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Hannover 96 War es das für Tayfun Korkut?
Sportbuzzer Hannover 96 War es das für Tayfun Korkut?
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00:16 21.04.2015
Von Christian Purbs
Foto: Übernimmt Mirko Slomka (links) demnächst wieder den Trainerposten bei Hannover 96 von Tayfun Korkut?
Übernimmt Mirko Slomka (hinten) demnächst wieder den Trainerposten bei Hannover 96 von Tayfun Korkut (vorne)? Quelle: dpa (Archiv)
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Leverkusen

Am Ende mochte man gar nicht mehr hinschauen. Denn was die Mannschaft von Hannover 96 bei Bayer Leverkusen da veranstaltete, war nicht nur schlecht. Es war peinlich. Ohne auch nur den Hauch von Gegenwehr ergaben sich die „Roten“ und verloren mit 0:4 in Leverkusen. Mit dieser unterirdischen Leistung ist 96 am Tiefpunkt angekommen, schlimmer geht’s nimmer. Und so darf es auch nicht weitergehen, soll der Weg von 96 nicht direkt in die 2. Bundesliga führen.

Durch diese desolate Vorstellung der Mannschaft steht auch Trainer Tayfun Korkut wieder im Mittelpunkt der Kritik. So wie sich seine Spieler in Leverkusen präsentierten hatte es nicht den Anschein, dass der 96-Coach die Mannschaft mit seinen Worten und seiner Taktik noch erreicht. Vieles deutet darauf hin, dass Clubchef Martin Kind seine Aussage, dass Korkut bis zum Saisonende auf jeden Fall Trainer bleibt, noch einmal überdenkt. Und vielleicht sehr schnell handeln wird. Denn, auch das hat Kind immer wieder betont, der Klassenerhalt steht über allem.

Sollte es zur schnellen Trennung kommen, steht nach HAZ-Informationen ein alter Bekannter bereits parat. Der ehemalige 96-Coach Mirko Slomka, der zuletzt beim Hamburger SV tätig war und die „Roten“ von Januar 2010 bis Dezember 2013 trainierte, wird als heißer Nachfolger von Korkut gehandelt und könnte das Team sofort übernehmen.

„Es war ein ganz klarer Schritt zurück“, sagte Korkut nach dem Spiel. „Die Mannschaft hatte sich sehr viel vorgenommen und hat uns das Gefühl gegeben, dass sie unbedingt wollte. Es hat jedoch an allen Ecken gefehlt, in bestimmten Phasen sind wir auseinandergebrochen. Jetzt habe ich die Aufgabe es wieder hinzubekommen, dass die Mannschaft in einem guten Zustand ins nächste Spiel geht.“ Dass Korkut im kommenden Heimspiel gegen Hoffenheim noch eine weitere Chance bekommt, erscheint jedoch unwahrscheinlich.

Dafür spricht auch die Art und Weise, wie sich 96 von Leverkusen vorführen ließ. Kaum ein Spieler stemmte sich gegen die Niederlage, die meisten ließen das Debakel über sich ergehen. Entschieden war das Spiel bereits in der 40. Minute, als Julian Brandt die Führung durch Ömer Toprak (20. Minute) auf 2:0 ausbaute. Nach der Pause machte Kyriakos Papadopoulos mit seinem Treffer zum 3:0 alles klar (49.). Danach fielen die „Roten“ völlig auseinander, Leverkusen spielte sich, ohne sich dabei allzu sehr anzustrengen, eine Torchance nach der anderen heraus. Das 4:0 durch Stefan Kießling (70.) hätte zwar nicht zählen dürfen, da der Bayer-Stürmer im Abseits stand. Doch das spielte in diesem Spiel keine Rolle mehr.

„Das war Abstiegskrampf“, sagte 96-Sportdirektor Dirk Dufner. Und 96-Torwart Ron-Robert Zieler versprühte auch nicht allzu viel Optimismus: „Wenn es Relegation wird, dann müssen wir es halt in der Relegation schaffen.“

Kommentar: 96 hilft nur noch die radikale Tour

Es reicht. Was 96 da in Leverkusen zusammenspielte, das war weit unter Bundesliganiveau. Da stimmte weder Kampf noch Einsatz, die Körpersprache war die eines Absteigers. Wenn sich nicht schnell etwas ändert, geht es geradewegs in die 2. Liga.

Die Verantwortung dafür muss Trainer Tayfun Korkut übernehmen, der es trotz aller Beteuerungen nicht geschafft hat, das Team mit der notwendigen und nötigen Einstellung in den Abstiegskampf zu schicken. Wenn so viele Profis so leidenschaftslos spielen, dann ist etwas faul, dann ist der Einfluss des Trainers auf die Mannschaft dahin.

Das Einzige, was jetzt noch hilft, ist die radikale Tour. Die Mannschaft muss durch einen neuen Trainer für die letzten fünf Spiele ganz schnell wiederbelebt werden, sie braucht neue Impulse - und einen kräftigen Tritt in den Hintern. Mit Mirko Slomka steht ein ausgewiesener Spezialist für solche Fälle in den Startlöchern. Zögert Kind noch länger, wird es zu spät sein.

Und auch einen anderen Fehler muss der 96-Clubchef dringend korrigieren: Zusammengestellt hat diesen leblosen Haufen Sportdirektor Dirk Dufner.

Von Christian Purbs

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