Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Hannover 96 Was die BVB-Pleite für 96 bedeutet
Sportbuzzer Hannover 96 Was die BVB-Pleite für 96 bedeutet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 22.03.2015
Von Heiko Rehberg
„Wer nicht schießt, der kann auch nicht treffen“: Dortmunds Marco Reus spielte gegen Turin ganz schwach. 96-Fans hätten nichts gegen eine Fortsetzung.
„Wer nicht schießt, der kann auch nicht treffen“: Dortmunds Marco Reus spielte gegen Turin ganz schwach. 96-Fans hätten nichts gegen eine Fortsetzung.  Quelle: Bernd Thissen
Anzeige
Hannover

Natürlich haben die Spieler von Hannover 96 am Mittwochabend vor den Bildschirmen gesessen und sich den Gegner am Sonnabend in der Fußball-Bundesliga angeschaut. „Pflichtprogramm“, hat Leonardo Bittencourt die Champions-League-Partie von Borussia Dortmund gegen Juventus Turin genannt. Was die 96-Profis sahen, war eine Borussia, die - wie das Fachmagazin „kicker“ titelte - „nur noch ein Schatten früherer Tage“ ist.

In Hannover wird nun gerätselt: Ist die blamable 0:3-Niederlage der Dortmunder und das Aus im Achtelfinale gut oder schlecht für 96? Hat Juventus Turin den „Roten“ geholfen, weil ein BVB anreist, der nicht nur müde Beine, sondern auch einen müden Kopf hat? Oder sorgt die Pleite gegen die Italiener für eine Trotzreaktion der Dortmunder, bekommt 96 sozusagen die Quittung dafür, dass der BVB in der kommenden Saison in der Champions League nicht vertreten sein wird? Für ein extrem teures Team wie das der Borussia handelt es sich um eine sportliche Katastrophe mit wirtschaftlichen Folgen, abzulesen am Sinkflug der BVB-Aktie, die am Donnerstag an der Börse zeitweise 5 Prozent verlor.

Der Umsatz des Branchenriesen dürfte um 40 Millionen Euro geringer ausfallen, für die dringend benötigte Renovierung des Kaders wird deutlich weniger Geld zur Verfügung stehen, als geplant. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte schon vor der Partie gegen Turin angekündigt, dass „der Gürtel wieder enger geschnallt wird“.

Es wird also das Treffen von zwei Problemclubs, bei denen die Enttäuschung groß ist. 96 hat seit neun Spielen nicht gewonnen und stolpert Richtung Abstiegsplätze, die Dortmunder stehen nach tristen Bundesliga-Nullnummern in Hamburg (0:0) und gegen Köln (0:0) sowie dem internationalen Aus vor den Trümmern einer Saison, in der fast alles schiefläuft.

„Wir werden jetzt zweimal schlafen, und dann schlagen wir in Hannover auf“, sagt Dortmunds Trainer Jürgen Klopp, „da müssen wir alles an Kraft und Zuversicht reinpacken. Wir können uns jetzt auf die Bundesliga und den DFB-Pokal konzentrieren, das schadet uns ganz bestimmt nicht.“ Das scheinen auf den ersten Blick keine guten Aussichten für 96 zu sein. Doch oft hat der Motivationskünstler Klopp seine Profis in dieser Saison nicht anstacheln können.

Was gern vergessen wird: Die Borussia hat gerade mal drei Punkte mehr auf dem Konto als Hannover 96 - ein Heimsieg, und die „Roten“ und der Champions-League-Finalist von 2013 liegen in der Tabelle gleichauf. „Wir wollen Dortmund einholen und die 30 Punkte vollmachen“, sagt 96-Trainer Tayfun Korkut. Dass Dortmund dreimal in Folge kein Tor geschossen hat, komme „nicht von ungefähr“, sagt Korkut. Aber können seine Spieler das ausnutzen, wie es Juventus Turin getan hat?

„Wir können jetzt nicht halb leidend in das nächste Bundesliga-Spiel stolpern. Da muss ein dicker Strich unter die Partie gegen Juve“, sagt Klopp, der in der HDI-Arena auf Marcel Schmelzer (Muskelfaserriss) und Nuri Sahin (Adduktorenverletzung) verzichten muss.

Einen dicken Strich drunter machen - das will auch Hannover 96 unter die lange Serie der Erfolglosigkeit. Am Sonnabend gegen Borussia Dortmund.

19.03.2015
Hannover 96 Fanbeauftragte im Interview - „Nicht nur
 Phrasen von 96“
21.03.2015
Hannover 96 Leonardo Bittencourt - Nur 96 im Kopf
Norbert Fettback 17.03.2015