem läuft es.“ Dass mit Niklas Peinz und Lionel Lütgering zwei starke Mitbewerber im Kampf um die Nummer eins den MTV studiumsbedingt verlassen haben , bereitet ihm alles andere als Freude.

„Es gab keinen erbitterten Konkurrenzkampf. Jeder freute sich, wenn der andere im Punktspiel eine gute Leistung zeigte. Das zeichnete uns aus. Es war sportlich und menschlich das beste Torwart-Trio, in dem ich je gestanden habe“, erläutert der Medien-Management-Student, der sich auch mit seinem jetzigen Torhüter-Kompagnon Maximilian Gutzeit bestens versteht. „Wir teilen uns die Einsatzzeiten auf, sind ein gutes Team.“

Sein Torhüter-Vorbild ist Mikael Appelgren, der für die Rhein-Neckar-Löwen zwischen den Pfosten steht. „Er ist fast zwei Meter groß und trotzdem enorm gelenkig. Dazu strahlt er viel Präsenz aus. Das allein hilft schon, Bälle zu halten“, bewundert Hagedorn. An das Können Appelgrens reicht Hagedorn nicht heran. Doch den Ehrgeiz, noch einmal eine Klasse über der Verbandsliga anzugreifen, streitet er nicht ab. „Aber das ist vorerst kein Thema. Ich sehe keinen Grund, zu wechseln, bleibe auf jeden Fall beim MTV Groß Lafferde. Denn wir sind eine super Truppe.“

Aktuell hat Hagedorn mit den Seinen den Klassenerhalt im Visier. Im Hinblick auf das morgige, zweite Saisonspiel ist ihm bewusst, dass es schwer wird, in Braunschweig zu punkten. „Das wird nur klappen, wenn wir uns gegenüber der Auftaktniederlage gegen Hildesheim steigern. Dabei passte einiges nicht zusammen. In der Abwehr fehlte die Giftigkeit, außerdem müssen wir vor den Würfen klarere Chancen herausarbeiten. Und nicht zuletzt darf es uns nicht wieder so oft passieren, über den besten Abwehrspieler des Gegners aufs Tor zu werfen. Dazu sind die Schwachstellen der gegnerischen Deckung da.“

Von Jürgen Hansen